Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Tourismus tagte
„Einzelhändler müssen aktiver werden“
Wirtschaftsförderer präsentiert Konzept für den Neuen Markt und fordert Aktionen und längere Öffnungszeiten
Meckenheim. Längere und einheitliche Öffnungszeiten sowie gemeinsame Aktionen könnten die Situation am Neuen Markt auch langfristig verbessern. Zu diesem Fazit kommt Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer in seinem Konzept zur Situation am Neuen Markt - dem zweiten Zentrum der Stadt. Insgesamt war die Stimmung im Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Tourismus alles andere als gut, nachdem Schwindenhammer die Fakten zum Neuen Markt präsentierte.
Leer stehende Geschäfte, weniger Kundenfrequenz in der Zukunft durch die neuen Märkte am Steinbüchel und geringes Engagement der Händler bestimmten die derzeitige Situation am Neuen Markt. Zwar stimmte der Ausschuss dem Konzept Schwindenhammers einstimmig zu. Angesichts der geringen Bereitschaft der Einzelhändler, sich gemeinsamen Aktionen anzuschließen und ihre Öffnungszeiten einheitlich zu gestalten, machte sich jedoch Unverständnis unter den Politikern breit. Schwindenhammer berichtete von geplanten Aktionen wie einem Weinfest im Sommer und einem Herbstfest jeweils mit verlängerten Öffnungszeiten. Das Interesse der Einzelhändler sei jedoch bisher eher gering, so die Sorge des Wirtschaftsförderers. Er wiederholte immer wieder, dass die Stadt nur die Rahmenbedingungen schaffen und die Geschäftsleute unterstützen könne. „Jeder muss jedoch mitmachen“, forderte er. „Wenn dann über eine Stunde über verlängerte Öffnungszeiten diskutiert wird, fehlt mir das Verständnis“, kritisierte er den Verlauf der Diskussion am Runden Tisch, zu dem die Stadt im Januar eingeladen hatte. Auch bei der Debatte um die Kernöffnungszeiten sehe er derzeit keine Möglichkeit, etwas zu ändern.
Optimistischer zeigte sich der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt: „Wir müssen hier dicke Bretter bohren und dranbleiben.“ Das soll auch mit weiteren Veranstaltungen für die Meckenheimer Einzelhändlern geschehen. Sowohl der Runde Tisch an dem elf der 60 eingeladenen Händler teilnahmen, als auch das von nur einem Händler des Neuen Marktes besuchte Schaufensterseminar will die Verwaltung wiederholen.
Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher (UWG) brach als Einziger im Ausschuss eine Lanze für die Einzelhändler. Manche von ihnen seien mit längeren Öffnungszeiten personell und organisatorisch einfach überfordert, gab er zu bedenken. Der Ausschuss-Vorsitzende Ferdinand Koll (CDU) hingegen stellte fest, dass hier Zeit vergeudet werde. „Das Image wird nicht besser und hängt der gesamten Geschäftsstraße an“, warnte er vor Untätigkeit. Damit werde dann auch der einzelne Händler mit längeren Öffnungszeiten bestraft.
Auch das Markt-Center mit den Leerständen im Unter- und Erdgeschoss sorgte für Diskussionen. Joachim Krüger (CDU) wies darauf hin, dass es gerade im Markt-Center viele Räume gebe, die für Arztpraxen gut geeignet seien. Vielleicht könne man so den Neubau des Ärztehauses auf dem Parkplatz an der Danziger Straße überflüssig machen, schlug er vor. Dagegen spreche der Preis von 6,5 Millionen Euro. Es gebe Investoren, aber keiner sei bereit, diesen Preis zu zahlen, informierte Schwindenhammer. Er verwies zudem auf die Parkpalette, wo man möglicherweise statt einer Sanierung einen Neubau in Erwägung ziehe.
So wäre es möglich, hier größere Flächen anzubieten für Märkte abseits der Lebensmittelsparte, deutete er zum Beispiel eine mögliche Kompensationsfläche für einen Baumarkt nach dem Weggang des Toom-Baumarktes an. Anfragen für Baumärkte gebe es viele, im Moment fehlten allerdings geeigneten Flächen in Meckenheim. Eher schlecht sei die Situation auch bei den Gaststätten am Neuen Markt, nach denen die SPD-Vorsitzende Erdmute Rebhan fragte. Dieses Segment sei fast noch schwieriger als der Einzelhandel. „Für den Neuen Markt gibt es derzeit keine Interessenten, die dort ein Lokal eröffnen möchten.“
