Politik | 03.11.2026, 08:07 Uhr

Burgfestspiele Mayen: Über 200.000 Euro Defizit zusätzlich!

FWM hatte vor dem Finanzmodell gewarnt und fordert umfassende Aufklärung vom Oberbürgermeister

Burgfestspiele Mayen: Kostendeckel beschlossen, Kontrolle ausgeblieben – über 200.000 Euro Defizit zusätzlich!
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Mayen. Die bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Märkte vorgestellte Abschlussbilanz der Burgfestspiele 2026 sorgt für erheblichen Gesprächsbedarf. Das tatsächliche Defizit liegt nach den präsentierten Zahlen mehr als 200.000 Euro über dem ursprünglich geplanten Minus von 594.000 Euro. Für die Freien Wähler Mayen (FWM) ist diese Entwicklung mehr als alarmierend. Besonders kritisch ist, dass die im Stadtrat zugesagten Kontroll- und Informationsmechanismen offenbar nicht funktioniert haben. Die FWM-Fraktion hatte dem Ende 2025 beschlossenen Kostendeckel ausdrücklich nicht zugestimmt. Sieben Mitglieder stimmten gegen die Vorlage. Die damaligen Bedenken waren klar: Ein jährliches Defizit von annähernd 600.000 Euro über vier Jahre festzuschreiben löst die wirtschaftlichen Probleme der Burgfestspiele nicht.

Kostendeckel beschlossen – aber wo blieb die Kontrolle?

Bei der damaligen Stadtratssitzung wurde der Kostendeckel unter anderem mit einer engmaschigen Überwachung der finanziellen Entwicklung begründet. Der zuständige Fachbereichsleiter hatte erklärt, dass die Einhaltung der Vorgaben in enger Abstimmung mit dem Rechnungsprüfungsausschuss überprüft werden könne. Bei drohenden Überschreitungen sollte der Kulturausschuss unverzüglich informiert werden. Auch die Haushaltssicherungskommission sollte aktuelle Zahlen erhalten. Nun liegt das Ergebnis der Spielzeit 2026 vor: Das Defizit überschreitet die ursprüngliche Minus-Planung um mehr als 200.000 Euro. Gleichzeitig steht fest, dass weder der Kulturausschuss noch der Rechnungsprüfungsausschuss über die finanzielle Fehlentwicklung informiert wurden.

Damit stellt sich die entscheidende Frage: Was sind Kontrollmechanismen und politische Zusagen wert, wenn die zuständigen Gremien bei einer solchen finanziellen Entwicklung offenbar nicht rechtzeitig informiert werden? Diese Frage muss sich der Oberbürgermeister gefallen lassen. „Wir haben dem Kostendeckel nicht zugestimmt, weil wir Zweifel daran hatten, dass ein solcher Finanzrahmen allein die wirtschaftlichen Probleme der Burgfestspiele lösen kann. Die zugesagte Kontrolle und frühzeitige Information der politischen Gremien waren wesentliche Bestandteile des Modells. Wenn diese Zusagen nicht eingehalten wurden, muss das umfassend aufgeklärt werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Schönberg dazu für die FWM-Fraktion.

Gab es bereits im Sommer eine Warnung?

Zusätzliche Brisanz erhält die Angelegenheit durch eine Anfrage der FDP an den Oberbürgermeister. Darin wird auf eine mögliche Warnung des Fachbereichs 1 aus dem Juni oder Juli 2026 vor dem drohenden Defizit hingewiesen. Nach Angaben der FDP war diese Information ihrem Fraktionsvertreter und weiteren Fraktionen bislang nicht bekannt. Die FDP hat deshalb die Bereitstellung dieser Warnung für sämtliche Fraktionen sowie die Nachreichung der Abschlusspräsentation angefordert. Für die FWM stellt sich deshalb umso dringlicher die Frage, wann die Verwaltungsspitze von der drohenden finanziellen Fehlentwicklung wusste und weshalb die politischen Gremien offenbar nicht rechtzeitig informiert wurden. Die FWM begrüßt ausdrücklich, dass auch andere Fraktionen eine umfassende Aufklärung einfordern. Es geht nicht um parteipolitische Befindlichkeiten, sondern um Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.

Die Burgfestspiele brauchen eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft!

Kultur ist wichtig, aber sie darf nicht zum unkalkulierbaren finanziellen Risiko für die Stadt werden. Angesichts der angespannten Haushaltslage müssen auch bei den Burgfestspielen klare finanzielle Grenzen gelten. „Wir stehen zu den Burgfestspielen, aber unsere Unterstützung ist nicht bedingungs- und grenzenlos. Dauerhaft extrem hohe Defizite können wir uns nicht leisten. Wenn das Minus rund 800.000 Euro beträgt und die politischen Gremien offenbar nicht rechtzeitig informiert wurden, muss auch das bisherige Konzept grundsätzlich hinterfragt werden. Wir sind den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet – nicht dazu, immer höhere Defizite einfach hinzunehmen“, betont Michael Helsper, der stellvertretende FWM-Fraktionsvorsitzende im Mayener Rat.

FWM fordert vollständige Aufklärung und Konsequenzen

Die FWM fordert die unverzügliche Bereitstellung der vollständigen Abschlusspräsentation sowie sämtlicher Unterlagen zur finanziellen Entwicklung der Spielzeit 2026. Dazu gehört insbesondere auch die angesprochene Warnung des Fachbereichs 1 aus dem Sommer. „Jetzt müssen die Verantwortlichen Farbe bekennen. Wer die Burgfestspiele führt und für ihre wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich ist, muss sich auch an den Ergebnissen messen lassen. Es kann nicht sein, dass sich ein Defizit immer weiter erhöht, zugesagte Kontrollen offenbar nicht greifen und die politischen Gremien nicht rechtzeitig informiert werden. Wer eine solche Entwicklung zu verantworten hat, muss sich auch der Frage stellen, ob er noch der Richtige ist, die Burgfestspiele in eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft zu führen. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die finanzielle Grundlage der Burgfestspiele immer weiter gefährdet wird. Es geht um viel Geld der Bürgerinnen und Bürger – und damit um eine Verantwortung, der sich niemand entziehen darf“, erklärt der FWM-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Schönberg abschließend.

Pressemitteilung FWM: 01.11.2026

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Burgfestspiele Mayen: Kostendeckel beschlossen, Kontrolle ausgeblieben – über 200.000 Euro Defizit zusätzlich! Foto: Hans-Georg Schönberg

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