Vielfalt & Offenheit fördern
Queeres Leben und Unterstützung im ländlichen Raum Mayen und Vordereifel
aus Mayen
Mayen. 10. August 2026
Am 27. Juli luden die GRÜNEN Mayen-Vordereifel zur Veranstaltung „Queeres Leben im ländlichen Raum“ in der AWO Mayen ein. Dort diskutierten sie mit Patricia Pederzani, Queerbeauftragte der Stadt Koblenz und Ina Rüber-Teke Gleichstellungsbeauftragte für Mayen über die Lebenssituation queerer Menschen auf dem Land und in Kleinstädten.
Das Thema kam dabei nicht nur wegen des schrecklichen Anschlags auf den Berliner CSD zur rechten Zeit. Seit einigen Jahren steigt die Zustimmung zu queerfeindlichen Aussagen ebenso wieder an wie die Zahl der gegen sie gerichteten Straftaten. „Von 2021 auf 2024 haben sich die Gewalttaten gegen LSBTIQ+-Menschen verachtfacht“, berichtete Patrica Pederzani, „Durchschnittlich gibt es jeden Tag eine queerfeindliche Straftat.“
Umso wichtiger ist es, auch im ländlichen Raum Möglichkeiten zum Austausch, zum Gespräch und zur Unterstützung zu schaffen. Welche Möglichkeiten es dafür auch in Mayen und der Vordereifel gibt, machte Frau Pederzani in ihrem Vortrag deutlich. So bietet der Verein Queer Mittelrhein an jedem ersten Mittwoch im Monat in Koblenz Gruppentreffen, aber Einzelberatungen nach Terminabsprache für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen und Angehörige an.
Daran wird auch ein wichtiger Punkt der ländlichen Gleichstellungsarbeit deutlich: Weil um 19:00 oft keine Busse mehr fahren, ist die persönliche Teilnahme an den Gesprächen nur mit dem Auto möglich. Gerade junge Menschen kann das vor große Probleme stellen. Um so wichtiger ist es, auch vor Ort Möglichkeiten zum Austausch und Interessenwahrnehmung zu bieten.
„Mobil, aufsuchend, hybrid und vertraulich“, so sieht nach Ansicht von Patricia Pederzani eine funktionierenden Beratungsstruktur aus. Gleichzeitig bot die Koblenzer Queerbeauftragte auch Möglichkeiten zur Vernetzung an: „Wer in Mayen und der Vordereifel nach Beratung sucht, kann sich kann gerne an mich, als Queerbeauftragte oder Vereine wie Queer Mittelrhein in Koblenz oder Queernet RLP als Netzwerk für Rheinland-Pfalz wenden.“
Ina Rüber-Teke betonte noch einmal, wie unverzichtbar Vertrauen für diese Strukturen ist. „Ein einziges negatives Mitglied kann eine ganze Gruppe sprengen“, berichtete die Mayener Gleichstellungsbeauftragte eine traurige Erkenntnis aus ihrem Arbeitsbereich. Gleichzeitig zeigte sie auf, wie engagiert gegebene Möglichkeiten zum Austausch und zur gegenseitigen Vernetzung auch in Mayen und der Vordereifel genutzt werden. „Den Bedarf gibt es bei uns sicher.“
Nach Abschluss der Veranstaltung blickten die GRÜNEN auf eine interessante und ergiebige Diskussion zurück.
„Wir GRÜNE stehen für eine fortschrittliches und freiheitliche Politik“, erklärt Michael Sexauer, Fraktionsvorsitzender für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Mayener Stadtrat, „Wir wollen die Position queerer Menschen in Mayen stärken. Eine ehrenamtliche Queerbeauftragte halten wir für einen sinnvollen Weg und wollen uns dafür einsetzen, dass es diese Position zukünftig auch in Mayen geben wird.“
„Die Situation queerer Menschen zeigt, wie wichtig GRÜNE Politik für Mayen und die Vordereifel ist“, ergänzt Michael Sander, Sprecher des GRÜNEN Ortsverbands, „Wir wollen dazu beitragen, dass es vor Ort wieder bessere Möglichkeiten zum Austausch und zur Unterstützung gibt.“
Zudem möchten die GRÜNEN für Mayen eine zentrale Regebogenbrücke als Zeichen der Vielfalt einrichten.
Martin Schmitt, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Verbandsgemeinderat der VG Vordereifel stellt abschließend fest: „Es kann nicht sein, dass ein lückenhafter ÖPNV den Zugang zu wichtigen Beratungsstellen erschwert. Wir werden uns weiter für eine bessere Busversorgung einsetzen, um das Leben für alle Menschen in unserer Gemeinde zu verbessen.“
Die GRÜNEN in Mayen und der Vordereifel bedanken sich bei den Referentinnen und den Teilnehmenden für eine interessante Veranstaltung zu einem wichtigen Thema. Ein großes Dankeschön geht auch an die AWO Mayen für den Raum und die Bewirtung.
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Frau Pederzani und die genannten Vereine sind wie folgt erreichbar:
Queer Mittelrhein e.V.
https://queer-mittelrhein.de/beratung
beratung@queer-mittelrhein.de
Queernet RLP e.V.
https://queernet-rlp.de
kontakt@queernet-rlp.de
Patricia Pederzani, Queerbeauftragte Koblenz
https://www.koblenz.de/leben-in-koblenz/gleichstellung/queere-bevoelkerung/queerbeauftragte/
queer@stadt.koblenz.de
Pressemitteilung der GRÜNEN Mayen-Vordereifel
Weitere Themen
v.l.n.r.: Ina Rüber-Teke (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mayen), Michael Sexauer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Patricia Pederzani (Queerbeauftragte der Stadt Koblenz), Rolf Allgayer, Michael Sander, Natascha Lentes, Iris Emmerich und Heike Schweikert (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Foto: Foto: Doris Laux