Berufsbörse für Mädchen im Mosaik-Kulturhaus Meckenheim
„Mädchen können genau so viel wie die Männer“
Meckenheim. Den Schülerinnen der achten Klassen aus den Haupt- und Förderschulen des linksrheinischen Kreisgebietes gehörte vergangenen Mittwoch das Mosaik-Kulturhaus Meckenheim. Die Koordinierungsstelle für Jugendberufshilfe im Kreisjugendamt veranstaltete zusammen mit der Gleichstellungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises im Mosaik-Kulturhaus eine Berufsbörse für Mädchen. Für die etwa 100 Mädchen rückt der Schulabschluss näher und es stellt sich dann die Frage: Was will ich werden? Welcher Beruf interessiert mich? Wie geht es nach der Schule weiter?. Auch im 21. Jahrhundert hat sich an den Rollenklischees über typische Frauenberufe nicht viel geändert, gleichwohl warten viele Handwerksbetriebe und andere Berufszweige dringend auf „weiblichen Nachwuchs“.
Hilfe und Orientierung
Hier will die Berufsbörse Hilfestellungen und Orientierungen geben. Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern die Mädchen können zur Berufsbörse vieles selbst ausprobieren und testen. Deshalb wurden an diesem Tag vor allem scheinbar „frauenuntypische“ Berufe vorgestellt, etwa aus den Bereichen Holzverarbeitung und Elektrotechnik, Garten- und Landschaftsbau, Rettungsdienst und vieles mehr. Scheu kannten die Mädchen beim Ausprobieren der vorgestellten Berufe nicht. „Mädchen können genau so viel wie die Männer“, war der Grundtenor bei den Schülerinnen. Viel Spaß hatten die Mädchen bei der Herstellung von Adventsgestecken mit Frau Burkhardt. Sie lernten hier die Arbeiten der Garten- und Landschaftspflege kennen. Der Beruf eines Maler und Lackierers wurde vom Verein für Europäische Sozialarbeit, Bildung und Erziehung vorgestellt. Dabei machten die Schülerinnen erste Erfahrungen mit der Tupftechnik auf Kacheln. Herr Rehbein vom Malteser Hilfsdienst Rheinbach stellte den Beruf einer Rettungsassistentin vor. Wo sonst die Jugendlichen zu Discoklängen tanzen, herrschte betriebsame Atmosphäre mit Lötkolben und Lötzinn beim Herstellen von Tiffany-Spiegelkacheln mit Schmuckelementen. Frau Roth vom Handwerkerinnenhaus Köln gelang es, den Mädchen die Scheu vor dem Umgang mit dem Lötkolben zu nehmen. In einem anderen Raum wurden mit Herrn Wittkamp vom Berufskollege St. Ansgar, Hennef, „Strippen“ gezogen und Verteilerdosen verdrahtet.
In die Berufe hineinschnuppern
An etwa zehn Stationen konnten die Mädchen an diesem Tag in die verschiedenen Berufszweige hineinschnuppern. Zusätzlich konnten sich die Teilnehmerinnen an verschiedenen Ständen der Gleichstellungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Meckenheim, Bettina Hihn und pro familia, Troisdorf, über Verhütung, Jugendschutz und Suchtgefahren informieren. Mit der weiteren Lebensplanung, Partnerschaft und unter dem Motto „Catch the Sperm“ gab es allerlei Wissenswertes zum Thema Sexualität. Lustig fanden die Schülerinnen die zahlreich ausliegenden Testbögen zu den Themen „Welcher Beruf wäre dein Ding?“, Alkohol und Jugendschutzgesetz. Nachdem die Mädchen ihren Lieblingsberuf auf den Testbögen angekreuzt hatten, sahen sie auf den Bogen „Verdienstmöglichkeiten verschiedener Berufe“ gleich, ob ihre Vorstellung vom späteren Leben, ihre Wünsche und Begehrlichkeiten erfüllt werden könnten. Die Veranstalter und Organisatoren haben mit der diesjährigen Berufsbörse für Mädchen den künftigen Schulabgängerinnen Einblicke in Berufe gegeben, die sonst typischer Weise von Männern ausgeübt werden und gezeigt, dass sich diese Berufe auch für Mädchen eignen. Jedenfalls wurde das Ziel dieser Berufsbörse, Orientierung zur Berufswahl und Lebensplanung zu geben, erreicht.
Im Discoraum des Mosaik-Kulturhauses lernten die Schülerinnen während der Berufsbörse für Mädchen den Umgang mit dem Lötkolben und mit Lötzinn zur Herstellung von Tiffany-Objekten.
