Volkstrauertag in Meckenheim
Gedenkfeier in würdigem Rahmen
Meckenheim gedachte der Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung
Meckenheim. „Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte“, dichtete Heinrich Heine, obwohl zu seinen Lebzeiten die großen Weltkriege mit den Millionen von Opfern noch gar nicht absehbar waren. Auch auf dem Meckenheimer Ehrenfriedhof zeugen zwei Reihen Grabsteine sowie das große steinerne Kreuz mit der Inschrift „Unseren Toten in der Heimat und in der Fremde“ von Opfern, die ohne eigenes Zutun zum Spielball und zu Opfern von unverantwortlich Handelnden geworden sind.
In einer beeindruckenden Rede beschwor Bürgermeister Bert Spilles den Wert des Friedens. „Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem Ersten, es war noch bewohnbar nach dem Zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem Dritten“. Mit diesen Worten von Berthold Brecht über die furchtbaren Auswirkungen des Krieges, die so laut Bert Spilles nichts von ihrer Aktualität verloren haben, wies er auf die brutalen Folgen von Kriegen hin.
„Heute, am Volkstrauertag, gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewalt, trauern um die Toten der beiden Weltkriege, um die Soldaten, die gefallen sind, um die Frauen, Männer und Kinder, die ihr Leben lassen mussten.“ Die gegenwärtige weltpolitische Lage zeige, so der Bürgermeister weiter, dass das Streben nach Frieden und Kooperation eine dringende Aufgabe aller Staaten sei, wenn Mensch und Natur dieses Jahrhundert überleben wollen.
Die gegenwärtigen Kriege fordern Millionen Todesopfer und noch mehr Verwundete, wobei der Anteil der getöteten Zivilpersonen im Verhältnis zu den gefallenen Soldaten steige. Auch Europa war stets ein Kontinent des Krieges, jetzt ist es ein Kontinent des Friedens geworden. Der Volkstrauertag sei heute und in Zukunft wichtig, damit die Menschen den Frieden nicht als selbstverständlich hinnehmen, damit die Menschen nicht vergessen.
Meckenheimer Bürger auf dem Ehrenfriedhof
Mit dem Bürgermeister waren zahlreiche Meckenheimer zu der Gedenkveranstaltung gekommen. Der Pfarr-Cäcilienchor eröffnete mit dem Choral „Von guten Mächten“ nach Versen von Dietrich Bonhoeffer unter der Leitung von Bernhard Blitsch die Gedenkveranstaltung.
Mehrere Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse der Geschwister-Scholl-Hauptschule trugen Zitate bekannter Persönlichkeiten der Zeitgeschichte vor, neben den Worten von Heinrich Heine auch den bekannten Ausspruch von Willy Brandt „Frieden allein ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.“
Zur Kranzniederlegung hatte die Reservistenkameradschaft Rheinbach-Meckenheim unter der Führung von Oberfeldwebel d.R. Eckhard Weber eine Ehrenformation abgestellt. Mit dem Trompetensolo „Ich hatt‘ einen Kameraden“ endete die Gedenkfeier.
