Allgemeine Berichte | 07.06.2014

Mayen kennenlernen:

Die Clemenskirche

Mayens schönste Ecken stellen sich vor: Beliebte Sehenswürdigkeiten, geschichtsträchtige Einrichtungen und weniger bekannte, aber ebenso reizvolle Örtlichkeiten. In dieser Woche: St. Clemens-Kirche!

Innenansicht der Clemenskirche. Stadt Mayen

Mayen. Die Clemenskirche ist das „alte“ Wahrzeichen von Mayen. Diese Bedeutung hat die Kirche zurecht! Sie ist der wohl wichtigste Kristallisationskern, aus dem das heutige Mayen entstand.

Schon um das Jahr 600 stand hier eine kleine christliche Holzkirche inmitten eines Gräberfeldes. Eine Reihe weiterer Kirchenbauten sollten folgen. Als im Jahre 1296 St. Clemens erstmals als Pfarrkirche auch schriftlich erwähnt wird, war aus dem kleinen Kirchlein ein im romanischen Stil errichteter, basilikaler Bau entstanden. Von dieser Kirche existiert noch der Kirchturm, der als Südwestturm in die heutige Kirchenanlage eingebunden ist; diesen Turm nennen die Mayener bis auf den Tag liebevoll „Eulenturm“.

Die städtebauliche Entwicklung Mayens zur Stadt brachte auch für St. Clemens eine Reihe von tiefgreifenden Veränderungen. 1326, kurz nach der Fertigstellung der Stadtmauer, wurden im Westen der Kirche für das Augustiner Chorherrenstift aus Lonnig Klosterbauten mit einem Kreuzgang errichtet. Herr dieser dynamischen Entwicklung war Erzbischof Balduin (1307-1354). Noch während seiner Regierungszeit wird an St. Clemens mit dem Bau einer völlig neuen Kirche begonnen. In einer langen Bauzeit, die immer wieder unterbrochen wurde, entstand bis etwa 1430 ein für die damalige Zeit hoch modernes Bauwerk. Sie war damals die erste, voll ausgebildete, gotische Hallenkirche am Mittelrhein.

Die lange Bauzeit gab auch Stoff für eine Sage. Wegen des schleppenden Baufortgangs hatte man den Teufel zur Mitarbeit gewinnen können, weil er glaubte, er baue an einem Wirtshaus mit. Als er sah, dass die Mayener ihn getäuscht hatten und ein Gotteshaus vor ihm stand, versuchte er den Turm zu brechen; aber St. Clemens hinderte ihn daran. So reichte seine Kraft nur zur schiefen Drehung. Fachleute führen die gewundene, schiefe Form freilich auf einen Konstruktionsfehler zurück. Wind und Wetter ausgesetzt, geriet die Turmspitze schließlich 1,7 Meter aus dem Lot.

Was Jahrhunderte lang überdauerte, wurde schließlich ein Opfer des Infernos im Zweiten Weltkrieg: im Dezember 1944 wurden Kirche und Turm in Schutt und Asche gelegt. Aber schon bald nach dem Krieg, 1946, begann man mit dem Wiederaufbau in alten Formen. Als vorläufig letzter Abschnitt wurde 1953 auch der „Schiefe Turm“ wieder errichtet. Von 1973 bis 1976 wurden nochmals umfangreiche Restaurierungen an der Fassade und im Innenraum durchgeführt.

Auch außerhalb der Gottesdienste ist St. Clemens ein Ort von großer spiritueller Kraft. Dazu trägt die Ausstattung des Raumes mit Bildern und Plastiken bei; zu nennen sind die von Georg Meistermann geschaffenen Glasfenster, die durch ihre wohlüberlegte Lichtführung die Atmosphäre des Innenraumes bestimmen. Speziell die Chorfenster bilden mit dem Circumpendium des Altars von Ulrich Henn und dem Triptychon von Jakob Schwarzkopf eine Einheit von hoher, religiöser Aussagekraft. Von dem Bildhauer Heinrich Alken stammen sechs überlebensgroßen Heiligenfiguren aus der Zeit um 1800, die den Gemeinderaum umsäumen.

Möchten Sie mehr über die Clemenskirche mit ihrem schiefen Turm erfahren? Der Stadtrundgang „Auf kirchlichen Spuren“ bringt Ihnen die Geschichten der Mayener Kirchen näher.

Pressemitteilung der

Stadtverwaltung Mayen

Innenansicht der Clemenskirche. Foto: Stadt Mayen

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
Blumen Meyer Neueröffnung
Kirmes Löhndorf
Kirmes Löhndorf
Löhndorfer Kirmes
Werbeplan 2026
Titelanzeige
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
6

Leserbrief zu „HeimatCheck: Kempenich: Fahrradweg bleibt vorerst Wunschdenken“

Leserbrief zur L83: Miserabel und gefährlich

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Ein Blütenfest ohne den Kuchenstand der Landfrauen? Unvorstellbar! Fotos: DU
2

16. Meckenheimer Blütenfest ging bei besten Bedingungen über die Bühne

Vielfältiges Programm zog zahlreiche Gäste an

Meckenheim. Standesgemäß mit Blütenkönigin Antonia Augenstein, Bürgermeister Sven Schnieber und jede Menge Publikum ging am vergangenen Sonntag die 16. Auflage des Meckenheimer Blütenfest an den Start. Der Topos „an den Start“ passt und passte perfekt zum Blütenfest, denn dieser besondere Event ist immer auch ein Highlight für Radfahrerinnen- und Radfahrer, die heuer auf einer 14,5 Kilometer langen...

Weiterlesen

Von links: Der neue Geschäftsführer der Bürgerstiftung Andernach, Daniel Roters, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Andernach, Christian Greiner.Foto: : Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
9

Andernach. Auch in diesem Jahr vergibt die Bürgerstiftung Andernach erneut Stipendien an Studierende. Mit dieser Initiative kommt die Stiftung dem Wunsch eines großzügigen Spenderehepaares aus Andernach nach und unterstützt junge Menschen, die sich ein Studium ohne finanzielle Förderung sonst nur schwer leisten könnten.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Kirmes Polch 2026
Kirmes Polch
Handwerker im Außendienst
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Rund ums Haus
Dachdecker (m/w/d)
Anzeige Uhren Vintage
Praxis an neuem Standort
Kirmes in Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen in Heimersheim
Kooperationsgeschäft