Frauenchor Ochtendung feierte 40-jähriges Jubiläum
Nach dem attraktiven Freundschaftssingen ruht künftig die Chorarbeit
Ochtendung. Der Ochtendunger Frauenchor wurde 1975 gegründet und 1976 offiziell. Schnell waren aus den 13 Gründerinnen 43 Sängerinnen geworden. Wären alle ehemaligen Sängerinnen noch dabei, so hätten am Tag des 40-jährigen Jubiläums 104 Mädchen und Frauen auf der Bühne gestanden. Weil das aber nicht so war, betrachteten die Gäste das Freundschaftssingen anlässlich des 40-jährigen Bestehens wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie es Kreisbeigeordneter Rolf Schäfer in seinem Grußwort ausdrückte.
Der Chor verlässt die große Chorbühne
Trotz intensiver Bemühungen war kein Nachwuchs zu begeistern und so verlässt der Chor mit dem Ablauf des Freundschaftssingens die große Chorbühne, genauer gesagt mit dem Ende des Frühschoppens am vergangenen Sonntag, bei dem alle Ochtendunger Chöre unter sich feierten und natürlich sangen. Der Abschied fällt zusammen mit dem Ende der Chorarbeit aus privaten Gründen von Chorleiterin Sabine Simon, die der Musik aber als Klavierlehrerin weiterhin verbunden bleibt. Dennoch blickte Elke Ludwig, die von 1976 bis 1991 erste 1. Vorsitzende war und dieses Amt seit 2008 nun als vermutlich letzte bekleidet, in ihrer Begrüßung mit Stolz auf die vergangenen 40 Jahre zurück. Kurz nach der Gründung durch Organist Egon Meurer übernahm die Leitung des Chores für zwölf Jahre Ernst Ellerich. Wie Perlen auf einer Kette erntete der Chor mit ihm bei Wettstreiten alle ersten Preise, alle Dirigentenpreise und einige erste Preise für höchstes Ehrensingen. Für 20 Jahre übernahm Rolf Schorn den Dirigentenstab und errang 1996 mit den Sängerinnen den Titel Meisterchor. In die Zeit mit Rolf Schorn fielen neben vielen anderen die Auftritte bei der Bundesgartenschau in Dortmund und der Landesgartenschau in Bingen. Nach einem kurzen Intermezzo von Irmgard Lerbach übernahm die jetzt scheidende Sabine Simon die Leitung. „Ein gewisses Alter haben die meisten schon“ so Elke Ludwig nach ihrem Rückblick „und bevor wir personellen und wirtschaftlichen Bankrott anmelden müssen, hören wir auf. Der Zeitpunkt nach 40 Jahren ist passend.“ Der Chor wird die Probenarbeit künftig lediglich ruhen lassen, sich aber zunächst nicht auflösen. Zwischen den Gesangsdarbietungen des einheimischen Frauenchores nahm der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes Peter Weiler noch zwei seltene Ehrungen an dessen Sängerinnen vor. Eine goldene Ehrenbrosche für 40-jährige Sangestätigkeit erhielt Margret Geisen und Hiltrud Dingendorf eine silberne für 25 Jahre. Grußworte des Abends sprachen der Beigeordnete Clemens Neises, der Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch wegen eines familiären Todesfalls vertrat, Kreisbeigeordneter Rolf Schäfer in Vertretung des Landrats und Bürgermeister Maximilian Mumm. Übereinstimmend bedauerten die Gastredner den Verlust des langjährigen Kulturträgers und machten als mögliche Erklärung das heutige Überangebot beim Freizeitverhalten aus.
Hoffnung bleibt, dass der Chor irgendwann weiter machen kann
„Gefühlt wird jeden Tag eine neue Freizeitbeschäftigung erfunden“, konstatierte Rolf Schäfer und Bürgermeister Mumm wünschte dem Chor, dass er sich nicht auflösen muss „und irgendwann wieder Menschen kommen, die mitmachen wollen“. Für das sich anschließende Freundschaftssingen standen Sängerinnen und Sänger bereit in Chören aus Monreal, Trimbs, Mülheim-Kärlich, Heimbach-Weis, Brey, Simmern und Polch. Kenntnisreich und charmant moderierte die zuvor geehrte Hiltrud Dingendorf durch diesen Teil des Abends und die musikalische Unterstützung leistete Juppi Müller. Diesen Beitrag leistete beim sonntäglichen Frühschoppen der Musikverein aus Lonnig. Nach den Liedvorträgen gab es noch viele freudige Wiedersehen und Gespräche an der Sektbar, am Buffet oder auf Juppis Tanzfläche.
Ochtendungs Kulturhalle war beim Freundschaftssingen zur 40-Jahr-Feier des heimischen Frauenchores mit befreundeten Sängerinnen und Sängern aus weitem Umkreis gefüllt.
