Politik | 28.01.2014

Bürgermeisterwahl in Meckenheim - Amtsinhaber mit deutlicher Mehrheit

Bert Spilles bleibt Bürgermeister

Gegenkandidaten Dr. Brigitte Kuchta und Reinhard Diefenbach setzen jetzt auf die Kommunalwahl

Bei den Parteifreunden zeigte sich Bert Spilles für die große Unterstützung erkenntlich.WM

Meckenheim. „Ich bin überwältigt von diesem riesigen Erfolg. Es ist ein super Ergebnis, das ich nur mit vielen Helfern erreichen konnte. Es bestätigt die Arbeit der Verwaltung und meine Anstrengungen für die Stadt. Und es ist eine Verpflichtung, weiter mit allen Beteiligten für Meckenheim in dieser wichtigen Zeit zu arbeiten“, zeigte sich der alte und neue Meckenheimer Bürgermeister am Sonntagabend bei denen erkenntlich, die diesen Erfolg mitgetragen hatten.

69,48 Prozent der zur Wahl gegangenen Bürger der Stadt hatten mit ihrem Kreuz hinter dem Namen des Christdemokraten Bert Spilles die Arbeit des Verwaltungschefs honoriert und sich damit gegen die andern Bewerber ausgesprochen. Reinhard Diefenbach von den Bürgern für Meckenheim kam auf 17,86 Prozent, Dr. Brigitte Kuchta von der SPD musste sich mit 12,18 Prozent zufriedengeben. Die Wahlbeteiligung der 19.500 Wahlberechtigten lag bei insgesamt 53,02 Prozent, stellte Wahlleiter und erster Beigeordneter Holger Jung schon gut eine Stunde nach Schließung der Wahllokale bei der Party im Sitzungssaal „Im Ruhrfeld“ das vorläufige amtliche Endergebnis fest.

Mit Spannung waren viele Bürger, meist aktuelle und frühere Politiker der Stadt, aber auch viele politisch interessierte Meckenheimer zu der Wahlparty gekommen, um die Ergebnisse aus den 19 Wahlbezirken direkt zu erfahren. Neben Wolfgang Jung sorgte IT-Leiter Justus Bach von der Stadtverwaltung für einen sehr schnellen Wahlservice. So stand eigentlich fast schon um 18.15 Uhr nach dem ersten Ergebnis fest, dass es Bürgermeister Bert Spilles wohl direkt schaffen würde, im Amt zu bleiben. 69,84 Prozent der Wähler hatten sich im Wahllokal mit den schnellsten Zählern für den Amtsinhaber entschieden. Dieser Erfolg bestätigte sich immer mehr im Laufe der ersten Stunde.

Da halfen bei der Sozialdemokratin Brigitte Kuchta auch kein Nachzählen auf dem Zettel und kein Vergleichen mit Zahlen früherer Wahlen. Das schlechte Abschneiden der SPD-Herausforderin stabilisierte sich deutlich, wenn die Zahlen auch in den einzelnen Stadtteilen variierten. „Wartet mal ab, bis Merl gewählt hat“, machte da ein Merler der SPD-Kandidatin und dem BfM-Kandidaten Mut, doch auch der umkämpfte Stadtteil änderte kaum etwas an der Stimmenüberzahl von Bert Spilles. „Ich bin sehr enttäuscht“, gab Brigitte Kuchta anschließend unumwunden zu.

„Wir haben den Bürgern klarmachen wollen, dass wir nun seit Jahren die Einbringung des Haushalts fordern, uns Verwaltung und Bürgermeister hinhalten. So kann man eine Stadt nicht führen. Aber wir haben mit diesem Thema die Meckenheimer nicht erreicht. Und während der Amtsinhaber sehr bekannt in der Bevölkerung ist, haben die Bürger mich als Fraktionsvorsitzende der SPD nicht so stark wahrgenommen.“ Brigitte Kuchta weiter: „Im Wahlkampf habe ich viel Zuspruch erlebt, viele Anregungen und Bitten gehört, die ich nun umsetzen will. So werde ich zum Beispiel mit dem Verbund versuchen, die Leerstände in der Stadt zu füllen, etwa mit Künstlern. Außerdem habe ich den Wert des Ehrenamtes erlebt und will mich für die Unterstützung dieser Menschen einsetzen.“

Wahlverlierer richten Blick auf die Kommunalwahl

Auch Reinhard Diefenbach von den Bürgern für Meckenheim gestand sofort seine Niederlage ein. Doch der bekannt kämpferische Ex-Offizier zeigte sich nach einem kurzen Verschnaufen gleich wieder kampfesbereit: „Natürlich hatten wir gehofft, den Bürgermeister in eine Stichwahl zwingen zu können. Dann wären die Karten total neu gemischt worden. Jetzt sind wir enttäuscht, stellen aber auch fest, dass wir uns als zweitstärkste Gruppierung in der Meckenheimer Politik gefestigt haben“, sagte Reinhard Diefenbach. Die BfM habe die Bürger nicht davon überzeugen können, dass im Rathaus neue Wege eingeschlagen werden müssten - mit einem anderen Leiter der Verwaltung.

