Öffentliche Bücherei St. Johannes der Täufer - Meckenheim
Ansprechender Buchsonntag
Großer Flohmarkt und inspirierende Lyriklesung
Meckenheim. Die Öffentliche Bücherei St. Johannes der Täufer feierte kürzlich den Buchsonntag. Traditionell wird der erste Sonntag nach dem Fest des Hl. Karl Borromäus in den Diözesen als Buchsonntag gefeiert.
In der Hl. Messe würdigte Pfarrer Dr. Malcherek den Wert der Bücherei- und Medienarbeit für die Gesellschaft, insbesondere in der Bücherei der Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer im Kontext von Seelsorge und Dialog, zu dem die 380 Katholisch-Öffentlichen Büchereien im Erzbistum Köln gehören.
Die Meckenheimer Bücherei übernimmt zusätzlich per Vertrag mit der Stadt Meckenheim die Funktion der Stadtbücherei für die gesamte Zivilgemeinde. Der Pfarrer lobte die drei hauptamtlichen und 16 ehrenamtlichen Mitarbeiter für ihr Engagement in der Ausleihe, als Vorlesepaten/innen und hinter den Kulissen beim Katalogisieren der Medien.
Die Bücherei arbeitet mit neun Meckenheimer Kindertageseinrichtungen, den Schulen, dem Kath. Bildungswerk, der kfd, der Frauenunion, dem Verein Obere Mühle und in 2014 auch mit dem Heimatverein Meckenheim zusammen, beteiligt sich an den Meckenheimer Kulturtagen und organisiert das Rheinische Lesefest „Käpt’n Book“ für Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Schulen und Büchereien vor Ort. Außerdem bilden die Büchereien in Lüftelberg, Wormersdorf und die Evangelische Bücherei, die Arche zusammen mit der Hauptbücherei das Meckenheimer Büchereisystem. Nach der Messe konnten alle Interessierten die Bücherei besuchen, sich umschauen, auf den drei Etagen im Angebot der fast 30.000 Medien stöbern und diese ausleihen. Der Flohmarkt der ausgeschiedenen Medien wurde sehr gut angenommen: Kinderbücher, Sachbücher, Romane, CDs und DVDs fanden reißenden Absatz. Der Erlös wird für Neuanschaffungen eingesetzt.
Eine kleine Ausstellung von alten Gebets- und Gesangbüchern aus dem Pfarrarchiv, die Pfarrer Albrecht Tewes i.R. zusammengestellt hatte, lockte kirchengeschichtlich Interessierte an.
Das älteste Gesangbuch des Archivs ist von 1851 in der vierten Auflage in Commission bei Dumont-Schauberg in Köln erschienen und mit Vorworten der Bischöfe von Mainz, Köln, Trier, Fulda und Paderborn versehen. Sein Titel lautet: „Katholisches Gebet- und Gesangbuch nach dem Kirchenjahre mit alten Kirchenliedern und Choralmelodien“.
Höhepunkt war am Nachmittag eine Lyriklesung unter dem Titel „Wolken spiegeln sich im See. Ein Spaziergang durch die Jahreszeiten.“ Renate Meier, Leiterin der Literaturgesprächskreise im Frauentreff e.V. und ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Bücherei, trug ihre Gedankensplitter einem gebannt lauschenden Publikum vor. Momente, Gefühle, Stimmungen und Unspektakuläres in wenigen Worten auf den Punkt gebracht. In den Reaktionen der Zuhörer spiegelten sich oft Zustimmung und Déjà-vu-Erlebnisse.
Nach der Lesung konnten die Zuhörer bei Jahreszeitenplätzchen und selbst gebrühtem Kaffee und Tee, die Frau Behme von der kfd St. Johannes d. T. spendierte, über die Gedichte ins Gespräch kommen, nochmals im Bücherflohmarkt stöbern und den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen.
Herbert Kalkes und
das Büchereiteam
