„Villa Toscana“ in Kottenheim bietet ab Dezember eine besondere Veranstaltung an
Beim Tanzen die Schmerzen vergessen
Kottenheim. „Wenn demente Bewohner vertraute Musik hören, weckt das Erinnerungen. Die Menschen fühlen sich in frühere Zeiten versetzt und können beim Tanzen ihre Schmerzen vergessen“, begründet Ellen Schäfer, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums „Villa Toscana“ in Kottenheim, warum ab Dezember ein Tanzcafé für die Bewohner und für Gäste aus nah und fern eingerichtet wird. Im vergangenen Jahr kam Schäfer und ihrer Mitarbeiterin Claudia May bei einer Veranstaltung des „Netzwerks Demenz“ im Café au Lay“ in Mendig die Idee, so etwas auch im eigenen Haus anzubieten. „Wir haben gemerkt, dass eine solche Veranstaltung den Menschen ganz einfach Spaß macht. Wir haben die Sache nun weitergesponnen“, verdeutlicht die 47-jährige Mayenerin. „Unsere Bewohner begeben sich gefühlsmäßig in eine andere Welt und spüren das damals Erlebte. Mit diesem Aha-Erlebnis können wir auch die Bewegungsabläufe fördern.“ Am Samstag, 5. Dezember, von 15 bis 17 Uhr hat der Musik-Geragoge Heiko Schiller aus Koblenz mit seiner Gitarre und seinem Akkordeon Schlager von den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis heute in seinem Repertoire. Bei Kaffee und Kuchen können die Gäste einige vergnügliche Stunden im Seniorenzentrum verbringen, ein Gläschen Sekt darf auch nicht fehlen. Die obligatorischen Tanzkärtchen sollen die Bewohner ebenfalls in vergangene Zeiten entführen. Nach fünf teilnahmen gibt es eine kleine Überraschung, die genauen Termine für Januar, Februar, März und April stehen allerdings noch nicht fest. „Zuerst wollen wir positive Gefühle wecken und die Ressourcen feststellen“, so Schäfer. „Danach müssen wir unsere Pläne mit dem Terminkalender des Musik-Therapeuten abstimmen. Unsere Caféteria bietet jedenfalls eine optimale Akustik..“ 41 Menschen leben fest in der „Villa Toscana“, es gesellen sich noch 18 Tagesgäste hinzu. Schäfer, eine gelernte Altenpflegerin, arbeitet seit 17 Jahren im Haus und leitet die Einrichtung nun bereits im neunten Jahr. „Neben der Pflege steht natürlich die Betreuung im Vordergrund“, lobt Schäfer die Vorzüge des Seniorenzentrums „Wir wollen allen eine entsprechende Lebensqualität auch im hohen Alter bieten.“ Träger der „Villa Toscana“ ist die „projekt 3 gGmbH“ aus Mayen, als Geschäftsführer fungiert Uwe Berens. Außer in Kottenheim gibt es in Rheinland-Pfalz zwei weitere Einrichtungen, und zwar „Am Buttermarkt“ in Adenau und „Ausonius“ in Oberfell. Sieben weitere Seniorenzentren sind in Sachsen-Anhalt vorhanden, insgesamt 400 Mitarbeiter sind für das Wohl der Bewohner verantwortlich. In Kottenheim kümmern sich 45 Mitarbeiter rund um die Uhr um die Menschen. „Wir sind zwar nur ein kleines Haus“, gibt Schäfer zu, „Aber proportional verfügen wir über viele Mitarbeiter, die alles dafür tun, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden.“ Dazu zählen selbstverständlich die Ehrenamtler: Seit vielen Jahren kommt Helga Hoffmann einmal in der Woche zur Vorlesestunde, seit 17 Jahren ist Renate Sundermeyer für „Bewegung im Alter“ verantwortlich. Hermann Stein und Karl-Heinz Lung kommen häufig vorbei und sorgen mit Keyboard und Gesangsstücken für gute Laune. „Sie transportieren die Bewohner in frühere Zeiten“, freut sich Schäfer über die Unterstützung. „Das wird auch am 5. Dezember unser Ziel sein.“ Anmeldungen werden unter Tel. (0 26 51) 4 09 00 entgegengenommen.
Die Einrichtungsleiterin Ellen Schäfer im persönlichen Gespräch mit zwei Bewohnerinnen.