„Wir haben verloren und respektieren das Votum der Bevölkerung. Die BfM strebt eine kooperative Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und mit der Verwaltung an.“ SPD und BfM betonten in ihren ersten Statements, sie hätten zwar das erste Ziel Stichwahl nicht geschafft, nun würden beide auf die Kommunalwahl am 25. Mai setzen. Eine dann erhoffte größere Wahlbeteiligung könne helfen. Jetzt starte „ein offensiver Wahlkampf“ für die Entscheidung, wer in vier Monaten in den Stadtrat kommt und welche Mehrheiten dann entscheiden.

Überwältigter Bert Spilles durfte sich zurecht feiern lassen

Lange mussten die Gäste der Wahlparty auf den eindeutigen Sieger des Abends warten, der gegen 19 Uhr den Sitzungssaal betrat. Auch wenn Bert Spilles und seine Frau Christine noch gar nicht zu sehen waren, kündigte aufbrausender Beifall den alten und neuen Bürgermeister an. Bert Spilles kam kaum voran, so viele Hände streckten sich ihm entgegen, jeder wollte dem strahlenden Sieger gratulieren. Viele Mitarbeiter fielen ihrem Chef um den Hals, seine Beliebtheit war deutlich zu spüren. „Ich bin überwältigt“, begann er seinen Gruß an die Versammlung, nachdem er sich bis zum Tisch an der Stirnseite des Saales durchgekämpft hatte. Gleich richtete er Worte der Wertschätzung an seine Familie und besonders an seine Frau Christine, „die mich immer unterstützt haben. Ohne diesen Rückhalt kann man so ein Amt gar nicht ausüben.“

Seine erfolgreiche Arbeit für Meckenheim in den vergangenen Jahren sei geprägt gewesen von einer guten Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung, aber auch im Stadtrat. „Hier haben wir alle eine qualitativ hochwertige Arbeit geleistet. Gut, dass es zu keiner Stichwahl gekommen ist. Eine Wahl und zwei Wochen später noch einmal, das hätte so viel Arbeit bedeutet. Wir haben nun wirklich genug zu tun im Rathaus. Jetzt nach dem Wahlkampf wollen wir alle ruhig und sachlich die wichtigen Themen der Stadt angehen. Ein solches Ergebnis verstehe ich auch als Verpflichtung, der ich mich gerne stelle. Und auch ein Dank an mein Wahlkampfteam, das bei Wind und Wetter für mich unterwegs war.“

Gekommen zur Wahlparty und zum Gratulieren waren auch viele Freunde aus der Politik, aus Gesellschaft und Gewerbe. Natürlich waren an diesem Abend vor allem auch Parteifreunde an Bert Spilles Seite zu sehen. Die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager gehörte ebenso zu den Gratulanten wie Freund und Kollege Rolf Schumacher, Bürgermeister aus Alfter. Der CDU-Landratskandidat Sebastian Schuster wünschte Bert Spilles alles Gute. Der revanchierte sich prompt und gab Sebastian Schuster viel Erfolg bei der Nachfolge von Frithjof Kühn mit auf den Weg. Kämmerin Pia-Maria Gietz überreichte dem wiedergewählten Chef eine bunte Torte, Joachim Kühlwetter, der Fraktionsvorsitzende der Meckenheimer CDU, drückte die Hand des Parteifreundes.

Hans-Peter Feilen und Ferdinand Schmitz, „alte Haudegen“ der Meckenheimer Christdemokraten, gestählt in Kreistag und in früheren unruhigen Zeiten in der Blumenstadt, brachten es auf den Punkt: „Mit dieser Wahl und dem eindeutigen Ergebnis ist die Ära Yvonne Kempen mit den vielen unschönen Auseinandersetzungen endlich Geschichte. Die Entwicklung der Stadt hat nach der Abwahl der Bürgermeisterin vor sechseinhalb Jahren eine sehr positive Entwicklung erlebt, die hat Bert Spilles entscheidend mitgestaltet. Das wird sich fortsetzen.“

Brigitte Kuchta und Reinhard Diefenbach trugen die Niederlage mit Fassung.

Brigitte Kuchta und Reinhard Diefenbach trugen die Niederlage mit Fassung.

Bei den Parteifreunden zeigte sich Bert Spilles für die große Unterstützung erkenntlich.Fotos: WM

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