Zentrum für Frühe Hilfen auf dem Maifeld
Eltern fühlen sich mit „Safe“-Kurs sicher
Elterntraining beginnt bereits vor der Geburt
Polch. Sicher dank „Safe“: Ein neues Elterntraining, das bereits vor der Geburt beginnt, will dafür sorgen, dass kritische Situationen zwischen Eltern und Kindern erst gar nicht entstehen. „Ich finde es sehr entlastend, im Kurs mit anderen Müttern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu lernen, wie Eltern eine gute Bindung zu ihren Kindern fördern können“, resümiert Sabrina Palm. Die Mutter des fünf Monate alten Ben ist eine von sechs Müttern des zweiten „Safe“-Kurses in Polch, der zur Hälfte abgeschlossen ist. Vor zehn Monaten hatte auch sie sich wie die anderen Frauen für das Safe-Programm des Zentrums für Frühe Hilfen auf dem Maifeld entschieden. Die „Safe“-Kurse sind so begehrt, dass mittlerweile bereits die dritte Einheit gestartet wurde.
Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind
Hinter „Safe“ verbirgt sich ein Trainingsprogramm zur Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind, das von Dr. Karl-Heinz Brisch, Oberarzt am Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität in München entwickelt wurde. Durch das Präventionsprogramm soll eine gute emotionale Bindung zum Kind entstehen und die Weitergabe von belastenden Erfahrungen verhindert werden. Das Programm verspricht eine „Sichere Ausbildung für Eltern“ und leistet damit einen Beitrag zur Prävention. Bereits vor der Geburt ihres Kindes und durch das erste Lebensjahr werden junge Familien begleitet. Für Notfälle ist eine „Krisen-Hotline“ eingerichtet, die auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten des Zentrums weiterhilft. In zehn ganztägigen Seminaren lernen die Eltern, feinfühlig, prompt und angemessen auf die Signale ihres Kindes zu reagieren, damit das Baby später eine sichere Bindung zu seinen erwachsenen Bezugspersonen entwickeln kann. „Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht“, sagt Christa Fröhlich, Sozialpädagogin vom Zentrum für frühe Hilfen auf dem Maifeld, und stellt fest: „Das Wissen um den richtigen Umgang mit einem Säugling ist bei vielen Erwachsenen verloren gegangen.“ Die Mütter sind dankbar zu erfahren, was der kleine Mensch in ihren Armen fühlt und was ihm tatsächlich gut tut, so auch Halime Agirman, Mutter des sechs Monate alten Agits: „Ich bin froh, dass ich hier noch einiges dazu lerne und so besser weiß, auf was ich bei meinem Sohn achten sollte.“
Das Urvertrauen stärken
Birgitt Loser-Hees, Diplom-Pädagogin und Familientherapeutin vom Zentrum für frühe Hilfen auf dem Maifeld, betont einen weiteren Aspekt: „Mir ist es besonders wichtig, dass junge Eltern wissen, wie sie es schaffen, ihren Kindern ein Urvertrauen mit ins Leben zu geben, eine sichere Bindung, die ihre Kinder widerstandsfähiger macht und damit die Grundlage für ein glückliches Leben legt. Kinder mit einer sicheren Bindung erleben weniger Stress, trauen sich mehr zu und lernen leichter.“ Anhand von Filmbeispielen sehen die Eltern, worauf es zu achten gilt und wie es aussieht, wenn eine Mutter feinfühlig auf die Signale ihres Kindes reagiert. „Wichtig ist es zu lernen, sich in die Perspektive des Kindes zu versetzen und zu sehen, wie wohl sich ein Baby fühlt, wenn die Mutter zum Beispiel im richtigen Abstand Blickkontakt mit ihrem Kind aufnimmt, viel mit ihm spricht, seine Bedürfnisse verbalisiert und seine Wünsche respektiert“, so Christa Fröhlich, eine der vier ausgebildeten Safe-Mentorinnen des Zentrums für frühe Hilfen. Informationen über die kindliche Entwicklung, die Veränderungen in der Partnerschaft sowie das Kennenlernen von kindgerechten Beschäftigungen runden die Seminartage ab.
Auch Jenny Hiller, eine junge Mutter aus Münstermaifeld, zeigt sich vom Angebot beeindruckt: „Interessant finde ich vor allem, dass ich über mein eigenes Kind noch etwas lerne und es so besser verstehen kann. Ich habe zwar schon eine dreijährige Tochter, doch erfahre ich hier immer noch etwas Neues. Ich werde den Kurs auf jeden Fall weiterempfehlen.“
Der vierte Kurs startet voraussichtlich im Oktober. Weitere Informationen gibt es beim Zentrum für Frühe Hilfen, Bachstraße 19, 56751 Polch, Tel. (0 26 54) 88 04 72.
