Politik | 21.08.2013

Waldfriedhof im Münstermaifelder Stadtteil Mörz eingeweiht

Erste Ruhestätte dieser Art im Landkreis Mayen-Koblenz

Eröffnungsansprache und Grußworte durch den Mörzer Ortsvorsteher Achim Weidung. HF

Münstermaifeld/Mörz. Im Münstermaifelder Stadtteil Mörz ist der erste Waldfriedhof im Landkreis Mayen-Koblenz vergangene Woche im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht worden. Ortsvorsteher Achim Weidung und Stadtbürgermeister Robert Müller hielten im Rahmen einer Freierstunde die Eröffnungsansprachen in Anwesenheit von Landrat Dr. Alexander Saftig, weiteren Ehrengästen, Ratsmitgliedern und Mörzer Bürgern. Den kirchlichen Segen spende Pfarrer Guido Lacher. Ein besonderer Gruß und Dank galt Klaus Groß, Sprecher der Mörzer Bürgerinitiative. Der neue Waldfriedhof grenzt unmittelbar an die Mörzer Filialkirche und den traditionellen Friedhof. Ein schmaler Schotterweg führte zu einer kleinen Plattform, auf der zwei Baumstücke den Andachtsbereich markierten, der ringsum von Bäumen unterschiedlichster Art umgeben ist, mit dabei die Eiche, Robinie, Kirschen, Buchen und Esche. Von ihnen sind 60 Bäume mit Nummernschildchen markiert. Das bleibt der Hinweis als Orientierung für die künftigen Grabstätten. Das Waldareal hat eine Größe von rund 2300 Quadratmeter. Den eigentlichen Grundstein für diesen neuen Waldfriedhof hat Klaus Groß gelegt. Vor rund drei Jahren hatten die Initiativen einer Gruppe Mörzer Bürger, die „Bürgerinitiative Mörz e.V.“ begonnen, den Grundstein für dieses Projekt zu legen, nicht nur die Bürger dabei einzubinden, auch die Voraussetzungen bei den zuständigen Genehmigungsbehörden zu schaffen. Eingebunden bei der Initiative war auch der Grunderwerb und die Finanzierung, sodass die Ruhestätte im so genannten „Nachtigallenwäldchen“ kostenneutral an die Kommune übergeben werden konnte. Eine Info-Tafel am Waldeingang informiert die Bürger über Einzelheiten des Entstehens und der Nutzung. Angeboten sind ausschließlich naturnahe Urnenbestattungen unter Bäumen. Weiterhin ist zu lesen, „….dass es vielen Menschen eine tröstliche Vorstellung bietet, einmal in der Obhut des Waldes, in Harmonie mit Pflanzen und Tieren im Wurzelbereich von alten ehrwürdigen oder auch jungen langlebigen Bäumen ihre letzte Ruhestätte zu finden“. Klaus Groß zitierte in seinem Grußwort Beschreibungen unterschiedlicher Empfindungen einer solchen Bestattung, „bei der die Natur die Grabpflege übernimmt“, sagte er.

Ortsvorsteher Achim Weidung verwies auf die umfangreichen Vorleistungen der Bürgerinitiative. „Es galt Satzungsbestimmungen und Vieles mehr mit den zuständigen Behörden und mit den Vorstellungen und Wünschen der Bürger abzustimmen, … „zumal wir mit diesem Projekt Neuland betreten hatten“, sagte er und fügte an, dass der neue Waldfriedhof, wie jede andere klassische Begräbnisform, die Wahlmöglichkeit zwischen Wahl- oder Reihengrabstätten mit oder ohne Namensschilder zulässt, sodass die Grabstelle nicht anonym sein muss. „Der neue Waldfriedhof ist ein Zeichen dafür, dass auch die Trauer bei Tod und die Form der Bestattungen vom Wandel der Zeit nicht unberührt bleiben“, so Stadtbürgermeister Robert Müller, der für die Initiativen der Bürger dankte. Landrat Dr. Saftig zitierte in seinem Grußwort Zeilen des Gedichts „Die Wälder schweigen“ von Erich Kästner mit den Worten: … „Ja, auch dieser Wald wird trösten“. „Friedhöfe sind Orte des Gedenkens und stille Oasen. Hier können die Verstorbenen würdig bestattet werden und ihre letzte Ruhe finden“, sagte er und dankte ebenfalls der Interessengemeinschaft Mörz für ihre Aktivitäten.

„In seiner Art ist die neue Ruhestätte in unserem Landkreis einzigartig“, so der Landrat und sprach von einem pflegefreien Friedhofskonzept mit überschaubaren Kosten.

Eröffnungsansprache und Grußworte durch den Mörzer Ortsvorsteher Achim Weidung. Foto: HF

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