Lokalsport | 28.03.2013

ADAC Wikinger Rallye 2013

„Vollgas im Eiskanal“

Go! Racing aus Mayen verteidigt in Süderbrarup den zweiten Meisterschaftsrang

Der Peugeot 207 S2000 kämpft sich durch den Schnee.privat

Mayen. Die ADAC Wikinger Rallye 2013 wird wohl als eine der größten Herausforderungen in die deutsche Rallyegeschichte eingehen. Große Teile der Streckenführung ähnelten einem Eiskanal, der aufgrund heftiger Sturmböen binnen weniger Minuten zugeweht wurde. Das Mayener Go! Racing Team stellte sich im Peugeot 207 S2000 auf die Bedingungen ein und lag bis zur Halbzeit mit dem zweiten Gesamtrang auf Erfolgskurs. In WP 9 „Fraulund“ schlug der Winter erbarmungslos zu und brachte einige Teams um den Erfolg. „Das war meine persönliche Rallye Monte Carlo“, urteilte Georg Berlandy, als er den Peugeot S2000 nach einem aufregenden Wochenende auf dem Marktplatz von Süderbrarup über die Zielrampe pilotierte. „Ich hätte es mir nie träumen lassen, bei solch schwierigen Bedingungen eine Rallye zu bestreiten. Pünktlich zum Start setzten Sturmböen ein und trieben den Schnee waagerecht über die Straßen, wo er sich an manchen Stellen binnen Minuten gewaltig auftürmte. Wir kamen von Beginn an ganz gut klar und beendeten den ersten Tag auf dem zweiten Gesamtrang. Der Samstag stellte sich als noch schwieriger heraus, sodass sich der Veranstalter dazu entschloss, die Veranstaltung nach der ersten Prüfung bis zum Nachmittag zu unterbrechen“, schilderte der Stromberger seine Erlebnisse in der verlängerten Pause. Der Nachmittag sollte Besserung bringen, doch daraus wurde leider nichts: „Die WP 9 „Fraulund“ befuhren wir als zweites Fahrzeug und kamen auf einer Freifläche in einen Schneesturm. Dabei verließen wir in einer mittelschnellen Linkskurve um circa 30 Zentimeter die Fahrbahn, fuhren über eine Schneewehe und steckten fest. Schnell eilten Zuschauer herbei und halfen uns den Wagen zu befreien. Leider setzte der Wagen mit dem Unterfahrschutz auf, sodass die Bergung rund 15 Minuten andauerte. Als sich weitere Fahrzeuge in besagtem Streckenabschnitt ebenfalls festfuhren, entschloss sich die Rallyeleitung die Prüfung anzuhalten und letztlich auch zu neutralisieren. Mit einer großen Portion Wut im Bauch ließen wir es auf den restlichen Wertungsprüfungen nochmals ordentlich krachen und fuhren drei Bestzeiten in Folge. Aufgrund der anhaltenden Böen entschloss sich Rallyeleiter Jürgen Krabbenhöft zwei weitere Prüfungen zu streichen, was auch sicherlich die richtige Entscheidung war“, resümierte Copilot Peter Schaaf. „Die Veranstalter haben ihr Möglichstes getan, um die Rallye nicht komplett absagen zu müssen. Mit einem großen Maschinenpark versuchte man, während der gesamten Veranstaltung die Strecken befahrbar zu machen. Dieser Einsatz wurde leider nur teilweise belohnt - gegen solch extreme Naturereignisse ist der Mensch einfach machtlos. Alles in allem können wir zufrieden sein. Mit der Zielankunft konnten wir Schadensbegrenzung betreiben und wichtige Punkte in der Meisterschaft einfahren. Im länderübergreifenden Vergleich mit dänischen und finnischen Piloten waren wir konkurrenzfähig und setzten drei von acht möglich Bestzeiten“, so Teamchef Horst Rittenbruch. Nach der Rallye ist vor der Rallye - in drei Wochen startet mit der „ADAC Hessen Rallye“ in der Burgenstadt Schlitz der dritte Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft. Das Team von Go! Racing hofft auf schnee- und eisfreie Streckenbedingungen.

Ergebnis ADAC Wikinger-Rallye

1. Sandro Wallenwein / Marcus Poschner, Subaru Impreza R4, 2. Stehen Andersen / Iben Louring, Mortensen Mitsubishi Lancer, 3. Jan Becker / Bianka Hutzfeld, Subaru Impreza WRX, 4. Dirk Riebensahm / Kendra Stockmar-R. Subaru Impreza N16, 5. Max Christensen / Preben Jensen, Subaru Impreza WRX, 6. Tim Svanholt / Carina Moller, Mitsubishi Lancer, 7. Ib Kragh / Mie Petersen, Peugeot 207 S2000, 8.Julius Tannert / Maik Trommler, Citroën DS3 R1, 9. Tom Odder-Madsen / Jan Thomsen, Subaru Impreza WRX, 10. Dennis Pleidrup / Claus Amstrup, Mitsubishi Lancer, 24. Georg Berlandy / Peter Schaaf, Peugeot 207 S222.

Meisterschaftsstand

1. Riebensahm / Stockmar-Reidenbach (Subaru Impreza), 60 Punkte, 2. Berlandy / Schaaf (Peugeot 207 S2000), 53 Punkte, 3. Wiegmann / Kotulla (Renault Twingo R1), 48 Punkte, 4. Raschke / Hirsch (Renault Twingo R1), 46 Punkte, 5. Mohe / Rothe (Renault Mégane RS), 44 Punkte

Termine DRM 2013

11. bis 13. April: ADAC Hessen-Rallye, www.rallye-vogelsberg.de

22. bis 25. August: ADAC Rallye Deutschland, www.rallye-deutschland.de

19. bis 21. September: ADAC Saarland-Rallye, www.saarland-rallye.de

10. bis 12. Oktober: ADMV Lausitz Rallye, www.rrc-lausitz.de. Weitere Informationen zum Team GO! Racing unter: www.goracing-mayen.de. Weitere Informationen zur Deutschen Rallye Meisterschaft unter: www.rallye-dm.de.

Der Peugeot 207 S2000 kämpft sich durch den Schnee.Foto: privat

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