Mayener Platt in aller Munde
Zahlreiche Fans kamen beim Mundartnachmittag im Rahmen des Stein- und Burgfestes voll auf ihre Kosten
Mayen. Eifeler Mundart war wieder angesagt im Alten Rathaus von Mayen beim Stein- und Burgfest. Die zahlreichen Fans kamen wieder voll auf ihre Kosten. Peter Kiesselbach hatte ein vielseitiges Programm organisiert und moderierte den Nachmittag routiniert. Er begann mit der Geschichte von „dem ahle Krippche“, das im Jahr über im Keller gelagert wurde und Weihnachten seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden sollte als dem Schafhirten der Kopf fehlte. Er musste irgendwo in der Äppelkest“ liegen und blieb verschollen. Dem folgten allerlei Irrungen, die bis ins kleinste beschrieben wurden.
Günter Helmes ist in Mayen so etwas wie der „Papst der Eifeler Mundart“. Er hat eine Menge von selbst gedichteten Texten mit viel Einfühlungsvermögen und Hintergrundwissen produziert und kennt mindestens genauso viele von anderen bekannten und weniger bekannten Autoren. Helmes liebt seine Heimatstadt Mayen und das spürt man, wenn man ihm zuhört. Sein Engagement zieht alle mit und wird dankbar erwidert. Er schöpft aus dem Vollen, die Zuhörer hängen aufmerksam an seinen Lippen. Und es gibt Szenenapplaus. Wesentliche Utensilien aus früherer Zeit wurden wohlwollend und kritisch beleuchtet, so der „ahle Kolleherd“, „de good Stuff“ und der für den Eifelbauer schwer zu beherrschende „neue Traktor“. Unter den Mayener Flurnamen fanden sich die tollsten Begriffe wieder, z. B. „de Wuaschtsoppsümkiehr“.
„Kottem on säin Kröbbelche“
Nicht wegzudenken von dieser traditionellen Veranstaltung sind Doris und Albert Mohr, auch als „Mohr und Möhrchen“ bekannt. Sie sind für die musikalische Seite des Nachmittags verantwortlich und kommen beim Publikum einfach super an. Neben bekannten Melodien haben sie auch in diesem Jahr ihr Repertoire wieder um einige „Kracher“ erweitert. Sie sorgen für Kurzweil und Stimmung.
Der „gelernte“ Mayener Ernst D. Adams ist gebürtig von Thür, das hört man an seinem Platt. Zwischen Mayen und Thür liegt ein bekanntes „Kröbbelchesdorf“ und das hatte er wieder ins Visier genommen; diesmal mit einem wahren Loblied auf „Kottem on säin Kröbbelche“. Ausserdem rechnete er mit der „guten alten Zeit“ aber auch mit heutigen „modernen“ Zeiten ab.
„De ahle Krätzja on Stöörtche“ sind das Metier von Bruno Moog. Er bringt die Mayener Geschichten aus vergangener Zeit „aus de la meng“ zum Vortrag. Von alten Originalen, wie „Hammachersch Joba“, der in Verkennung der Begriffe der „Ehrwürdigen Mutter“ - das ist der Titel der Vorsteherin von Kloster Helgoland - für „dat Klaan e Rasselche“ mitbringen wollte oder von „Rickese Fritz“ wie er als Mayener Repräsentant dem Trierer Bischof vorgestellt wurde. Danach hat der Bischof Mayen nicht mehr besucht. Vor dem gemeinsam geschmetterten „Lied vom Mayener Jung“erfreuten Elfriede Neiß und Günter Helmes das Publikum mit dem Sketch „Der Fernsehomend“.
Alles in allem eine sehr gelungene Kulturveranstaltung.E.D.A:
