Das Prinzengarde-Corps hatte zum Wurstessen nach Ochtendung geladen
Traditionelle Veranstaltung mit tollem närrischem Rahmenprogramm
Ochtendung. In den Gründerjahren des Prinzengarde-Corps nach 1953 war das Wurstessen noch ein gemütliches Beisammensein der Aktiven, bei dem es Blut- und Leberwurst gab und auf das man sich alljährlich schon zeitig freute. Allmählich entwickelte sich aus dem kleinen Fest eine immer größer werdende karnevalistische Veranstaltung und die ist aus dem Veranstaltungskalender in Ochtendung schon lange nicht mehr wegzudenken. Wann und warum bei dem Wurstessen irgendwann vor vielen Jahren die Würste gegen ein schmackhaftes Bratengericht mit Krombiere und Salat getauscht wurden, weiß eigentlich niemand mehr so recht. Die Rentnerband als einer der vielen Höhepunkte des Rahmenprogramms charakterisierte das Essen in etwa so: Gut kochen zu können sei schon allein eine Kunst, aber für knapp 300 Besucher in der Ochtendunger Kulturhalle gut zu kochen und das Essen dann auch noch heiß auf alle Tische zu bringen, sei etwas ganz Besonderes. Und das ist den Gardistinnen und Gardisten vollauf gelungen. In knapp einer Stunde hatte man alle Gäste mit reichlich gutem Essen versorgt, ihnen ausreichend Zeit gegeben statt zu werden und die Überbleibsel sowie das Geschirr wieder vollständig abgeräumt, um sofort wieder für die vielfältigen Bedürfnisse der Gäste ständig in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stehen. An dem Essen aus etwa 115 Kilogramm Fleisch, 125 Kilogramm Kartoffeln, 60 Liter Soße und 50 Salatköpfen hatte auch schon der Ochtendunger Prinz Jüpp teilgenommen und seine liebliche Prinzessin Anja sowie der gewichtige Kanzler und der ganze Hofstaat.
Einmarsch!
Den Einmarsch der Tollität, der dabei an diesem Tag aus verständlichen Gründen auf seine Garde verzichten musste, hatten die musikalischen Strolche rechtzeitig vor dem Essen arrangiert und die zahlreichen Gäste hatten sich dafür mit viel Maju bedankt. Bei seinen begrüßenden Worten konnte der vorsitzende Gardist Wolfgang Schmitz unter den vielen Gästen auch wieder Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch begrüßen, den Ehrenbürger Franz Schmitz sowie den neuen Ehrenrentner und letztjährigen Prinzen Günter Pinetzki. Etwas später auch Bürgermeister Maximilian Mumm.
Bunt gemischtes Programm
Gut gelaunt und routiniert führte Stefan Bertram durch ein bunt gemischtes Programm aus Tanz, Büttenrede, Gesang und Musik und wurde dabei durch den Kerbener Dirk Drexler musikalisch unterstützt, der den Gardisten schon seit einigen Jahren treu ist. Den Auftakt bildeten die Roten Funken, die dazu auch schon mal die Fünkchen mit ihren kleinen Tanzmajoren näher an die Bühne herangeführt haben und dabei vom corpseigenen Tanzmariechen Melissa Ahej unterstützt wurden. Der Bühnenumbau für den Auftritt der Rentnerband wurde durch Schunkellieder kurzweilig gestaltet. Als besonderes Bonbon für den Abend bat die Band den im Vorjahr gekürten Ehrenrentner und Träger des „Goldenen Monokels am Bande“ Werner Monreal das bekannte Lied vom Ochtendunger Jung zu singen und darauf folgend vom Ochtendunger Mädchen. Zu diesem uralten Lied waren die originalen Noten lange Zeit verschollen und wurden nur durch einen glücklichen Zufall wieder gefunden. Dem Abend ganz besonders entgegen gefiebert hatten Sven Gensmüller und Jens Pitzen. Die beiden wurden in einer kleinen Zeremonie vom obersten Gardisten und assistiert von Funkenmariechen Melissa endlich offiziell in die Garde aufgenommen. Geehrt wurden sodann Peter Gräf und Thomas Butter. Wolfgang Schmitz überreichte den beiden als sichtbares Zeichen für die langjährige Treue goldene Sterne für die Schulterklappen ihrer Uniform. Peter bekam für zehnjährige Gardezugehörigkeit den ersten und Thomas Butter für schöne 20 Jahre seinen zweiten Stern.
Der Mayener Doktor
Schon im vergangenen Jahr hatte Werner Blasweiler als Mayener Doktor mit seinem Büttenvortrag für mächtig Stimmung in der Kulturhalle gesorgt und auch für so manche Lachsalve. Kein Wunder also, dass der Doktor wieder mit Spannung erwartet wurde und die ersten Lacher ließen auch nicht lange auf sich warten. Der Karnevalist Blasweiler ist seit Jahren dafür bekannt, seine Auftrittshonorare für karitative Zwecke zu stiften. In diesem Jahr soll der kleine Joshua Nick aus Nickenich das Geld bekommen, um mit einer Delfintherapie die Folgen seiner schweren Behinderung zu mildern. Wer Tanzen mag, kann beim DJK in einer ganzen Reihe von Gruppen jeder Altersklasse Spaß daran haben. Wie viel sie davon haben zeigten beim Wurstessen 2015 die „No Limits“.
„So etwas hat Ochtendung noch nicht gesehen“
Neun bezaubernde junge Damen entführten dabei in die Zeit der Goldenen 20er Jahre. Hatten „Die Strolche“ schon zu Beginn des Abends das Prinzenpaar zur Bühne geleitet, so hatten sie für ihre Musik auch noch einen eigenen Auftritt bevor das Männerballett der Prinzengarde für Begeisterung sorgte. Dass sie nicht umsonst mehrmaliger Deutscher Meister und Träger verschiedener Auszeichnungen sind, bewies das Tanz-Corps Blau-Weiss Windhagen, das wie die Prinzengarde ebenfalls 1953 gegründet wurde. „So etwas hat Ochtendung noch nicht gesehen“ war sich Gardevorsitzender Wolfgang Schmitz weitgehend sicher und auch ein wenig stolz über den so gut gelungenen Abschluss des offiziellen Teils des Wurstessens. Obwohl angekündigt, endete der Abend nämlich nicht um 23.59 Uhr sondern gesellig mit Musik und Tanz irgendwann.
Begeisterten Beifall erhielten die Roten Funken, die mit dem Fünkchen- und Tanzmajorennachwuchs sowie Tanzmariechen Melissa Ahej eine tolle Show boten.
Vorjahres-Ehrenrentner Werner Monreal sang mit Begleitung der Rentnerband vom „Ochtendunger Jung“ und auch vom „Ochtendunger Mädchen“.
