Stadt Meckenheim zeichnet drei neue Träger der Ehrennadel aus
Festakt am Internationalen „Tag des Ehrenamtes“
Meckenheim. Die Anlässe im Jahr, wo Bürgermeister Bert Spilles nicht nur im dunklen Anzug, sondern auch mit der offiziellen Amtskette erscheint, sie sind sehr selten aber dafür meist sehr bedeutsam. So auch am vergangenen Samstag, als er den 5. Dezember nutzte, um verdiente Mitbürger mit der Ehrennadel der Stadt Meckenheim auszuzeichnen. Dabei war dieser Tag natürlich nicht zufällig gewählt, sondern dieses Datum wird auch international als „Tag des Ehrenamtes“ begangen.
15 Personen und Gruppen für die Ehrennadel vorgeschlagen
In diesem Jahr wurden aus der Stadt 15 Personen und Gruppen vorgeschlagen, welche jeder ein würdiger Preisträger gewesen wäre. Der Ausschuss für Sport, Schule und Kultur hatte die überaus schwierige Aufgabe, hier die entsprechenden Preisträger auszusuchen. Mehr als 120 Personen hatten denn auch den Weg in den großen Sitzungssaal gefunden, wo Bürgermeister Bert Spilles die entsprechenden Ehrungen vornehmen sollte. Umrahmt wurde das kleine, aber feine Programm von musikalischen Darbietungen der beiden Gitarristinnen Alena Köhler und Lisanne Michel von der Musikschule Rheinbach-Meckenheim.
Ehrenamt wird in der heutigen Zeit immer bedeutender
In seiner Ansprache ging Bert Spilles auf die Begriffe „Ehre“ und „Amt“ ein und die Bedeutung in der heutigen Zeit und betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Zivilgesellschaft. Mehr als 580.000 Vereine sind registriert, siebenmal so viele wie vor 50 Jahren, vom Sport- über den Gesangverein bis hin zur freiwilligen Feuerwehr. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, welche mit ihrer Arbeit für das „soziale Kapital“ dieser Gesellschaft stehen. Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität sind unbezahlbare Werte, sie können nicht mit Geld vergütet werden. Und er betonte dies im Kontext der aktuellen Flüchtlingsproblematik, wo viele ehrenamtlich helfen, gerade auch in Meckenheim. Freiwillige, Ehrenamtliche spenden Geld, Kleidung oder Spielzeug und verteilen diese, sie stellen Wohnungen zur Verfügung, geben Deutschunterricht oder helfen bei Behördengängen und Arztbesuchen.
Erste Auszeichnung ging an Sybille von Nordeck
Als Erste durfte sich dann Sybille von Nordeck über die Auszeichnung freuen. Dass ehrenamtliches Engagement verschiedene Bereiche umfassen kann, dafür bieten die unterschiedlichen Tätigkeiten von Sybille von Nordeck ein Beispiel. Sie engagierte sich politisch: Von 1985 bis 1993 war sie Vorsitzende der Frauen-Union Meckenheim, 1989, 1993 bis 1994 sowie 1995 bis 1999 war sie teils Sachkundige Bürgerin, teils Mitglied des Rates der Stadt Meckenheim, einundzwanzig Jahre leitete sie einen politischen Arbeitskreis der Frauen-Union und war einige Jahre stellvertretende Kreisvorsitzende der Frauen-Union.
