„Alumni-Tag“ am Mayener Megina-Gymnasium
Jungdesignerin Helen Bender entwarf ihr Brautkleid selbst
Mayen. Am Mayener Megina-Gymnasium war „Alumni-Tag“ angesagt. Viele der „Ehemaligen“ trafen sich gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, den Pädagogen und der Leitung der Schule zum „Tag des Wiedersehens“, auch um zu dokumentieren: Was habe ich nach dem Abi angestellt? Was ist aus mir und meinen Vorstellungen geworden? Unter der großen Zahl der Anwesenden war auch Helen Bender. Sie folgte einer Einladung ihrer ehemaligen Klassenkameradin Sarah Mommertz, jetzt selbst Referendarin am Gymnasium, und ihres Kunstlehrers Detlev Nagel, zurück zur alten Lernstätte zu kommen. Dorthin, wo sie das „Rüstzeug“ für ihr weiteres Leben erhielt.
Da ist sie schon zu einer kleinen, aber durchaus feinen Berühmtheit geworden. Denn die Mainzer Jungdesignerin, die bereits in einem Beitrag des TV-Senders VOX innerhalb der „Höhle der Löwen“, der „ZDF Drehscheibe Deutschland“ oder aber in vielen Printmedien vorgestellt wurde, wollte an diesem Tag Schülerinnen und Schüler über ihre ersten Schritte in ihrem Beruf als Designerin für Brautmode informieren. Klar, dass sie dabei auch ihr eigenes Hochzeitskleid, gearbeitet aus champagnerfarbener Seide, knöchellang, mehrlagig, inspiriert vom Look der fünfziger Jahre, und einem mit Blütenapplikationen bestückten Oberteil im Gepäck hatte, um es mit weiteren kostbar gefertigten Stücken auf mitgebrachten Schneiderbüsten zu drapieren und zu präsentieren.
Für die hauptsächlich interessierten Schülerinnen war schnell klar: Hier ist eine Könnerin am Werk, die es bereits zu etwas gebracht hat. Denn das Auftragsbuch von Helen Bender ist gut gefüllt, und das spricht wohl für sich. Mit ihrem eigenen Label „la mode abyssale by Helen Bender“ designt und fertigt die ehemalige Schülerin am MGM Brautmode für gleichgeschlechtliche Paare in ihrem Mainzer Atelier. Die aus Mendig stammende Jungdesignerin absolvierte ihr Abitur 2007 und hat ihre Schulzeit „auf dem Berg über der Stadt“ in sehr guter Erinnerung.
Bereits während ihrer Schulzeit machte Helen Bender erste Nähkurse in der Mayener Nähschule und konnte so ihre ersten Erfahrungen hinter der Nähmaschine sammeln. „Ich möchte heute den Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie es ist, einen kreativen Beruf auszuüben und sein eigener Chef zu sein“, so Helen Bender, die als ihren größten Erfolg wohl ihre eigene Modenschau auf der „Couture Fashion Week“ in New York im September 2013 verbuchen kann. Als einzige deutsche Designerin präsentierte sie dabei erstmals eine ganze Kollektion für gleichgeschlechtliche Paare. So stattete sie allein in der Hochzeitssaison 2014 bereits 28 Bräute mit maßgefertigten Outfits aus. Vom klassischen weißen Mermaiddress über cremefarbene, rückenfreie Cocktailkleider bis hin zum schwarz-goldenen Schwalbenschwanz-Frack aus Spitze und Waschleder war so alles dabei.
Zum Abschluss ihrer arbeitsreichen Saison gab Helen Bender im September schließlich selbst ihrer Verlobten nach über fünf Jahren Beziehung das „Ja“ fürs Leben. „Entworfen habe ich mein Kleid natürlich selbst - aber genäht hat es eine meiner Schneiderinnen. Selbst nähen bringt schließlich Unglück, wie ein altes Schneidersprichwort sagt.“ Und das kann die erfolgreiche Designerin weiß Gott nicht gebrauchen.
