Politik | 20.04.2026

Stadtrat prägt Mayens Zukunft

FWM: Erste Stadtratssitzung 2024 in Mayen: Wohnungsbau, Ehrungen und Straßenbeitrag im Fokus

Hans-Georg Schönberg: Die Verwaltungsspitze ist nun verpflichtet, eine vollständige und nachvollziehbare Kostenübersicht vorzulegen und Einnahmen sowie Ausgaben des WKB-Systems transparent darzustellen.

Mayen. Erfreulich war zu Beginn, dass die Einwohnerfragestunde endlich wieder aktiv genutzt wurde. Neben zahlreichen Verwaltungsmitteilungen, Bau- und Vergabeangelegenheiten sowie Vorlagen zu Innenstadtimpulsen, interkommunaler Zusammenarbeit im Bereich KI und der Anschaffung mobiler Zufahrtsschutzsysteme standen vor allem drei Themen im Mittelpunkt der Sitzung.

Wohnungsbau: Wichtiger Schritt für Mayen

Ein wichtiger Schritt für Mayen ist die geplante Schaffung neuen, dringend benötigten Wohnraums. Im Kottenheimer Weg sollen durch einen Investor insgesamt 130 Wohnungen entstehen, davon 100 im geförderten Wohnungsbau. Vorgesehen sind sechs Gebäude mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen: 10 Einzimmerwohnungen (ca. 50 m²), 30 Zweizimmerwohnungen (ca. 60 m²), 35 Dreizimmerwohnungen (ca. 80 m²) und 25 Vierzimmerwohnungen (ca. 90 m²).

Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen – darunter Rentner, Auszubildende, Studierende, Familien und Alleinerziehende. Ziel ist bezahlbarer und gleichzeitig attraktiver Wohnraum. Die FWM bewertet dieses Vorhaben als wichtigen und zukunftsweisenden Schritt – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die zukünftige Ausrichtung des städtischen Wohnungsbestandes. Der Stadtrat stimmte der gesetzlich erforderlichen Bedarfsbestätigung einstimmig zu. Überschattet wurde die Diskussion allerdings durch eine unangemessene und diskriminierende Äußerung des FDP-Fraktionsvorsitzenden E. Raab, der vor der Entstehung eines „sozialen Brennpunktes“ warnte und dabei auf ein ehemaliges Mayener Wohngebiet Bezug nahm. Eine solche Wortwahl ist nicht akzeptabel. Umso wichtiger war es, dass sich die Mehrheit des Rates klar davon distanziert und die Zurückweisung durch das Ratsmitglied W. Treis unterstützt hat.

Ehrungen neu gedacht – mehr Transparenz und Beteiligung

Auf Initiative der FWM wurde gemeinsam mit CDU, Grünen und FDP ein Antrag zur Reform des Verfahrens für städtische Ehrungen eingebracht. Ziel ist mehr Transparenz, mehr Beteiligung und mehr Integrität. Künftig sollen Ehrungen nicht mehr überwiegend auf kommunalpolitisch aktive Personen beschränkt bleiben. Stattdessen soll ein unabhängiges, nicht parteipolitisches Prüfgremium eingerichtet werden, das auch Vorschläge aus der Bürgerschaft einbezieht. Die FWM begrüßt die breite Zustimmung und sieht dem weiteren Ausarbeitungsprozess mit großem Interesse entgegen.

Wiederkehrender Beitrag Straßenbau: Fragen bleiben offen

Ein zentrales Thema der Sitzung war zudem erneut der Wiederkehrende Beitrag Straßenbau (WKB). Die Verwaltung teilte mit, dass der Beitragssatz für 2025 (Abrechnungseinheit 7: Innenstadt) voraussichtlich bei 0,35 € pro Quadratmeter liegen wird – deutlich niedriger als noch im September gegenüber dem Kreis MYK mit 1,50 € pro Quadratmeter angegeben. Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv, wirft aber zugleich Fragen auf.

Die FWM fordert volle Kostentransparenz beim WKB: Vor diesem Hintergrund brachte die FWM einen Antrag ein, nachdem eine zuvor gestellte Anfrage zur Umsetzung des WKB unbeantwortet geblieben war. Ziel war es, endlich vollständige Transparenz über die tatsächlichen Kosten herzustellen. Konkret sollten sämtliche haushaltsrelevanten Ausgaben offengelegt werden – darunter externe Beratungs- und Rechtskosten, interne Verwaltungskosten, Gutachten, IT- und Abrechnungssysteme sowie weitere Aufwendungen. Zudem sollte eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit des Systems erfolgen.