Sie engagierte sich im sozialen Bereich: Als grüne Dame, anfangs im Evangelischen Altenzentrum „Haus am Römerkanal“, ab 2009 im Johanniter-Stift Meckenheim, betreute Sie ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Sie engagierte sich im kulturellen Bereich: Viele Meckenheimerinnen und Meckenheimer kennen die Preisträgerin, als Vorsitzende des 2003 gegründeten Vereins Pro Obere Mühle e.V., der aus der 2000 eingerichteten Bürgerprojektgruppe Obere Mühle entstand, deren Leitung Sie innehatten. Bert Spilles hierzu: „Mögen diese selbst gewählten Aufgabenkreise auch sehr heterogen wirken, so setzen sie doch Persönlichkeitsstrukturen voraus, die jedem Einzelnen von ihnen zugutekommen. Sowohl in Politik als auch auf sozialem Gebiet sind Kontaktfreudigkeit und Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung nötig. Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit und Entschlossenheit in der Verfolgung des Vorhabens, wie Sie und die Mitglieder des Vereins Pro Obere Mühle es seit 2003 zeigen, um das Baudenkmal „Obere Mühle“ einschließlich der technischen Ausstattung als Getreidemühle instand zu setzen und es einer museal-kulturellen und touristischen Nutzung zuzuführen, sind unabdingbar und bemerkenswert. Liebe Frau von Nordeck, Sie übernehmen Verantwortung, wenn Sie sehen, dass Ihr Engagement, Ihr Wissen und Ihre Tatkraft gebraucht werden. Nur wer Verantwortung übernimmt, unternimmt etwas, wird aktiv.
Ihre Aufgabe als grüne Dame beispielsweise ist keine leichte, wohl aber eine sinnstiftende und bereichernde Aufgabe, denn Sie mildern die Sorgen und Nöte der älteren Menschen. Engagement im kommunalpolitischen Bereich zeigt Pflichtbewusstsein für das Gemeinwesen. Eine demokratische Gemeinde ist ohne die Übernahme von Ämtern nicht funktionsfähig, daher ist Ihr Beispiel beachtlich und anerkennenswert. Sich für Ziele im kulturellen Bereich einzusetzen, stellt große Herausforderungen an die Ausdauer, Gelassenheit und Unermüdlichkeit. Auch dank Ihres Beharrungsvermögens ist das letzte technische Baudenkmal der Stadt Meckenheim erhalten geblieben. Wir brauchen Privatpersonen und Vereine, die Kultur pflegen.“
Zweite Ehrennadel an Hans-Günther Botzem
Hans-Günther Botzem war vom 28.3.1985 bis zum 27.3.2015, also 30 Jahre, als Schiedsmann im Schiedsbezirk I tätig, darüber hinaus wirkte er vier Jahre als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht in Köln in der Kammer Indien-Pakistan sowie als Beauftragter der Schiedsmänner und Schiedsfrauen der Bezirksvereinigung Bonn des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. im Amtsgerichtsbezirk Rheinbach und durfte sich über die zweite Ehrennadel des Tages freuen.
Hierzu Bert Spilles in seiner Laudatio: „Wer sich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, muss schon von seiner Persönlichkeit nach zur Streitschlichtung besonders fähig sein, obwohl Sie, lieber Hans-Günther Botzem, sagen: man wächst hinein. Durch Ihre Anteilnahme an den zu verhandelnden Sachen, durch Ihre Bereitschaft, den Beteiligten zuzuhören und auf ihr Vorbringen einzugehen und durch die Herstellung einer ruhigen und entspannten Atmosphäre schafften Sie es 30 Jahre, dass Parteien sich einigen und der soziale Frieden wiederhergestellt wurde. Um Kontrahenten bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, Konflikten um Ehrverletzungen, Hausfriedensbruch, Verletzungen des Briefgeheimnisses, leichte Körperverletzung, Bedrohung oder Sachbeschädigung an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden, sind Unparteilichkeit, Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick Voraussetzung für eine erfolgreiche Schiedsamtstätigkeit - Eigenschaften, die Ihre Persönlichkeit ausmachen. Dessen ungeachtet mussten Sie auch bisweilen „auf den Tisch hauen“, wenn das einer Einigung förderlich war. Sie, lieber Herr Botzem, haben in 30 Jahren mit viel Geschick, Geduld und großem zeitlichen Engagement dazu beigetragen, zerstrittene Parteien zu bewegen, einem von beiden Seiten akzeptierten Vergleich zu schließen - immer nach dem Motto „Sich vertragen ist besser als klagen“. Mancher derjenigen, die sich beispielsweise nach jahrelangem Nachbarschaftsstreit durch Ihre Vermittlung einigte, fuhr anschließend gemeinsam nach Hause, worauf Sie mit Recht stolz sind.
