Allgemeine Berichte | 14.05.2013

Pfarrsekretärin Tanja Lellmann-Esch im Porträt

Mit Leib und Seele engagiert

Die Pfarrsekretärin Tanja Lellmann-Esch arbeitet gerne in ihrem Beruf.  privat

Münstermaifeld. „Es ist wichtig, als Ansprechpartnerin vor Ort zu sein.“ Das sagt Tanja Lellmann-Esch (42), Pfarrsekretärin in Münstermaifeld, und sie spricht aus Erfahrung: Oft ist sie die Erste, mit der Menschen sprechen, die einen Kontakt zur Kirche suchen.

Seit zehn Jahren arbeitet die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau im Pfarrbüro am Münsterplatz - in einem großen Team: Zwei Pfarrer und ein Diakon im Hauptberuf, zwei Gemeindereferentinnen und drei weitere Pfarrsekretärinnen arbeiten in der Pfarrreingemeinschaft Maifeld mit zwei Standorten und rund 10.200 Katholiken. Als größte Herausforderung sieht Lellmann-Esch es an, „immer auf dem neuesten Stand zu bleiben - die Kommunikation zwischen den Büros muss geregelt werden, damit alle, alle Informationen haben“. Damit das funktioniert, greifen die Pfarrsekretärinnen auf Internet-gestützte Lösungen zurück: Der Pfarrbrief liegt in einer sogenannten Cloud und kann von allen bearbeitet werden, der Kalender wird ebenfalls im Internet geführt.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Mutter von zwei Töchtern ihren Beruf als „an den PC gebunden“ beschreibt. Während ihre Kollegin Marita Liesenfeld, mit der Lellmann-Esch sich die Stelle teilt, sich um die Gremien und die Finanzen kümmert, arbeitet sie vor allem am Pfarrbrief und ist für die verwaltungstechnischen Aufgaben zuständig. In organisatorischer Hinsicht ist Lellmann-Esch ohnehin eine Fachfrau: Seit Oktober 2011 gehört sie zum „Kompetenzteam Pfarrbüro“. In diesem Team arbeiten drei Pfarrsekretärinnen und drei Organisationsberaterinnen; sie bieten Pfarreien eine Beratung, etwa wenn Zusammenlegungen anstehen und ein Zentralbüro errichtet werden soll. Allein 2013 gab es schon fünf Anfragen. In Zweierteams in den jeweiligen Visitationsbezirken sind die Frauen unterwegs und machen Workshoptage vor Ort zu Themen wie Kommunikationswege oder Organisation von Arbeitsabläufen. Dreimal war Lellmann-Esch bislang als Beraterin im Einsatz. „Am Anfang gibt es manchmal Bedenken, aber am Ende hören wir oft von den Teilnehmern: Wir sind einen Schritt weiter gekommen und können gut weitergehen,“ berichtet sie, und man merkt, dass sie sich über diesen Erfolg freut.

Wenn Lellmann-Esch an ihre Anfangszeit als Pfarrsekretärin zurück denkt, fällt ihr auf: „Die Leute sehen Kirche heute anders als vor zehn Jahren.“ Sie hat den Eindruck, dass ihre Arbeit serviceorientierter geworden ist und als Dienstleistung verstanden wird. Das ist für die 42-Jährige kein Problem - sie gibt gerne Auskunft etwa über die Abläufe bei einer Trauung oder erklärt, was das weiße Kleid bei der Taufe bedeutet, „auch wenn das ja eigentlich mehr in das Ressort des Pfarrers fällt“, wie sie lächelnd hinzufügt.

Ein wenig sorgenvoll blickt Lellmann-Esch dennoch in die Zukunft: Seitdem für die Pfarreien in finanzieller Hinsicht die Schlüsselzuweisungen gelten, müsse stärker aufs Geld geschaut werden. Das führe dazu, dass bei Wiederbesetzung von Sekretariatsstellen Arbeitsstunden gekürzt oder Stellen gar nicht besetzt würden. „Das bedrückt mich“, sagt sie, denn angesichts der vielen Termine und Verpflichtungen der Pfarrer und des Pastoralteams sei es wichtig, als Ansprechpartnerin vor Ort zu sein. Diese Sorge kann sie jedoch beim Berufsverband der Pfarrsekretärinnen „abladen“, in dem Lellmann-Esch seit 2003 Mitglied ist. „Die Pfarrsekretärinnen brauchen einen Verband, der ihre Interessen nach außen und innen vertritt“, findet sie. Letztlich überwiege die Freude an der Arbeit, sagt die dunkelhaarige Frau mit der markanten eckigen Brille. Sie erlebe „viel Freude, aber auch Leid“, kein Tag sei wie der andere, und vor allem mag sie den Kontakt mit Menschen: „Ich bin einfach gerne Pfarrsekretärin!“

Allgemeine Information

Im Bistum Trier gibt es über 600 Pfarrsekretärinnen, auch einige Pfarrsekretäre sind darunter. Aktuell gehören 441 Pfarrsekretärinnen dem Berufsverband der Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre (BVPS) im Bistum Trier an. Pfarrsekretärin ist kein Ausbildungsberuf, nach Angaben des Verbands haben die meisten Pfarrsekretärinnen oder Pfarrsekretäre eine Ausbildung im kaufmännischen oder Verwaltungsbereich als Bürokauffrau, Bankkauffrau, Steuerfachgehilfin oder Industriekaufmann. Eine Pfarrsekretärin sollte ein hohes Maß an sozialer Kompetenz mitbringen, Einfühlungsvermögen, Flexibilität, Organisationstalent, Belastbarkeit, Verschwiegenheit, Kontaktfreudigkeit, EDV-Kenntnisse und Teamfähigkeit, heißt es aus dem Verband.

Die Pfarrsekretärin Tanja Lellmann-Esch arbeitet gerne in ihrem Beruf. Foto: privat

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