Mayener SPD-Vertreter zu Besuch im Lebenshilfehaus „Alte Hohl“
Selbstbestimmung darf nicht beim Grad der Behinderung enden
Der Ausbau der Einrichtung bot den Anlass für das Treffen
Mayen. Vertreter der Mayener SPD-Stadtratsfraktion und Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl besuchten die Lebenshilfe Kreisvereinigung Mayen-Koblenz e.V.. Aktueller Anlass für den Besuch der Sozialdemoraten war der in diesem Jahr beginnende weitere Ausbau der Einrichtung am Standort „Alte Hohl“. In den geplanten Gebäuden werden unter anderem Wohngemeinschaften und Einzelapartments entstehen, die nach Fertigstellung 28 Bewohner aufnehmen können. Darüber hinaus werden dort drei Kindergrippengruppen mit einem integrativen Angebot eingerichtet. Neben dem Neubau wollten die Genossinnen und Genossen mit den Vertretern der Lebenshilfe auch über die Inklusion und den Kommunalen Teilhabeplan des Landkreises Mayen-Koblenz sprechen. Weitere Themen waren das städtische Jugendamt und der von den Sozialdemokraten in der jüngsten Stadtratssitzung auf den Weg gebrachte Behindertenbeirat. Josef Brodam, Geschäftsführer der Lebenshilfe, begrüßte zunächst die Sozialdemokraten im Lebenshilfehaus. Josef Brodam informierte dabei über die aktuellen Dienstleistungsangebote der Lebenshilfe vom Beratungs- und Betreuungsangebot für Kinder, über die Jugendhilfe, dem Beratungs- und Betreuungsangebot für Erwachsene, der ambulanten Pflege, bis hin zum Netzwerk Inklusion.
Der Mensch an sich hat seinen Wert
In dem sich anschließenden Gespräch zwischen den Sozialdemokraten und den Vertretern der Lebenshilfe, an dem auch der Leiter der Jugendhilfe Dirk Schmitz und die Verwaltungsleiterin Christa Dötsch-Klöckner teilnahmen, wurde auch die Verankerung des Wahlrechts für Eltern von Kindern mit Behinderung zwischen einer Förderschule oder einem inklusiven Unterrichtsangebot angesprochen. Der Mensch habe an sich seinen Wert, stellte Josef Brodam in dem Zusammenhang fest. Die Inklusion sei nicht teilbar. Die notwendige Organisation und die erforderlichen Strukturen, so Josef Brodam weiter, müssten allerdings geschaffen werden. Das gelte auch an Schulen. Ein wesentlicher Kernpunkt der Arbeit der Lebenshilfe sei das Recht eines Menschen auf Selbstbestimmung und dies dürfe nicht beim Grad der Behinderung enden.
Lebenshilfe leistet Pionierarbeit
Die Lebenshilfe steuere einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Infrastruktur in der Stadt Mayen bei, erklärte der SPD-Vorsitzenden Rolf Schäfer. In den letzten fast fünf Jahrzehnten habe der Verein Pionierarbeit geleistet. Das gelte auch und insbesondere für die Bewusstseinsbildung auf dem Wege zur Inklusion. Ein dahin gehendes Beispiel sei 1998 die Gründung einer integrativen Kindergartengruppe mit behinderten und nicht behinderten Kindern gewesen. Inzwischen gäbe es deren Drei am Standort „Alte Hohl“. Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ein vielfältiges Programm rund um die Betreuung von behinderten Kindern und Erwachsenen ließen erahnen, so Rolf Schäfer, was die ehrenamtlich geführte Lebenshilfe e. V. im täglichen Geschäft leiste. Dem sei Respekt zu zollen. Zum Abschluss der Gesprächsrunde sicherten sich die Sozialdemokraten und die Vertreter der Lebenshilfe zu, weiterhin im Interesse des sozialen Angebots innerhalb der Stadt Mayen im Gespräch zu bleiben.
Pressemitteilung der SPD Mayen
