Städtisches Orchester Mayen
Fulminantes Konzert des Städtischen Orchesters Mayen bei den Burgfestspielen
aus Mayen
Mayen. Fulminantes Konzert des Städtischen Orchesters Mayen auf der Burgfestspiel-Bühne
Es war in der Geschichte des Städtischen Orchesters, das nächstes Jahr 75-jähriges Bestehen feiert, das erst Mal, dass es im Rahmen der Mayener Burgfestspiele auf der Bühne stand.
Und dafür hatte er sich einiges vorgenommen: David Rodriguez Toledo, Leiter des Städtischen Orchesters Mayen, wollte dem musikinteressierten Publikum etwas Besonderes bieten und plante für dieses Konzert der ein außergewöhnliches Programm. Am Ende wurde es eine musikalische Reise quer durch Europa: Vom kühlen Norwegen mit der Romanze für Violine und Orchester von Johan Svendsen ging es nach England mit der Streicherserenade von Edward Elgar und einer Arie aus Dido und Aeneas von Henry Purcell, weiter über Deutschland und Österreich mit einem Satz aus Mozarts Klavierkonzert, der Violinromanze von Ludwig van Beethoven und einer Arie aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss (Sohn) über Frankreich mit der Habanera von Georges Bizet aus der Oper Carmen bis ins heiße Spanien und Italien, von Werken des 17. Jahrhunderts bis zum Zauberer von Oz aus dem 20. Jahrhundert.
Das Orchester hatte sich in intensiver Probenarbeit vorbereitet und hat die Herausforderungen des Programms bravourös gemeistert, denn David Rodriguez hat das Orchester seit dem Beginn seiner Tätigkeit vor 2 Jahren personell und musikalisch weit vorangebracht. In der anspruchsvollen Streicherserenade von Edward Elgar etwa zeigten die Streicher ihr dynamisch und klanglich äußerst differenzierte Spiel.
Weitere Höhepunkte des Konzertes waren die Solisten. Carolin Brinkhaus überzeugte als Pianistin einfühlsam mit dem langsamen Satz aus Mozarts Klavierkonzert in C-Dur, KV 467. Für die Solo-Violine konnte Götz Hartmann gewonnen werden, ehemaliger Geiger des Radiosymphonieorchesters Saarbrücken und Mitbegründer des ARTUS-Quartetts, der schon in jungen Jahren mit dem Städtischen Orchester musiziert hat. Er entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer technisch virtuos und klanglich sehr flexibel mit der F-Dur Romanze von Beethoven und der Romanze op. 26 von Svendsen in zwei völlig unterschiedliche Welten.
Die Mezzosopranistin Amira Elmadfa, im In- und Ausland tätig (Deutsche Oper Berlin, Staatsopern Berlin, Braunschweig, Darmstadt, Nürnberg, Theater Altenburg, Preisträgerin des Wettbewerbs DAS LIED, Konzerthäuser in Österreich, der Schweiz, Spanien und Dänemark), begeisterte das Publikum mit ihren Arien, in denen sie die große Palette der menschlichen Emotionen präsentierte, vom Lamento aus Dido und Aeneas, als stolze Carmen mit der Habanera, dramatische Santuzza aus der Cavalleria rusticana, spöttischer Graf Orlofsky aus der Fledermaus und feurige Luisa aus den Carceleras von Ruperto Chapi und nicht zuletzt zum Dahinschmelzen bei „Somewhere over the Rainbow“.
Extra erwähnt werden darf Susanne Bleidt, die wieder in gewohnter Weise mit klugen Worten das Konzert moderierte – mal witzig und mal ernst – und so zu den einzelnen Stücken eine äußerst informative Einführung gab.
Die Arbeit hat sich gelohnt. Es war ein wunderbarer Konzertabend vor einzigartiger Kulisse, der sowohl dem Publikum als auch den Mitwirkenden große Freude bereitet hat. Sogar das Wetter hat mitgespielt, wenn auch die Windböen die Musikerinnen und Musiker vor einige Herausforderungen gestellt haben.