Produzenten von Ostereiern sind auch zu Eigenkontrollen verpflichtet
Genuss trotz schwarzer Schafe
Kreis MYK. Die Ostertage stehen vor der Tür, doch kann man guten Gewissens und mit Genuss Eier essen? Ein klares Ja sagt die Lebensmittelüberwachung im Kreishaus dazu. Kreisveterinär Dr. Rudolf Schneider erklärt bei dem Besuch eines großen Eierproduzenten, worauf es ankommt. Im Geflügelhof Andres in Mendig läuft die Ostereier-Produktion auf Hochtouren. 10.000 gefärbte Eier laufen hier vom Band. Pro Stunde. Am Tag sind es 180.000. Die Gewichtsklassen der Eier, die eingesetzt werden, sind S und M, das heißt, sie sind 48 bis 63 Gramm schwer. „Die Packungen werden mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von 33 Tagen ausgezeichnet“, so Schneider. Mindesthaltbarkeit ist kein Ablaufdatum. „Auch nach dieser Zeit sind die Eier sensorisch noch einwandfrei“, sagt Schneider. Heißt: Sie schmecken noch, aber der Produzent gibt danach keine Gewähr mehr. Dann muss der Verbraucher selbst darauf achten, ob das Produkt noch in Ordnung ist. Für die Lebensmittelsicherheit ist nicht nur die Kontrolle des Veterinäramtes wichtig, auch der Produzent führt Eigenkontrollen durch, die zu dokumentieren sind. Im Geflügelhof gibt es eine Erhitzungskontrolle. Durch die Kerntemperaturmessung lässt sich sicherstellen, dass mögliche Bakterien (wie Salmonellen) diesen Erhitzungsprozess nicht überleben und somit ein gesundheitlich unbedenkliches Lebensmittel angeboten werden kann. „Die Eier werden 17 Minuten bei 94 Grad Celsius gekocht, wobei sie acht Minuten Wasserdampf ausgesetzt sind und neun Minuten ein Wasserbad durchlaufen“, so Schneider. Danach findet im Rahmen der Eigenkontrolle eine stichprobenartige Kerntemperaturüberprüfung statt. Sie muss mindestens 90 Sekunden über 70 Grad Celsius stehen. „Ferner wird stichprobenartig das Gewicht eines einzelnen Eies ermittelt, damit es sich nach wie vor um S oder M handelt.“ Weiße Eier werden mit Lebensmittelfarben, die auch in der Süßwarenindustrie verwendet werden, gelb, orange und grün gefärbt, während braune Eier blau, lila und rot gefärbt werden. Nach dem Kochvorgang laufen die Eier getrennt nach weiß und braun über separate Bänder in den Bereich, wo die Färbung automatisch durchgeführt wird. Die jeweilige Farbe wird aus dem Farbtopf auf einen Moosgummischwamm und von dort auf Rollen übertragen, auf denen die Eier hin und her rollen und dadurch gefärbt werden. Zum Abkühlen durchlaufen sie einen Bereich innerhalb eines sogenannten Paternosters und kühlen hierbei ab, sodass sie danach von Hand verpackt werden können. Verpackt werden sie in Lagen von 30 Eiern oder in Packungen mit sechs oder zehn Eiern. Die Firma Andres beliefert den Einzelhandel und den Wiederverkaufsbereich auf Märkten. Für den Betrug mit Bio-Eiern hat Guido Andres, der Eier aus Boden- und Freilandhaltung liefert, kein Verständnis: „Die bringen die ganze Branche in Verruf.“ Für Kreisveterinär Schneider ist klar: „Grundsätzlich sollte man zu Bio-Produkten und Produkten aus der Region greifen. Der Verbraucherschutz funktioniert. Die Aufdeckung der Lebensmittelskandale zeigt das. Man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, dass es eine hundertprozentige Gewährleistung geben könnte.“
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz