Ferienbetreuung in Mayen
Buntes Treiben in der Kinderspielstadt Genovevia
aus Mayen
Ferienbetreuung des Stadtjugendamts Mayen startet neues Konzept in den Herbstferien
Mayen. Die Auslage des Kaufladens im Straßencafé „Cafégang“ ist prall gefüllt. Glückskekse aus Moosgummi sind dort zu erwerben, liebevoll gestaltete Armbänder und Schlüsselanhänger, aber auch in mühevoller Handarbeit hergestellte Holzspielzeuge.
Neugierig verschaffen sich die Kinder einen Überblick über das Angebot. Ob sie ihre hart verdienten Genovevia-Taler für ein „Vier gewinnt“-Spiel ausgeben wollen oder doch lieber für eine selbstgemachte Waffel mit einem schmackhaften Kinder-Cappuccino?
Die Mitarbeiter:innen des Straßencafés sind jedenfalls fleißig am Backen und Servieren, während die Reporter der lokalen „Genovevia-News“ mit Notizblock und Fotokamera anrücken, um über die neuesten Entwicklungen in Genovevia zu berichten.
Genovevia – das ist der Name der Kinderspielstadt, in die sich das Mayener Jugendhaus in der ersten Herbstferienwoche verwandelt hat. 36 Kinder haben dort an der Ferienbetreuung des Mayener Stadtjugendamts teilgenommen. Spielerisch und kindgerecht konnten sie erleben, wie das mit dem Arbeiten und Geldverdienen funktioniert, welche Verbindungen und Zusammenhänge eine Stadtgemeinschaft ausmachen und welche Rolle jeder Einzelne darin spielt. Dabei ging es vor allem darum, selbst aktiv zu werden, Verantwortung zu übernehmen und das Zusammenleben in einer eigenen kleinen Stadt mitzugestalten. Der Lerneffekt und die Freude am gemeinsamen Tun gingen dabei Hand in Hand.
Das Team des Stadtjugendamts hatte dafür eine Auswahl an sogenannten Betrieben vorbereitet, die in den zahlreichen Funktionsräumen des Jugendhauses ihre Standorte hatten. Nachdem die Kinder im Einwohnermeldeamt ihren Genovevia-Ausweis erhalten hatten, konnten sie sich für unterschiedliche Tätigkeiten entscheiden und ihren Arbeitsalltag für die Woche selbst mitgestalten.
Kreativ ging es zu in Kunstwerkstatt und Schmuckatelier, handfest-handwerklich in der Schreinerei, während die Kinder im Straßencafé für Snacks zwischendurch und den Betrieb des Kaufladens zuständig waren. Eine eigene Kinderzeitung wurde ebenfalls gegründet, ebenso wie ein Sportverein und eine Tanzschule. Nicht zuletzt gab es auch ein Küchenteam, das in den Räumlichkeiten der ehemali-gen Familienbildungsstätte in der Bäckerstraße bei der Zubereitung des Mittagessens für die zahlreichen Bürger mithalf. Für jeden Arbeitstag erhielten die Kinder einen Lohn von 15 Genovevia-Talern. Ob sie diesen direkt im Kaufladen oder Straßencafé ausgaben oder lieber für eine größere Anschaffung sparten, blieb ganz ihnen selbst überlassen.
Schnell hatten sich die Kinder und Erwachsenen in das Konzept eingefunden. Schon bald entwickelte sich ein reger Handel zwischen den Betrieben, es entstanden Kooperationen und gegenseitige Aufträge. So wurden beispielsweise in der Schreinerei gefertigte Holzarbeiten in der Kunstwerkstatt gestaltet und anschließend im Kaufladen zum Verkauf angeboten. Die Kinder konnten dabei nicht nur eigene Ideen verwirklichen, sondern auch erleben, wie wichtig Zusammenarbeit, Absprachen und gegenseitige Unterstützung für das Funktionieren einer Gemeinschaft sind.
Doch auch in Genovevia bestand der Alltag nicht nur aus Arbeit. Bei einem gemeinsamen Betriebsausflug ins Trampolino nach Andernach konnten sich die jungen Bürgerinnen und Bürger nach Herzenslust austoben. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Corso Kino, das eigens für die Ferienbetreuung erneut seine Türen öffnete und den Kindern eine ganz besondere Kinovorstellung ermöglichte. Dafür gilt dem Corso Kino ein herzliches Dankeschön. Neben dem geschäftigen Treiben in den Betrieben blieb somit ausreichend Gelegenheit für Spiel, Spaß und gemeinsame Erlebnisse. Dementsprechend viel Freude hatten die Kinder in dieser etwas anderen Ferienbetreuung – denn genau dafür sind Ferien ja schließlich auch da.
Das Team der Stadtjugendpflege hat mit Genovevia erstmals eine eigene Version des Kinderspielstadt-Konzepts gestaltet und durchgeführt, das mit dem AWO-Schengelheim bereits seit vielen Jahren in der Nachbarstadt Koblenz erfolgreich umgesetzt wird.
Unterstützt wurde die Ferienbetreuung durch eine Bezuschussung der Kreissparkasse Mayen sowie durch die Förderung im Rahmen der Ferienbetreuungsmaßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz. Diese Unterstützung trug dazu bei, den Kindern eine abwechslungsreiche und erlebnisreiche Ferienwoche zu ermöglichen.
Für die Mayener Familien stellt die familienergänzende Ferienbetreuung eine große Entlastung dar. Schon 2027 wird diese im Umfang deutlich wachsen, um dem steigenden Bedarf und dem gesetzlichen Anspruch der Familien gerecht zu werden. Genovevia, so viel ist sicher, wird also schon bald weiterwachsen und gedeihen. In den Sommerferien 2027 wird die Kinderspielstadt das nächste Mal ihre Tore öffnen und dann eine noch größere Zahl neuer Bürgerinnen und Bürger willkommen heißen.
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Die Kinder genossen ihre Zeit in Genovevia Foto: Jonas Kern