Politik | 09.04.2014

Offener Brief des Vorstandes des Gesamtvereins VfB Polch und der Jugendleitung der Fußballabteilung des VfB

„Im Staub ersticken - oder soll in Polch kein Fußball mehr gespielt werden ?“

Polch. Mit einem „Offenen Brief“ haben sich jetzt die Kinder und Jugendlichen sowie die Seniorinnen und Senioren über den Vorstand des Gesamtvereins VfB Polch und die Jugendleitung der Fußballabteilung des VfB an Stadtbürgermeister Günter Schnitzler, die Beigeordneten Hans Ziesemer, Bernd Gerhardy und Heide Horsch und die Öffentlichkeit gewandt.

„Seit einigen Jahren“, heißt es im Anschreiben. „führt der Verein im Interesse der Sport treibenden Kindern und Jugendlichen der Stadt Polch Gespräche mit der Stadtführung, die zu Verbesserungen der Situation auf den Sportstätten der Stadt Polch führen sollen...Das ist bisher ohne Erfolg geblieben. Dabei verkennen wir nicht die schlechte Finanzsituation der Stadt. Wir sind dankbar, dass die Gemeinde den Sporttreibenden Sportplätze und Stadion unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Die Vereinsarbeit wird von ehrenamtlichen Übungsleitern und Betreuern geleistet, die damit einen wesentlichen Beitrag zur Jugendarbeit in unserer Stadt leisten. Wir sehen bei der jetzigen Situation, unzulängliche Trainingsmöglichkeiten (Staub, abgespielte Sportplatzdecke, Beregnungsanlage) das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Übungsleiter und Eltern gefährdet. Das bezieht sich auch auf die Spielmöglichkeiten, wobei man nie so richtig damit rechnen kann, im Stadion spielen oder trainieren zu können.

Unsere in diesem Bereich aktivierte Öffentlichkeitsarbeit hat nichts mit den Kommunalwahlen zu tun, sondern gilt über den Wahltag hinaus. Uns ist die Sache wichtig. Uns ist wichtig, dass die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Polch über gute, nutzbare Sportanlagen zur Ausübung ihres Sportes verfügen können“, schreibt Anton Reiter, Vorsitzender Gesamtverein VfB Polch.

Der „Offene Brief“ :

Die Überschrift des „Offenen Briefes“ lautet „Im Staub ersticken - oder soll in Polch kein Fußball mehr gespielt werden ?“

Seit Jahren bemühen sich die Ehrenamtlichen im VfB Polch bei der Stadtverwaltung, in Polch wieder ordentliche Spielflächen für den Fußballsport zu erhalten.

Vom Verein werden Woche für Woche ca. 250 Kinder und Jugendliche im Fußballsport trainiert. Es finden wöchentlich bis zu drei Trainingseinheiten statt. Dazu kommen die Meisterschafts- und Freundschaftsspiele. Die Sportstätten werden dankenswerterweise von der Stadt Polch zur Verfügung gestellt, Hartplatz Aspelerstraße und Leo-Schönberg Stadion mit Rasenspielfläche.

Doch alle Jahre wieder werden Spieler, Trainer, Betreuer und Zuschauer wegen der abgespielten Oberfläche auf dem Hartplatz bei Training und Spiel in roten Staub eingehüllt. Das führt zu erheblichen Beschwerden der Eltern aber auch der Gastmannschaften und Schiedsrichter gegenüber dem Verein. Von Gesundheitsgefährdung ist die Rede.

Schon 2008 hatte es eine Kostenschätzung gegeben, den abgespielten Hartplatz in einen Kunstrasenplatz durch die Stadt Polch umzubauen.

Der VfB Polch hat hierzu eine Zusage der Verwaltung gegeben, sich mit ca. 10 Prozent, rund 55.000,00 Euro an Eigenleistung oder Finanzmitteln an der Baumaßnahme zu beteiligen. Geschehen ist jedoch nichts. Dabei wäre Zeit gewesen, zumindest die Decke aufarbeiten zu lassen, was schon zu Verbesserungen geführt hätte. So ist es auch mit der eingebauten Beregnungsanlage, die nur selten vollständig funktioniert und immer dann ausfällt, wenn sie gebraucht wird.

