Allgemeine Berichte | 25.10.2026, 22:10 Uhr

Entdeckertour Rhein Highlights

Stadtführer aus Münstermaifeld erkunden historische Sehenswürdigkeiten in Boppard

Heinz Kähne (Mitte) mit dem Thonet-Stuhl und den Münstermaifelder Stadtführern
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Boppard. Der diesjährige Ausflug führte die Stadtführer aus Münstermaifeld an den Rhein nach Boppard. Dort wurden sie von Heinz Kähne empfangen, einem bekannten Heimathistoriker, Buchautor und langjährigen Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Als ausgewiesener Kenner der Stadtgeschichte war er bestens geeignet, seinen Kolleginnen und Kollegen aus Münstermaifeld das ehemalige „Bodobrica“ mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten näherzubringen.

Im Mittelpunkt des Vormittags standen zwei bedeutende Gotteshäuser der Stadt: die St.-Severus-Basilika und die Karmeliterkirche.

Beim Besuch der St.-Severus-Basilika kamen zahlreiche Parallelen zur Geschichte und Architektur von Münstermaifeld zur Sprache. Auch der ehemalige Papst Franziskus war ein Thema. „Franziskus lernte Deutsch am Rhein“ titelte kürzlich die Rhein-Zeitung. Gemeint war Boppard, wo der spätere Papst eine Zeit lang lebte, Deutsch lernte und vielfältige Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern hatte.

Anschließend ging es in die Karmeliterkirche, die heute als Beerdigungskirche genutzt wird. Besonderes Augenmerk galt den farbenprächtigen und kunstvoll gestalteten Kirchenfenstern und deren Geschichte. Nachdem diese einst abhandengekommen waren, wurden sie in mühevoller Kleinarbeit weltweit gesucht und schließlich dem heutigen Kirchenbesucher in ungewöhnlicher Art und Weise wieder zugänglich gemacht. Eine maßgebliche Rolle bei diesem außergewöhnlichen Projekt spielte Heinz Kähne mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen eines alltäglichen, aber keineswegs gewöhnlichen Möbelstücks: des Stuhls. Die Entwicklung vom individuell gefertigten Einzelstück des Handwerkers bis zum industriell produzierten Serienmöbel wurde dabei anschaulich nachvollzogen. Einen entscheidenden Beitrag zu dieser Entwicklung leistete Michael Thonet, einer der berühmtesten Söhne Boppards.

Besonders bekannt ist der von ihm geprägte Wiener Kaffeehausstuhl, der mit seinem zeitlosen Design und innovativen Herstellungsverfahren Möbelgeschichte schrieb. Der Familie Thonet und ihren Möbeln ist in der ehemaligen Burg, die heute als Museum dient, eine eigene Abteilung gewidmet. Dort erhielten die Münstermaifelder Stadtführer spannende Einblicke in die Geschichte des Möbelbaus und das Wirken der berühmten Unternehmerfamilie.

Der Ausflug nach Boppard erwies sich als rundum gelungener Tag: informativ, kurzweilig, unterhaltsam und geprägt von vielen lebendigen Begegnungen. Dass dabei auch der Humor nicht zu kurz kam, war nicht zuletzt Heinz Kähne zu verdanken, der seine Gäste mit großem Wissen, viel Engagement und einer guten Portion Humor durch seine Heimatstadt führte.

Zum Abschluss bedankten sich die Münstermaifelder Stadtführer für die herzliche Aufnahme und die abwechslungsreiche Führung. Zugleich luden sie Heinz Kähne und seine Kollegen aus Boppard zu einem Gegenbesuch nach Münstermaifeld ein. So soll der freundschaftliche Austausch zwischen den beiden Städten und ihren engagierten Stadtführern auch künftig weiter gepflegt werden

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Heinz Kähne (Mitte) mit dem Thonet-Stuhl und den Münstermaifelder Stadtführern Foto: Gabriele Vogt

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