Kostenloses Parken für Besucher – 195 Euro für Anwohner?
FWM fordern eine nachvollziehbare Parkraumpolitik statt widersprüchlicher Signale
aus Mayen
Mayen. Die Freien Wähler Mayen (FWM) begrüßen jede Maßnahme, die den Einzelhandel stärkt und die Innenstadt belebt. Wenn die Stadt Besucherinnen und Besuchern kostenloses Parken ermöglicht, muss sie zugleich nachvollziehbar erklären, warum Anwohner eine der höchsten Bewohnerparkgebühren in Deutschland zahlen.
Unterschiedliche Maßstäbe beim Parken
195 Euro pro Jahr kostet ein Bewohnerparkausweis – obwohl viele Bürgerinnen und Bürger mangels privater Stellplätze auf öffentliche Parkflächen angewiesen sind. Gleichzeitig verzichtet die Stadt bewusst auf Parkgebühren, um mehr Besucher in die Innenstadt zu locken.
Für die FWM ist das ein Widerspruch, der einer schlüssigen Begründung bedarf.
Bundesweite Debatte bestätigt Handlungsbedarf
Dass diese Frage inzwischen bundesweit diskutiert wird, zeigte auch der aktuelle ARD-Wirtschaftsbericht „Plusminus“ in seiner TV-Sendung vom 22.07.2026. Der Beitrag machte deutlich, wie unterschiedlich Kommunen ihre Bewohnerparkgebühren ausgestalten und dass höhere Gebühren transparent und nachvollziehbar begründet werden müssen. Für die FWM unterstreicht dies den Bedarf an einer widerspruchsfreien und transparenten Parkraumpolitik auch in Mayen.
„Wenn die Stadt unterschiedliche Maßstäbe für Besucher und Anwohner anlegt, muss sie diese transparent und nachvollziehbar erläutern“, sagt der FWM-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Schönberg. „Entweder ist Parkraum ein knappes und wertvolles Gut – dann müssen auch die hohen Bewohnerparkgebühren überzeugend begründet werden. Oder Parkraum ist ein Instrument zur Förderung der Innenstadt – dann stellt sich die Frage, warum ausgerechnet die Anwohner dauerhaft den größten finanziellen Beitrag leisten müssen.“
Ursprünglich waren sogar 360 Euro geplant
Besonders kritisch sehen die Freien Wähler der FWM, dass die Verwaltung ursprünglich sogar eine Erhöhung auf 360 Euro jährlich vorgeschlagen hatte. Der Stadtrat reduzierte den Betrag nach intensiven Beratungen auf 195 Euro. Die grundsätzliche Frage nach der Bewertungslogik des öffentlichen Parkraums bleibt jedoch unbeantwortet.
Vergleich mit anderen Städten
Ein Blick über Mayen hinaus zeigt, dass diese Gebührenhöhe keineswegs selbstverständlich ist. Selbst Großstädte wie Berlin (20,40 Euro für bis zu zwei Jahre), München (30 Euro pro Jahr), Düsseldorf (25 Euro pro Jahr), Leipzig (30,70 pro Jahr) und Hamburg (70 Euro pro Jahr) verlangen für Bewohnerparkausweise teilweise deutlich geringere Gebühren als Mayen.
„Dass eine Kleinstadt wie Mayen deutlich höhere Gebühren erhebt als viele Großstädte, macht eine transparente Begründung umso wichtiger“, so der FWM-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Schönberg.
FWM fordert eine klare Strategie
Für die FWM geht es deshalb nicht um die Frage, ob zeitweise kostenloses Parken ein sinnvolles Instrument zur Belebung der Innenstadt sein kann. Entscheidend ist vielmehr eine faire und nachvollziehbare Parkraumpolitik.
Wer wiederholt auf Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung verzichtet, um den Handel zu stärken, sollte ebenso offen darüber diskutieren, wie Anwohner entlastet und gleichzeitig nachhaltige Mobilität gefördert werden können. Eine moderne Verkehrspolitik darf nicht einzelne Gruppen gegeneinander ausspielen.
Die Freien Wähler Mayen fordern daher eine grundsätzliche Überprüfung der Parkraumpolitik. Gebühren müssen transparent, nachvollziehbar und gerecht sein. Sie sollten einer klaren, langfristigen Strategie folgen – nicht unterschiedlichen Maßstäben für verschiedene Nutzergruppen.
Pressemitteilung FWM: 23.07.2026
Ein Bewohnerparkbereich in Mayen (Stehbach) Foto: Hans-Georg Schönberg
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Die FWM sieht Erklärungsbedarf bei den unterschiedlichen Maßstäben für Besucher und Anwohner. Foto: Hans-Georg Schönberg