Politik | 20.08.2026

Baumbewässerung in Mayen

FWM: Effektive Bewässerung gefährdeter Jungbäume sicherstellen

Viele Liter Wasser – aber kommt es rechtzeitig beim richtigen Baum an?

Mayen. Die anhaltende Trockenheit stellt die Stadt Mayen und insbesondere die zahlreichen jungen Stadtbäume vor erhebliche Herausforderungen. Die FWM-Fraktion begrüßt den hohen Einsatz des städtischen Betriebshofes bei der Bewässerung. Gleichzeitig fordert sie von der Verwaltung konkrete und nachvollziehbare Auskünfte darüber, wie sichergestellt wird, dass besonders gefährdete Jungbäume rechtzeitig erkannt, kontrolliert und ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Der SWR berichtet über den erheblichen Aufwand, den die Stadt Mayen derzeit für die Bewässerung ihrer Bäume betreibt. Demnach sind in Spitzenzeiten bis zu sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Lastwagen, Wasserfässern und Pumpen im Stadtgebiet unterwegs. Täglich werden zwischen 8.000 und 20.000 Liter Wasser ausgebracht, das überwiegend aus Zisternen stammt. Der damit verbundene Aufwand zeigt, welche logistische Herausforderung die Bewässerung der Bäume unter den derzeitigen Bedingungen darstellt. Die Freien Wähler Mayen (FWM) stellen dabei ausdrücklich nicht die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebshofes infrage. Deren Einsatz verdient nach Auffassung der Fraktion Anerkennung.

Entscheidend ist die Versorgung des einzelnen Baumes

Aus Sicht der Fraktion beantwortet die insgesamt ausgebrachte Wassermenge allein jedoch noch nicht die entscheidende Frage: Kommt das Wasser auch rechtzeitig bei den besonders gefährdeten Bäumen an? „Wenn beispielsweise 20.000 Liter Wasser ausgebracht werden, möchten wir wissen, nach welchem Plan dies geschieht. Welche Bäume werden wann angefahren? In welchen Abständen werden sie kontrolliert? Welche Bäume werden aufgrund ihres Alters, ihres Zustands oder ihres Standortes besonders priorisiert?“, fragt FWM-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Schönberg. Die Fraktion hält es deshalb für erforderlich, transparent darzustellen, wie viele Jungbäume im Stadtgebiet aktuell als besonders gefährdet beziehungsweise prioritär zu bewässern eingestuft sind und nach welchen Kriterien diese Einstufung erfolgt. Baumart, Alter, Bodenverhältnisse und Standort können erheblichen Einfluss auf den Wasserbedarf haben. Nicht jeder Baum ist gleichermaßen von Trockenheit betroffen. Umso wichtiger ist aus Sicht der FWM eine gezielte Kontrolle der Bäume, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht.

Konkrete Hinweise aus der Bürgerschaft

Die Frage nach der praktischen Umsetzung stellt sich auch aufgrund von Hinweisen aus der Bürgerschaft. Die FWM-Fraktion wurde von Bürgerinnen und Bürgern darauf aufmerksam gemacht, dass an verschiedenen Jungbäumen Bewässerungssäcke über einen längeren Zeitraum leer gewesen sein sollen. Der Fraktion liegen hierzu Fotodokumentationen vor. Auf den Aufnahmen sind erst vor wenigen Jahren gepflanzte Jungbäume zu sehen, die zum jeweiligen Aufnahmezeitpunkt deutliche Schäden aufweisen. Teilweise sind leere Bewässerungssäcke zu sehen, teilweise fehlt ein solcher Sack vollständig. Die FWM betont ausdrücklich, dass aus den Aufnahmen keine Aussage über die Ursache des jeweiligen Baumzustands abgeleitet werden soll. Die Fotos dokumentieren lediglich die Situation zum Zeitpunkt der Aufnahme. Aus Sicht der Fraktion stellt sich deshalb die Frage, wie solche Situationen im städtischen Kontrollsystem erkannt werden und wie schnell darauf reagiert wird.

FWM fordert konkrete Antworten der Verwaltung

Die FWM hatte die Verwaltung bereits um konkrete Auskünfte zur Bewässerung der Jungbäume gebeten. Aus Sicht der Fraktion wurde bislang jedoch nicht hinreichend konkret dargestellt, wie die Abläufe im täglichen Betrieb organisiert werden. Deshalb hat sie den Oberbürgermeister erneut gebeten, die bereits gestellten Fragen konkret zu beantworten. Insbesondere soll dargestellt werden, wie viele besonders gefährdete Jungbäume aktuell erfasst sind, nach welchen Kriterien diese Bäume priorisiert werden, in welchen Intervallen Kontrollen und Bewässerungen erfolgen und wie kurzfristig reagiert wird, wenn ein Bewässerungssack leer ist. „Entscheidend ist für uns nicht allein der aktuelle Zustand der Bäume und auch nicht nur die insgesamt ausgebrachte Wassermenge. Entscheidend ist, ob die Stadt über ein belastbares System verfügt, mit dem gefährdete Jungbäume erkannt, priorisiert, ausreichend bewässert und die Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert werden“, so Schönberg.

Die FWM-Fraktion wird das Thema deshalb weiter begleiten und auf konkrete Antworten der Verwaltung drängen. „Schließlich ist ein neu gepflanzter Baum eine Investition in die Zukunft unserer Stadt. Wenn wir diese Investition tätigen, müssen wir auch sicherstellen, dass die notwendigen Pflegemaßnahmen nachvollziehbar organisiert sind. Viele tausend Liter Wasser sind beeindruckend – entscheidend ist aber, ob das Wasser rechtzeitig beim richtigen Baum ankommt“, so der FWM-Fraktionsvorsitzende abschließend.

Pressemitteilung FWM: 19.08.2026

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Viele Liter Wasser – aber kommt es rechtzeitig beim richtigen Baum an? Foto: Hans-Georg Schönberg

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