Neues Logo des Landkreises
FDP Mayen-Koblenz kritisiert Verschwendung von Steuergeldern
aus Kirchwald
Mayen-Koblenz. Der Landkreis Mayen-Koblenz hat sein neues Logo und ein neues Corporate Design vorgestellt. Präsentiert wurde der neue Markenauftritt von der Kreisspitze. Aus Sicht der FDP Mayen-Koblenz ist dieses Projekt jedoch ein falsches Signal zur falschen Zeit.
Die Freien Demokraten kritisieren die Ausgaben des Landkreises für das neue Logo und das neue Corporate Design deutlich. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen viele Menschen hart für ihr Geld arbeiten, sich vor Wohlstandsverlust sorgen und ohnehin zu stark belastet werden, sei ein teurer neuer Markenauftritt die falsche Priorität.
Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden für das neue Corporate Design in den Haushaltsjahren 2025/2026 insgesamt 255.000 Euro veranschlagt. Bereits verausgabt wurden 87.695,09 Euro. In diesen Kosten sind die Personalkosten der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung nicht enthalten, da interne Arbeitsstunden laut Kreisverwaltung nicht erfasst wurden. Allein 61.911,06 Euro entfielen auf externe Leistungen für Ausschreibung, Entwicklung, Umsetzungskonzept sowie Gestaltungshandbuch.
„Über 61.000 Euro für eine Marketingagentur sind in der aktuellen Haushaltslage nicht hinnehmbar“, erklärt Ekkehard Raab, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag Mayen-Koblenz. „Gerade jetzt müssen kommunale Haushalte sparen. Jeder Euro Steuergeld muss dort eingesetzt werden, wo er den Menschen konkret nutzt.“
Besonders problematisch ist aus Sicht der FDP, dass durch das neue Logo auch zahlreiche Folgekosten entstehen. Im Zusammenhang mit dem neuen Corporate Design finden sich weitere Ausgabenpositionen, etwa für Druckerzeugnisse, Bauunterhaltungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corporate Design, die Neufolierung von Dienstfahrzeugen, neue Parkkarten sowie die Neuauflage der Marke MYK mit Logo, Merchandise, Corporate Identity und Personal-Marketing. Eine transparente Gesamtsumme dieser Folgekosten sei bislang nicht erkennbar.
„Das ist genau die falsche Prioritätensetzung“, sagt Jonathan Voss, Kreisvorsitzender der FDP Mayen-Koblenz. „Die Menschen im Landkreis erwarten zu Recht, dass ihr Steuergeld verantwortungsvoll eingesetzt wird. Ein neues Logo verbessert weder den Bauzustand unserer Schulen noch die Infrastruktur in unserem Kreis oder die Digitalisierung der Verwaltung.“
Die FDP sieht die politische Verantwortung dafür bei der SPD, die mit Marko Boos den Landrat stellt. Sie muss erklären, warum in der aktuellen Haushaltslage Geld für Logo, Marketing und Folgekosten ausgegeben werde, während eigentlich gespart werden müsse.
„Ein moderner Landkreis entsteht nicht durch neue Logos, neu folierte Dienstwagen oder Merchandise“, so Voss. „Ein moderner Landkreis entsteht durch gute Schulen, intakte Infrastruktur, digitale Verwaltung und einen sparsamen Umgang mit Steuergeld. Gerade im ländlichen Raum wären ein besserer ÖPNV und der Kampf gegen den Hausärztemangel wichtiger als ein neuer Markenauftritt.“