Heimatverein Meckenheim und KSK Köln überreichten Spenden
Denkmal für Johann Adam Schall von Bell nimmt Gestalt an
Lüftelberg. Wahrscheinlich war Johann Adam Schall von Bell eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Rheinlandes im Mittelalter. Bereits seit einigen Jahren engagiert sich die Dorfgemeinschaft Lüftelberg rund um den zweiten Vorsitzenden Peter Marienfeld und Schriftführerin Carmen Marienfeld, dass dieser große Sohn der Stadt Meckenheim und vor allem des Ortes Lüftelberg nicht in Vergessenheit gerät. Ein Engagement, das auch beim Heimatverein Meckenheim sehr positiv registriert wurde, denn dessen Vorsitzender Meinolf Schleyer ließ es sich am vergangenen Samstag nicht nehmen, die Dorfgemeinschaft Lüftelberg mit einem Scheck über 7.500 Euro zu unterstützen.
Bereits sichtbar am großen Wegkreuz in der Kurve der Petrusstraße ist ein Betonfundament in den Boden gegossen worden, auf dem am 14. September dann das Denkmal in Form einer Bronzestatue aufgestellt werden soll. Diese Statue ist vom Künstler Jochen Müller gegossen worden und wird rund 350 Kilogramm wiegen. Die Statue ist natürlich extrem fest verankert und auch entsprechend gegen Diebstahl gesichert. Ebenfalls an der Finanzierung beteiligte sich die Städte- und Gemeindestiftung der Kreissparkasse Köln, deren Regionaldirektor Peter Frings es sich ebenfalls nicht nehmen ließ, einen Scheck über 1.000 Euro zu dem Objekt, dessen Gestehungskosten mit rund 26.000 Euro veranlagt sind, beizusteuern. Insgesamt sind nun rund 80 Prozent der Kosten finanziert und weitere Spenden an die Dorfgemeinschaft Lüftelberg sind natürlich erwünscht. Der stellvertretende Bürgermeister Michael Sperling verwies in Vertretung für den noch im Urlaub weilenden Bürgermeister Bert Spilles auf die große Bedeutung dieses in Vergessenheit geratenen Mitbürgers, dem im Jahre 1992 die damalige Deutsche Bundespost sogar eine Sondermarke widmete.
Als sicher kann heute gesagt werden, dass Johann Adam Schall von Bell auf der Burg Lüftelberg aufgewachsen ist und dass der Familie damals unter anderem die Burg Morenhoven gehörte. Johann Adam Schall von Bell besuchte in Köln das Gymnasium und war wohl hochbegabt, denn zum Studium wurde er nach Rom geschickt, wo er auch dem Orden der Jesuiten beitrat. Im Jahre 1617 wurde er zum Priester geweiht und studierte Theologie, Mathematik, Physik und Astronomie. Er lernte mehrere Sprachen und 1619 ging es weiter in die portugiesische Kolonie Macao und von dort nach China. Er wurde dort zunächst Missionar, wie von ihm selber gewünscht, und dann zu einem großen Gelehrten, der 1630 an den kaiserlichen Hof gerufen wurde. Dort widmete er sich Fragen rund um den Kalender, befasste sich mit dem Bergbau und wurde schließlich zum Hofastronomen am Hof des Kaisers ernannt. 1644 wurde er sogar Direktor des Astronomischen Amtes. Zwar hoch anerkannt von der Wissenschaft, musste er sich jedoch auch mit Neidern aus Wissenschaft, Politik und Hofstaat herumschlagen, er wurde mehrfach vor Gericht gezerrt und sogar 1665 zum Tode verurteilt. Doch dieses Urteil wurde nicht vollzogen; im Jahre 1666 starb er in der Pekinger Jesuitenmission.
Es dürfte wohl keinen Meckenheimer Bürger geben, der so intensiv im Mittelalter in Asien und darüber hinaus gewirkt hat, und in China wird Johann Adam Schall von Bell auch heute noch stark verehrt. Dies ist sicherlich auch der Grund, warum sich zur Einweihung des Denkmals am 14. September auch der chinesische Generalkonsul aus Frankfurt angekündigt hat. Und auch die Gruppe „Bönnsche Chinesen“ wird die Enthüllung des Denkmals künstlerisch begleiten, sodass dann auch für jedermann sichtbar die Brücke zwischen Meckenheim-Lüftelberg und China geschlagen wird.
Bereits im Kleinformat gibt es die Statue von Johann Adam Schall.
Große Freude herrschte in Lüftelberg bei der Spendenübergabe durch den Heimatverein und die Kreissparkasse Köln. Fotos: STF
