Standort am Neuen Markt ist für das Jobcenter zu klein geworden
Jobcenter sucht immer noch neues Haus
Stadt schlägt frei werdende Verwaltungsgebäude wie den Reginahof als Alternative vor
Meckenheim. Das Haus am Neuen Markt 36 platzt aus allen Nähten, eine Alternative ist nicht in Sicht: So stellt sich die derzeitige Situation der Geschäftsstelle Meckenheim des Job-Centers Rhein-Sieg dar. Eigentlich sollte die Trägerversammlung schon im November letzten Jahres grünes Licht für den Umzug der Geschäftsstelle geben. Bisher gab es jedoch keine passende Immobilie dazu, erläutert der stellvertretende Geschäftsführer Bert Schwadorf auf Anfrage. Man sondiere weiterhin den Markt, könne jedoch derzeit keine geeigneten Immobilien die leer stünden ausmachen. Ursprünglich hatte das Jobcenter geplant, in ein Industriegebäude mit Bürokomplex in den Industriepark gleich an der Haltestelle umzuziehen. Dagegen regte sich jedoch insbesondere aus der Meckenheimer Stadtverwaltung Widerstand, denn sie befürchtete, dass dann der Neue Markt noch weiter veröde, angesichts der ohnehin vorhandenen Leerstände in den Ladenlokalen dort. Zudem habe der Eigentümer die notwendige Nutzungsänderung seitens der Stadt nicht genehmigt bekommen, so Schwadorf. Fakt bleibe jedoch, dass das jetzige Gebäude zu klein sei und man auf lange Sicht nicht an einem Umzug vorbei komme, erläutert Schwadorf. Allerdings sollte dieser Umzug, der immer einen sehr großen Aufwand bedeute, dann auch tatsächlich der Letzte sein. 36 Mitarbeiter arbeiten in Voll- oder Teilzeit in der Meckenheimer Geschäftsstelle und damit ist das Haus „Am Neuen Markt 36“ bis unters Dach besetzt. Einige Mitarbeiter ohne Publikumsverkehr seien sogar schon in ein Nachbargebäude umgesiedelt worden. „Wir sind am Anschlag“, formuliert es der stellvertretende Geschäftsführer. Notwendig würden in absehbarer Zeit auch Sanierungsarbeiten, die jedoch angesichts der derzeitigen Belegung des Gebäudes nicht durchgeführt werden könnten. Gesucht wird ein Haus mit einer Größe von rund 1.100 Quadratmetern und einem geeigneten Zuschnitt der Räume. Zudem sollte es eine sehr gute Anbindung haben und zentral gelegen sein.
Auch die Nachbarkommunen Meckenheims werden bei der Suche durchaus in den Blick genommen. Sollte sich ein passendes Gebäude finden, hat die Trägerversammlung ohnehin immer das letzte Wort. Die setzt sich aus jeweils sechs Vertretern des Kreistages und der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg unter dem Vorsitz von Landrat Frithjof Kühn zusammen. Bürgermeister Bert Spilles zeigt sich auf Anfrage durchaus optimistisch, dass der Umzug innerhalb der Stadt erfolgen könnte. „Wir sind in engem Kontakt mit der Geschäftsführung des Jobcenters“, teilt er mit. Es gebe einen Nachtrag zum Mietvertrag, der zunächst eine gewisse Sicherheit für den Verbleib in nächster Zeit herstelle. Mögliche alternative Standorte sieht Spilles mit dem geplanten Rathausneubau frei werden. Dann zieht die Verwaltung aus dem Reginahof, dem Rathaus und den Verwaltungsräumen im Ruhrfeld aus. „Wir haben von Seiten der Geschäftsführung die Zusage, dass man gerne in Meckenheim bleiben würde“, so Spilles. Die Stadt könne zwischen dem Jobcenter und dem Eigentümer des Reginahofes vermitteln und für einen reibungslosen Übergang sorgen. Bezüglich Lage, Größe und Mietpreis müsse dann mit dem Eigentümer verhandelt werden. Die Option, das frei gewordene Gebäude des Straßenverkehrsamtes zu nutzen, habe sich zerschlagen und der Wunschstandort im Industriepark wurde wegen baurechtlicher Bedenken nicht genehmigt. Problematisch sei es gewesen, dort Büroräume zu etablieren, denn wenn sich dort in direkter sich Nachbarschaft produzierendes Gewerbe ansiedle, was an der Stelle erlaubt sei, seien Problem vorprogrammiert. Um den freiwerdenden Reginahof zu nutzen, müsste sich das Jobcenter allerdings in Geduld üben, denn die Pläne rund um den Rathausneubau stecken noch im Anfangsstadium. Ob der avisierte Umzugstermin in 2015 gehalten werden kann, ist offen. „Da wir keine Alternative haben, ist der Reginahof für uns eine mögliche Option“, das Anforderungsprofil im derzeitigen Verwaltungsstandort könne durchaus hergestellt werden, so Schwadorf.