Aus der Not heraus hat der Verein versucht, den Bolzplatz unterhalb des Forum Polch als Rasenspielfläche auf eigene Kosten aufarbeiten und einzäunen zu lassen, um einen geordneten Spiel- und Trainingsbetrieb ohne Staub zu gewährleisten.

Dieser Platz hätte auch der Entlastung des Stadions gedient, das immer nur eingeschränkt im Jahr zu nutzen ist. Die Stadt sollte dabei dem Verein bei den Erschließungskosten, Strom und Wasser zur Seite stehen. Zu einer einvernehmlichen Lösung ist es jedoch nicht gekommen.

Dem Verein wurde dann ein Pachtvertrag mit Hemmnissen und Verpflichtungen vorgelegt, den er nicht unterschreiben konnte. Vorgebrachte Änderungs- oder Ergänzungswünsche wurden noch nicht einmal beantwortet. Wir fragen uns, wo bleibt das vor der letzten Kommunalwahl angekündigte „Familienfreundliche Sportgelände“. Hier wäre ein Einstieg möglich gewesen.

Das Rasenspielfeld im Stadion ist auch in diesem Jahr wieder bis mindestens Ende März, ohne Winter gehabt zu haben, nicht bespielbar. Das gilt sowohl für den Jugend- und Seniorenspielbetrieb. Mal sind es Pflegearbeiten am Rasen, dann können keine Linien gezogen werden, die Beregnungsanlage muss just zur Trainings- und Spielzeit laufen oder die Gerätschaften für die Rasenpflege sind defekt. Ein nachhaltiger und auf die Bedürfnisse des Vereins abgestimmter Trainings- und Spielbetrieb auf dem Rasenplatz ist nicht möglich.

Dabei sind es doch gerade die dem Verein VFB Polch angehörigen Bürger der Stadt Polch, die das Stadion nutzen! Dies alles ignoriert die Stadtverwaltung und trotz mehrfacher Gespräche mit der Stadt in den letzten Jahren wurde keine Abhilfe geschaffen.

Der unselige Beschluss, das Rasenspielfeld in einen Kunstrasenplatz umzubauen, wurde, was auch gut ist, nicht umgesetzt. Aber bei diesem Beschluss wurde von den städtischen Gremien bereits erkannt, dass die 25-jährige Rasenspielfläche umfassend aufgearbeitet oder sogar erneuert werden muss. Geschehen ist bisher nichts. Der Rasen bleibt weiterhin nur an wenigen Spiel- und Trainingstagen im Jahr ohne Sperre.

Intakte Sportplätze gehören zu einer guten Infrastruktur

Die Vereine in der Stadt Polch leisten ehrenamtliche Arbeit, die das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde bereichern oder erst möglich machen. Es wird eine unbezahlbare ehrenamtliche Ju-gend-, Erwachsenen- und Seniorenarbeit von Ehrenamtlichen geleistet. Das Ehrenamt wird auch in Polch von den Mitgliedern im Stadtrat und der Stadtverwaltung stets gelobt und herausgestellt. Eine Unterstützung der Vereine, siehe Sportstätten, Vereinsräume etc., gibt es, trotz großer Ankün-digungen aber nicht. Dabei gehören intakte Sportplätze, genügend Hallenkapazitäten, Vereinsräume auch mit sportlichem Charakter ebenso zu einer guten Infrastruktur einer Gemeinde, wenn man sich mit dem Titel „Familienfreundliche Stadt“ auszeichnen will.

Wir als Sportverein wenden uns heute mit diesem offenen Brief an die Öffentlichkeit, weil unsere Gespräche, Eingaben und Vorschläge an die Stadtverwaltung zwar zur Kenntnis genommen werden, sich daraus aber kein konkretes Handeln oder eine Unterstützung ergibt. Vielmehr münden Gespräche und Eingaben in der Frage, was man denn eigentlich wolle.

