Das Powerboat Racing Team aus Löf startet 2016 in der Formel4
Von null auf hundert
Neue Herausforderungen für Motorbootrennfahrer Christian Groß
Löf. Schon in seinen jungen Jahren hat Christian Groß aus Löf sein Interesse am Motorbootrennen entdeckt. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Opa hat er bereits als kleiner Junge die Rennen in Brodenbach gespannt verfolgt. Später schließlich nutzte Christian Groß die Gunst der Stunde um seinen Traum, selbst einmal am Steuer eines Motorbootes zu sitzen, verwirklichen zu können. Am 20. Oktober 2013 konnte er sich seinen lang gehegten Wunsch mit einer Rennbootlizenz erfüllen. Damit war der Grundstein für seinen späteren Weg als Rennbootfahrer gelegt. Zusammen fasste er mit seinem Vater am 11.11.2013 letztlich den Entschluss ein eigenes Rennteam, das „Powerboat Racing Team“ zu gründen. In kürzester Zeit musste das Team zusammengestellt, organisiert und Sponsoren zur Finanzierung aufgetrieben werden. 2014 startete der Newcomer aus Löf dann in seine erste Saison. „Wir haben am Anfang bei null angefangen und wir hatten von nichts Ahnung gehabt!“, erinnert sich Christian Groß an seine Anfänge. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungswerte haben ihm in der Saison 2015 sehr geholfen und so konnte der 24-Jährige in diesem Jahr auch schon einige Erfolge verbuchen. Der zweite Platz beim Tohatsu Jugendpokal und einen zweiten Platz in der Rookie Wertung konnte man im zweiten Jahr einfahren. BLICK aktuell traf den Rennfahrer und seinen Vater und Manager Thomas Groß vor dem letzten Rennen in der Saison. Die Spitze des Powerboat Racing Team blickt zufrieden auf seine zweite Saison beim ADAC Motorboot Cup zurück und möchte in der nächsten Rennsaison noch einen draufsetzen. Das Vater-Sohn-Gespann hat für 2016 einen Aufstieg in die Formel 4 der ADAC Motorboot Masters geplant. Nach dem letzten Rennen in Düren, in dem Christian Groß den 4. Platz in der Gesamtwertung erreichte, ist das Formel 5-Boot Geschichte. Dieses wurde beim ADAC Hessen/Thüringen gemietet und wird durch ein eigenes gekauftes Motorboot ersetzt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hat der Nachfolger dann einen 60PS starken Motor und damit doppelt so viel wie bisher. Doch die neue Klasse stellt den Rennfahrer und sein Team auch vor allerhand Herausforderungen. Als früher in den meistens Fällen 7 Boote gleichzeitig an den Start gingen, sind es zukünftig weit mehr als das doppelte. Doch die sportlichen Herausforderungen sind nur die eine Seite der Medaille. Um im nächsten Jahr bei mindestens sieben Rennen in Deutschland antreten zu können, muss vor allem die Finanzierung gesichert sein. Rund 20.000 Euro verschlingt eine Rennsaison, die durch Sponsoren, Preisgelder und Eigenkapital abgedeckt werden müssen. Um die Attraktivität für Unterstützter zu steigern geht das Team von Anfang an neue Wege. Die Boote des Teams wurden nicht nur entsprechend gestaltet und beklebt, sondern auch auf Messen oder in Hotels ausgestellt. Das Powerboat Racing Team beteiligte sich sogar bei einer Ausstellung des ADAC Mittelrhein am Deutschen Eck anlässlich der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ und als besonderes Highlight präsentierte man das Rennboot als einziges Boot bei der Essen Motorshow. Das breite Spektrum im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig, da man auf die Sponsoren angewiesen ist. Ein kleiner Schaden nach einem Rennen ist zwar durch die in Eigenregie durchgeführten Arbeiten noch recht preiswert zu beseitigen, doch auch die anfallenden Kosten betragen danach immerhin noch stolze 1200 Euro, weiß Teammanager Thomas Groß zu berichten. Bisher stehen die Zeichen für die nächste Saison auf Grün. Christian Groß freut sich jedenfalls schon riesig darauf, sich endlich wieder hinter das Lenkrad seines neuen Bootes setzen zu können. Der sportliche Wettbewerb auf der einen und der Spaß und der Adrenalinkick auf der anderen Seite, machen den großen Reiz dieses außergewöhnlichen Hobbys für Christian Groß aus. „Jede Runde ist anders und man muss schauen, dass man nicht in das aufgewirbelte Wasser des vor einem fahrenden fährt. Wenn eine Windböe kommt, muss diese ausgeglichen werden, damit man sich nicht überschlägt. Es macht einfach Spaß diese Dinge auszugleichen und zu beheben. Alleine schon am Start dann mit bis zu 10 Booten auf die erste Kurve zuzufahren und dieser Adrenalinkick und der Spaß, das kann man kaum beschreiben.“ Auch nach seinem Aufstieg in die Formel 4 bleibt das Motorbootfahren weiterhin ein Hobby für den Rennfahrer, aber wie er sagt: „Ein Hobby mit Disziplin.“ -CF-
Im nächsten Jahr startet der Motorbootrennfahrer aus Löf in einem neuen Formel-4 Rennboot. Foto: privat
Bald muss der leidenschaftliche Rennfahrer sich von seinem bisherigen Boot verabschieden, dass ihn eine lange Zeit begleitet hat.
