Historisches Schießen in Mayen-Hausen
Tilly-Wallenstein Schießwettbewerb mit Luntengewehren und Musketen in Mayen-Hausen
aus Kottenheim
Mayen-Hausen. Wer am Wochenende dachte, die napoleonischen Kriege seien spontan im Vorgarten ausgebrochen, kann unbesorgt sein: Es war lediglich das jährliche Tilly-Wallenstein-Turnier des Schützenvereins Mayen-Hausen. Der Duft von Schwarzpulver lag in der Luft, als sich am 06.09.2026 die Schützen der Vorderladergruppe zum Schießwettbewerb „Tilly Wallenstein“ versammelten. Der Wettbewerb wurde mit Luntengewehren und Musketen durchgeführt, den Feuerwaffen aus der Frühzeit der Schießtechnik.
Der Wettbewerb selbst verlangte den Schützen nicht nur Technik, Geduld und eine ruhige Hand ab, sondern auch höchste Konzentration. Schon beim Laden zeigt sich, wer die Nerven behält oder eben schlicht die Geduld. Pulver einfüllen, gepflasterte Kugel hinterher, Zündkraut auf die Pfanne und die glimmende Lunte darüber justieren. Die Lunte muss gleichmäßig glimmen, die Pulverpfanne muss dem Zündmechanismus angepasst befüllt sein, und bei der Schussabgabe darf sich der Schütze durch die Verzögerung zwischen Luntensenkung und Schuss nicht irritieren lassen.
Die Wertung erfolgte teilweise nach dem Regelwerk des Rheinischen Schützenbundes stehend freihändig und teils mittels einer vereinsinternen Wertungsscheibe im aufgelegten Anschlag. Den ersten Platz mit dem Luntengewehr sicherte sich Stefan Hennerici mit beeindruckenden 138 von 150 möglichen Ringen. Zweiter wurde mit 108 Ringen Karl-Josef Haßdenteufel und den dritten Platz erlangte Willi Rücker mit 104 Ringen. Auf die vereinsinterne Präzisionsscheibe schoss Stefan Hennerici 46 von 50 Ringen, Willi Rücker 45 Ringe und Dieter Vass-Wolf 34 Ringe. Mit der Muskete wurde Frank Neis Erster mit 89 von 150 Ringen, Willi Rücker folgte mit 86 Ringen und Rudolf Froitzheim erlangte den dritten Platz mit 76 Ringen. Die Ehrenscheibe holte sich erneut Stefan Hennerici mit dem besten Treffer.
Die Teilnehmer waren wie so oft fasziniert davon, welche Präzision mit dieser alten Technik im Schießen erreicht werden kann – auch wenn es am Ende des Tages traditionell mehr Brandlöcher in den Ärmeln und Hemden gab als Löcher in den Zielscheiben.
Für alle Interessierten am Schießen mit historischen Waffen empfiehlt sich der Blick auf die Seite des Vereins: https://schützenverein-mayen-hausen.de und auch der direkte Kontakt zu Stefan Hennerici oder dem Vereinsvorsitzenden Frank Neis (Email-Kontakte auf der genannten Webseite).
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Mit dem Luntengewehr bei der Schussabgabe Foto: Wilfried Rücker