Wunder von Bern wirkt auch nach 60 Jahren noch nach
Weltmeister Horst Eckel Gast der Jubiläumsfeier des SV Rheinland Mayen
Hans-Peter Schössler: Eure 1. Mannschaft spielt B-Klasse, aber die Jubiläumswoche ist Oberliga
Mayen. Der Faszination der überraschenden Fußballweltmeisterschaft aus dem Jahre 1954 kann sich auch die heutige Gesellschaft nach wie vor nicht entziehen. Wenn es hierzu noch eines Beweises bedurft hätte, dann hat der SV Rheinland Mayen diesen in der vergangenen Woche erbracht. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum präsentierten die Rheinländer im Corso-Theater den Film „Das Wunder von Bern“.Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die der Mayener Traditionsverein in Kooperation mit der ortsansässigen Volksbank und dem Corso Kino auf die Beine gestellt hatte, stand der Besuch von Weltmeister Horst Eckel, der den Weg nach Mayen gefunden hatte.
Bereits lange vor dem geplanten Filmstart war die Aufregung im Foyer des Mayener Kinos entsprechend groß. Schließlich war Weltmeister Horst Eckel schon frühzeitig vor Ort und plauderte angeregt mit den Gästen. Zwischendurch erfüllte er geduldig alle Autogramm- und Fotowünsche.
Erstaunlich war die Altersstruktur des Publikums im gut gefüllten Kinosaal. Natürlich waren unter den Gästen auch Zeitzeugen, die sich freuten, ihr fußballerisches Idol der Vergangenheit wiederzusehen. Aber auch Kinder und Jugendliche wollten den sympathischen Weltmeister aus der Nähe erleben. Ganz hoch im Kurs standen dabei „Selfies“ mit dem Fußballstar der Vergangenheit.
Die komplette A-Jugend der SG Mendig war nach Mayen gekommen und auch hier fand Eckel blitzschnell Kontakt und eine Gesprächsbasis. „Habt ihr keinen Ball dabei?“ Fragte er die verdutzten Jugendlichen aus der Brauerstadt. Als diese die Frage verneinten, meinte Eckel lachend. „Das wäre mir in dem Alter aber nicht passiert.“
Auch heute merkt man dem 82-jährigen Exlehrer die Liebe zum runden Leder an. Manifestiert hat sich diese Liebe zum Fußball in dem Film „Das Wunder von Bern“, der unter der fachlichen Beratung von Eckel entstand und ein wunderschönes Sittengemälde der deutschen Geschichte darstellt. Entsprechend interessiert wurde der Film verfolgt, der die unfassbare Geschichte des ersten deutschen Weltmeistertitels beschreibt. Nach dem Film gab es stehende Ovationen für Horst Eckel. Es war deutlich zu merken, dass dem pfälzischen Ausnahmesportler solche Beifallsbekundungen eher unangenehm sind, eine Tatsache, die den positiven Gesamteindruck sogar noch verstärkt.
Eckel begeisterte im Interview
Im Anschluss an den Spielfilm stand Eckel dem Moderator des Abends Tom Theisen gerne Rede und Antwort. Komplettiert wurde die Runde durch Hans-Peter Schössler, der schon seit Jahren einen intensiven Kontakt zu den Protagonisten des WM-Finales 1954 im Besonderen und Horst Eckel im Speziellen pflegt. Er hatte maßgeblich dafür gesorgt, dass Eckel nach Mayen gekommen war und den Rheinländern dieses Event sozusagen zum Geburtstag geschenkt!
In der Talkrunde schilderte Eckel dann eindrucksvoll den viel zitierten „Geist von Spiez“, die Kameradschaft im 54er Team und die Erlebnisse mit den Sportgrößen seiner Zeit. Gleichzeitig brachte er seine Freude über den Titelgewinn 2014 und seinen Respekt gegenüber der aktuellen Weltmeistergeneration zum Ausdruck.
Dieser Abend im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Rheinländer wird den Besuchern mit Sicherheit in allerbester Erinnerung bleiben, da hier Sporthistorie und Neuzeit perfekt in Einklang gebracht wurde. Insoweit eine Meisterleistung des SV Rheinland Mayen zum 100. Geburtstag. Wie Hans-Peter Schössler so treffend meinte: „Eure 1.Mannschaft spielt in der B-Klasse, doch diese Jubiläumswoche mit den verschiedenen Events und vor allem der erstklassigen Festzeitschrift sind Oberliga!“
Ein großes Dankeschön ging an diesem Abend auch an den Sponsor der Veranstaltung, die Volksbank RheinAhrEifel eG. Peter Schäfer, der Direktor des Regionalmarktes MayenRhein, und Vorstand Markus Müller hatten es sich beide ebenfalls nicht nehmen lassen diesem besonderen Event beizuwohnen.
Herwig Weiner und Rolf Schäfer begrüßten den besonderen Gast, Horst Eckel, im Corso Kino.
Selbst bei den Jüngsten standen die Autogramme des 82-jährigen Eckel hoch im Kurs. Geduldig erfüllte Weltmeister von 1954 jeden Wunsch.