Für Ihre 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsmann verleiht Ihnen die Stadt Meckenheim heute die Ehrennadel und bedankt sich für Ihr Engagement und Ihre Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.“
Dritter Ehrennadelträger ist die Ghana-Partnerschaft
Die dritte Ehrung ging an die Ghana-Partnerschaft. Es sind dieses neben dem Sprecher Herrn Dr. Ernst Schmied, Hildegard Restle, Heide Bisplinghoff, Ulla Butter, Armgard Junker, Helga Marx, Marie-Elisabeth Mielke, Mechtild Sylvester, Harry Neyer, Dr. Günter Reimann, Rainer Hilpert und Thomas Herwartz.
Der Partnerschaftsausschuss St. Paul Kumasi - St. Johannes Meckenheim kann 2016 sein 30-jähriges Jubiläum feiern. 1986 reisten der damalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Harry Neyer mit Herrn Dr. Schmied in die katholische Pfarrgemeinde St. Paul in Kumasi, Ghana, um offiziell eine Partnerschaft zu gründen. Der erste Sprecher des Partnerschaftsausschusses wurde Harry Neyer, ihm folgte Dr. Schmied 2005.
Hierzu Bert Spilles: „Das Wirken des Partnerschaftsausschusses könnte man als gelebte Solidarität bezeichnen. Seine Mitglieder engagieren sich vorbildlich um das Kennenlernen und die Verbindung der ghanaischen Gemeinde Kumasi mit der Gemeinde St. Johannes der Täufer. Sie öffnen damit den Blick auf die Menschen eines anderen Kontinents, ihre Kultur, Lebensweise und Glaubenspraxis, ihre Freuden und Nöte. Die wechselseitige menschliche Begegnung, die gemeinsame Sorge für die Förderung von Ausbildung und Lebensqualität in Ghana, das gegenseitige Kennenlernen sind letztlich ein wirksamer Beitrag für Verständnis, Frieden und Zusammenleben der Völker. Je 15 Gruppen aus Kumasi und aus Meckenheim besuchten sich bisher, auch Erzbischof Sarpong besuchte Meckenheim bereits fünfmal. Etwa 90 Veranstaltungen zu Ghana und Afrika wurden in Meckenheim durchgeführt. Erinnert sei auch an die regelmäßige Beteiligung beim Altstadtfest mit dem „Afrikanischen Markt“ mit einem Verkaufsangebot, einer Musikgruppe und ghanaischen Gerichten sowie das Mitwirken an den Meckenheimer Kulturtagen. Jährlich finden außerdem im Rahmen des Programms „Afrika erleben“ mit dem Katholischen Bildungswerk Koch- und Trommelkurse sowie Vortragsabende zu aktuellen Themen rund um Afrika und Ghana statt. Diese Veranstaltungen sind mittlerweile weit über Meckenheim hinaus bekannt und sehr geschätzt.
Der Partnerschaftsausschuss förderte Bildungseinrichtungen in der Partnergemeinde - Kindergarten, Grundschule, Sekundarschule, Berufsschule für Mädchen, die Schreinerausbildung - sowie einen Ausbildungsfonds für Kinder ärmster Familien mit insgesamt rund 180.000 Euro. Die Einrichtung eines Basisgesundheitsdienstes in der Partnergemeinde auf Anregung und Förderung aus Meckenheim setzt die langjährige Förderung eines Buschkrankenhauses aus der Anfangszeit der Partnerschaft fort. Die Ghana-Partnerschaft hat entscheidend dazu beigetragen, in Meckenheim das Verständnis für Menschen anderer Völker, auf einem anderen Kontinent zu wecken und zu fördern.
Alena Köhler und Lisanne Michel sorgten für die musikalische Umrahmung.
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