Bundeslandwirtschaftsminister stellte im Meckenheimer Sängerhof Initiative und App vor
„Bienen füttern“
Ohne die fleißigen Flieger gäbe es viele Pflanzen nicht. Jeder Deutsche isst (laut Statistik) jährlich ein Kilo Honig
Meckenheim. Die Hauptdarsteller ließen sich kaum blicken, ihnen war es schlicht zu kalt. So musste es Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei seinem Besuch des Gartencenters Sängerhof in Meckenheim bei Worten belassen.
Der Mensch braucht die Bienen
Der auch für Ernährung zuständige Minister stellte im Unternehmen von Wilhelm Ley seine neue Initiative „Bienen füttern“ vor und schilderte in seiner Begrüßung die Bedeutung der fleißigen Tierchen. Nicht nur, dass die Deutschen im Schnitt pro Person ein Kilogramm Honig im Jahr essen, die Bienen sind auch ein sehr wichtiges Glied in der Lebenskette in Garten und Feld. „Ohne sie gäbe es keinen Honig, weniger Marmelade, Obst und Gemüse. Außerdem tragen sie zu mehr Artenvielfalt und höheren Erträgen in der Landwirtschaft bei, natürlich auch in den Gärten. Ohne Bienen können wir uns nicht ernähren und nicht leben“, betonte der Landwirtschaftsminister. So will das Ministerium die fleißigen Tierchen unterstützen durch speziellen Anbau von Pflanzen und durch eine App, bei der sich jeder Handy- und Computerbesitzer informieren kann, mit welchen Anpflanzungen er wichtige Lebensräume für die Honigsammler schaffen kann. „Ziel unserer Initiative ist es, die Bevölkerung für die Bedeutung der Bienen zu sensibilisieren, Ängste zu nehmen und mehr bienenfreundliche Blühpflanzen auf Balkone, Terrassen oder in die Gärten zu bringen“, appellierte Christian Schmidt an die zahlreichen Besucher der Veranstaltung im Sängerhof. Besonders gut hörten da zwei Gäste zu, die vom Minister gezielt angesprochen wurden: Die Bürgermeister Bert Spilles (Meckenheim) und sein Rheinbacher Amtskollege Stefan Raetz. Denn die Städte und Gemeinden sind die größten Grundbesitzer und können auf ihren Flächen die Initiative besonders effektiv umsetzen.
Bienen sind wichtig
Auch die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager sagte zu, in ihren Gesprächen mit Landwirten, aber auch mit Privatpersonen für diese Aktion zu werben. „Die Bienen sind wichtig für die Honigproduktion, aber auch für Ernteerträge und Artenvielfalt“, sprach der Minister nochmals die Bedeutung der Tiere an. Daher unterstütze die Bundesregierung die Imkerei in Deutschland und den bienenfreundlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, fördere Forschungsprojekte. „Mit unserer Initiative ´Bienen füttern´ machen wir es Verbrauchern jetzt einfacher, bienenfreundliche Pflanzen im Geschäft zu erkennen.“
Blühende Gärten
Mit im Boot bei „Bienen füttern“ ist neben dem Ministerium auch der Handel mit dem Verband Deutscher Garten-Center. Die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft kümmert sich um das ökologische Gleichgewicht und Gartenkultur. Der Deutsche Imkerbund bringt die Perspektive von Zehntausenden Bienenzüchtern ein. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Bienenkunde Celle sowie Experten des Bundesministeriums. Peter Botz, Präsident des Verbandes Deutscher Garten-Center, erläuterte: „Gerade bei jungen Menschen erleben wir, dass blühende Pflanzen, Gärten oder Flächen mitten in der Großstadt wieder stark im Kommen sind. Unsere Aktion will alle dazu ermuntern, selbst einen Beitrag zu leisten, um Bienen ein blühendes Büfett zu bereiten. Deshalb werden wir unser Angebot bienenfreundlicher Pflanzen deutlich erweitern. Das ist aktiver Bienenschutz – ob in der Großstadt oder auf dem Lande.“ Neben Botz und Schmidt hoben auch Werner Ollig von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft und für den Deutschen Imkerbund Peter Maske die Wichtigkeit der Initiative hervor. Die vollständig überarbeitete Bienen-App kann unter www.bmel.de/bienenapp heruntergeladen werden. Dort findet der User auch weitere Informationen. So könne jeder Bürger viel tun für die lebenswichtigen kleinen Tiere. Die übrigens keineswegs aggressiv seien, wie ihnen oft nachgesagt würde, räumte Christian Schmidt mit einem Vorurteil auf. Gab aber auch zu, dass er noch heute eine Narbe habe von einem Bienenstich vor Jahren. Das konnte ihm bei seinem Besuch in Meckenheim nicht noch mal passieren, wie Dete Papendieck, Imkermeister der Uni Bonn, versicherte: „Die schlafen bei diesem kalten Wetter fast alle, suchen Wärme. Denn Temperaturen unter zehn Grad wie heute sind nichts für Bienen.“
Ihre Unterstützung sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager bei der Podiumsdiskussion im Sängerhof zu.
