SV Rot-Weiß Merl, D-Juniorinnen
Glück hat manchmal auch der Tüchtige
Merl. Nach den ersten drei Partien der Rückrunde gegen etwas leichtere Gegner standen mit den Auswärtsspielen gegen den SSV Walberberg und gegen den SV Wachtberg die ersten echten Prüfsteine des Jahres auf dem Programm. Obwohl einigermaßen ersatz- und grippegeschwächt, wollten die Amselstädterinnen auch in Walberberg Vollgas geben. Dies gelang gleich mit der ersten Aktion, als Maya mit Ball schneller war als ihre Gegnerin ohne, aber aus zehn Metern knapp das Tor verfehlte. Dies war das richtige Signal für beide Teams, die sich über die gesamte Spielzeit keine Atempause gönnten und sich vor allem kämpferisch nichts schenkten. Bei zwei Pfostentreffern und einigen gefährlichen Distanzschüssen war der Gastgeber dem 1:0 zwar näher, aber auch die Merler Mädchen erarbeiteten sich gute Gelegenheiten. Vor allem Maya, die mit ihrem unwiderstehlichen Antritt der gegnerischen Abwehr mehrfach auf und davon lief, hätte das Spiel für die Amselstädterinnen entscheiden können. Es fehlten jedoch stets die berühmten Zentimeter. So stand am Ende ein leistungsgerechtes, aber nie langweiliges 0:0. Es hätte aber auch 2:2 oder 3:3 heißen können.
Eine Woche darauf ging es zum Derby nach Wachtberg. Ein Sieg musste her, um den Wachtbergern den zweiten Tabellenplatz wieder abzuknöpfen. Die Vorzeichen standen günstig, konnten die Gäste doch mit Ausnahme von Nicola wieder auf die komplette Mannschaft zurückgreifen, während der Gastgeber auf seine Torjägerin verzichten musste. So gelang es den Merler Mädchen zunächst auch weitestgehend, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Abwehr um Sarah, Anthea und Ella schaltete sich immer wieder in die eigenen Angriffe ein und beherrschte auch das Mittelfeld. Nur in der Gefahrenzone vor dem Wachtberger Tor befiel die Amselstädterinnen eine merkwürdige Unentschlossenheit. Ein Phänomen, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zieht. Den Trainern ist es offensichtlich noch nicht gelungen, den Mädchen das Killergen einzupflanzen.
Mitte der ersten Halbzeit fiel endlich das erlösende 1:0 aus Sicht der Merlerinnen. Nach einem Steilpass von Anthea marschierte Sarah über links zur Grundlinie, flankte sauber vor das Tor, wo Lina mit einer schönen Direktabnahme einnetzte. Dieser Treffer gab zusätzliche Sicherheit, jedoch nach wie vor nicht vor des Gegners Tor.
Nach Wiederanpfiff - jetzt mit Maya als Abwehrchef und Sarah im Sturmzentrum - ein ähnliches Bild: Merl hatte deutlich mehr Spielanteilen, aber keine wirklich zwingende Strafraumszenen. Und die vom Wachtberger Trainer mehrfach zu Recht beklagten Geschenke in Form von haarsträubenden Fehlpässen vor dem eigenen Tor wollten die SV-Mädels wohl auch nicht annehmen. Nur Anthea war dem 2:0 sehr nahe, aber ihr Freistoß aus 20 Metern rasierte nur die Lattenoberkante. So wurde es in den letzten zehn Minuten der Partie, als die Kräfte und die Konzentration schwanden, noch einmal spannend. Der Gastgeber warf jetzt alles nach vorn, die Gäste bekamen gehöriges Nervenflattern. Zur Krönung gab es in der vorletzten Spielminute noch einen Wachtberger Pfostenknaller, danach war endlich Schluss.
So standen am Ende vier Punkte aus zwei Spielen gegen unmittelbare Konkurrenten um die Spitzenplätze. Angesichts dreier gegnerischer Pfostenschüsse sicherlich etwas glücklich, aber mit kämpferisch und spielerisch großartigen Leistungen trotzdem mehr als verdient. Der Fußballgott ist eben diesmal Amselstädter gewesen. Mit vier Siegen und einem Remis ohne ein einziges Gegentor haben die Merler D-Mädchen bisher eine tolle Rückrunde gespielt. Jetzt sind erst einmal Osterferien.
SV Rot-Weiß Merl (in Walberberg): Jael, Ella, Anthea, Nicola, Sarah, Maya, Tabea, Naja, Lèa.
SV Rot-Weiß Merl (in Wachtberg): Jael, Ella, Anthea, Sarah, Maya, Lina, Mia, Tabea, Jaclyn.