Wir wissen, dass die Stadt Polch bei ihren Investitionen Prioritäten setzen muss. Daher ist es für uns dringend erforderlich, das die abgespielte Sportplatzdecke auf dem Hartplatz und die Beregnungsanlage dort, noch im laufenden Jahr saniert wird. Danach sollte dann das Rasenspielfeld im Leo-Schönberg-Stadion erneuert werden. Bis das geschehen ist, könnte der Bolzplatz unterhalb des Forums für kleines Geld wieder als Rasenfläche bespielbar gemacht, und das Spielfeld gegen Fremdnutzung, Hunde, Auto- oder Motorradfahrer, lagernde dem Alkohol zugeneigte Jugendliche, abgesichert werden.

Wir hoffen, dass in Zukunft nicht nur dem VfB Polch als Sportverein, sondern besonders den Kin-dern, Jugendlichen und deren Eltern ein offenes Ohr geschenkt wird, und es zur Umsetzung der dringend notwendigen Maßnahmen kommt. Mitarbeit und finanzielle Unterstützung bei der knap-pen Kasse der Stadt wollen wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten gewährleisten.

Dieser offene Brief wurde auf der Sitzung des Gesamtvorstandes am 1.04.2014 einstimmig be-schlossen. Das auch von der Jugendleitung des Vereins.“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
15.04.201412:33 Uhr
Alwin

Eine ähnliche Vorgehensweise habe ich Im Kleegarten mit der Verkehrsberuhigung selbst erlebt. Erst zustimmen und dann Tatsachen anders darstellen. Auch hier ging es primär um das Wohlergehen der Kinder. Vereine sind für uns sehr wichtig. Wenn sich die öffentliche Hand nicht darum ordentlich kümmert, dann tun es "andere"...und das wollen wir bestimmt nicht!

13.04.201408:48 Uhr
Andreas

Kinder wählen leider nicht....die Veranwortlichen der Stadt sollten sich schäm!

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
10 Jahre NoWi
Anzeige Show Alive
10 Jahre NoWi
10 Jahre Nowi
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Imageanzeige Löhr Meckenheim
Anzeige zu Video "Cashback – Geld zurück beim Einkaufen: Was steckt dahinter?"
Imagewerbung
Brunnenfest Bad Breisig
Empfohlene Artikel
Die Kommunalaufsicht hat nun ihren Bericht hinsichtlich der Aufwandsentschädigungen der beiden Beigeordneten vorgestellt.
780

Kruft. In der Ortsgemeinde Kruft wird seit Wochen über die Aufwandsentschädigungen diskutiert, die die Beigeordneten Bernd Schumacher und Sandra Rheindorf-Weber für ihren ehrenamtlichen Einsatz erhalten haben. In dieser Woche wurde hierzu ein Bericht der bei der Kreisverwaltung angesiedelten Kommunalaufsicht vorgestellt. Dieser kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die in Kruft praktizierte Aufgabenteilung zwischen dem Ortsbürgermeister und den beiden Beigeordneten rechtmäßig ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen.Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz
41

Beweidungsprojekt wächst auf fast 30 Hektar

Wasserbüffel erobern neue Flächen in den Thürer Wiesen

Thür. In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen. Damit stehen der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz ab sofort zusätzliche zehn Hektar Feuchtwiesen westlich der L113 als Ökokontofläche zur Verfügung. Insgesamt umfasst die Projektfläche in den Thürer Wiesen nun fast 30 Hektar.

Weiterlesen

Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
30

Stadt Andernach entwickelt innerstädtischen Grünzug ökologisch weiter

500 neue Bäume für die Mayener Hohl

Andernach. Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Entlang des rund 600 Meter langen innerstädtischen historischen Weges standen vor allem zwei Ziele im Fokus: die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Stärkung des gesamten Gehölzbestandes.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
Werksverkauf Anhausen
Anzeige Uhren Vintage
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
Azubispots Bad Neuenahr-Ahrweiler
Stellenanzeige Sachbearbeiter/in
Haus und Gartenparadies
Kirmes in Kripp vom 16. – 19.05.25
Kirmes in Kripp
Brunnenfest Bad Breisig
Brunnenfest Bad Breisig
Brunnenfest in Bad Breisig
Brunnenfest Bad Breisig