Ablehnungshaltung sorgt für Kritik: Die anschließende Debatte machte deutlich, dass SPD, FDP und Grüne eine Zustimmung vermeiden wollten. Statt die berechtigten Fragen zur Kostenstruktur zu beantworten, wurden ausweichende Argumente vorgebracht. Transparenz und Haushaltskontrolle traten dabei sichtbar in den Hintergrund.

Umso bemerkenswerter war das Abstimmungsverhalten großer Teile der CDU-Fraktion, die den Antrag unterstützten und damit ein klares Signal für Offenheit und Bürgerinformation setzten. Der Antrag wurde schließlich knapp angenommen.

Verwaltung nun zur Offenlegung verpflichtet Damit ist die Verwaltung nun verpflichtet, eine detaillierte Kostenübersicht vorzulegen und Einnahmen sowie Ausgaben des WKB-Systems nachvollziehbar darzustellen.

Der FWM-Fraktionsvorsitzende Schönberg bewertet den Vorgang deutlich: „Wenn ein gesetzlich verbrieftes Auskunftsrecht erst per Mehrheitsbeschluss durchgesetzt werden muss, stimmt etwas Grundsätzliches nicht. Es ist äußerst schwierig, die notwendigen Informationen vom Oberbürgermeister zu erhalten. Das behindert nicht nur die Arbeit des Stadtrates, sondern auch die Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.“

Fazit: Wichtiger Schritt – aber deutlicher Verbesserungsbedarf

Die FWM sieht den Beschluss dennoch als wichtigen Erfolg. Er stärkt die Rechte des Stadtrates, schafft mehr Transparenz und verbessert die Kontrolle bei haushaltsrelevanten Projekten.

Gleichzeitig macht der Vorgang deutlich, dass es in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Rat erheblichen Verbesserungsbedarf gibt. Ein solches Vorgehen darf sich nicht wiederholen

Weitere Themen

Hans-Georg Schönberg: Die Verwaltungsspitze ist nun verpflichtet, eine vollständige und nachvollziehbare Kostenübersicht vorzulegen und Einnahmen sowie Ausgaben des WKB-Systems transparent darzustellen. Foto: Hans-Georg Schönberg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Handwerker im Außendienst
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Anzeige Jaadeporz 2026
Werbeplan 2026
Anzeige Reinigungskraft
Titelanzeige
Maibaumstellen in Heimersheim
Empfohlene Artikel
Im Hofladen des Geflügelhofes in Kürrenberg v.l.n.r.: Sascha Flinsch, Ralf Jünger, Torsten Welling MdL, Hannelore Knabe, Martin Reis
56

Kürrenberg.Der Landtagsabgeordnete Torsten Welling besuchte kürzlich gemeinsam mit Sascha Flinsch (Ortsvorsteher), Hannelore Knabe (CDU-Vorsitzende Kürrenberg) und Martin Reis (CDU-Vorsitzender Mayen) den Geflügelhof Jünger in Kürrenberg. Familie Jünger rund um Ralf Jünger und Elke Jünger-Neuerburg gab der Gruppe einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Bereiche des Familienbetriebs.

Weiterlesen

Weitere Artikel
8

Abgabe bis 15. Mai online über das Programm LEA

Jetzt Anträge zur Agrarförderung einreichen

Region. Bis zum 15. Mai können Landwirtinnen und Landwirte Anträge auf „Agrarförderung 2026“ stellen. Bezuschusst werden Direktzahlungen, Ökoregelungen, gekoppelte Tierprämien, die Ausgleichszulage sowie die Weitergewährung für Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen und des Ökologischen Landbaus. Die Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe erfolgt nach den Regelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Kleinanzeigen
Kirmes Polch 2026
Rund ums Haus Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Suchen Auslieferungsfahrer
Rund ums Haus
Kirmes Polch
Dachdecker (m/w/d)
Handwerkerhaus
Blumen Meyer Neueröffnung
Kirmes Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Anzeige KW 16
Maibaumstellen Heimersheim
Kooperationsgeschäft