Ansiedlung der beiden Magnetbetriebe ist willkommen
„Man kann das Geld nur einmal ausgeben“
Leserbrief zur Entwicklung des Einzelhandels in Meckenheim
„Man kann das Geld nur einmal ausgeben“ hörten und lasen wir in letzter Zeit mehrfach von den Protagonisten des Meckenheimer Verbundes. Sicher kann man das Geld nur einmal ausgeben, die entscheidende Frage ist aber, wo man es ausgibt. Meckenheim lag 2012 in einem Kaufkraftvergleich der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit 23.209 Euro pro Einwohner im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis nach Wachtberg (25.083 Euro) an zweiter Stelle, der Deutschland-Durchschnitt beträgt 20.014 Euro. Geld ist also in Meckenheim überdurchschnittlich vorhanden.
Nach einem von der Stadt Meckenheim im Jahr 2008 in Auftrag gegebenen Gutachten der Unternehmensberatung BBE fließen aus dem Stadtgebiet jährlich etwa 37 Millionen Euro an Kaufkraft ab, zum Beispiel auch an das Einkaufszentrum in Berkum und die Edeka-Märkte in Röttgen und Hardtberg.
Deren Kunden gilt es, wieder nach Meckenheim zurückzuholen. Die Umsätze des Nahversorgungszentrums in Merl im zweistelligen Millionenbereich werden dem Stadtsäckel von Meckenheim in Form von Gewerbesteuer in nicht unerheblicher Höhe sicher guttun. Somit werden auch alle anderen Stadtteile davon profitieren.
Die Gewerbesteuer fließt übrigens sofort, da ein Investor baut und somit die Abschreibungsphase für die beiden Unternehmen entfällt.
Das Gutachten sagt überdies aus: „Hinsichtlich der Größenordnung wurde ein Nutzungskonzept geprüft, das die Ansiedlung eines Supermarktes mit max. 1500 qm im räumlichen Verbund mit einem Discountmarkt (max. 1.000 qm Verkaufsfläche) vorsieht. Die Analyse kam zu folgenden Ergebnissen:
Ein Verbundstandort von Supermarkt und Discountmarkt würde in den nahversorgungsrelevanten Sortimenten eine Umsatzleistung von rund 11 Mio. Euro erreichen können.
Städtebauliche Auswirkungen auf die Zentralen Versorgungsbereiche Alt-Meckenheim und „Neuer Markt“ wären auszuschließen, da für keinen der in den Zentren ansässigen Wettbewerber existenzbedrohende Umsatzverluste prognostiziert werden.“ Wenn also an anderer Stelle von 25 Prozent Umsatzeinbußen und der Vernichtung von Arbeitsplätzen die Rede ist, entspricht dies nicht den Aussagen des Gutachtens.
In diesem Zusammenhang ist auch verwunderlich, dass in der Neuen Mitte die Ansiedlung des Discounters Netto zur Schließung des Toom-Baumarktes führt und niemand von Vernichtung von Arbeitsplätzen oder Umsatzeinbußen für die anderen Lebensmittelmärkte spricht.
Auch der Wirtschaftsförderer der Stadt Meckenheim ließ sich zu einigen im Widerspruch zum BBE-Gutachten stehenden Bemerkungen hinreißen und äußerte Bedenken. Ihm sollte das Wohl aller Meckenheimer Stadtteile und aller Gewerbetreibenden am Herzen liegen. Dies gilt auch für den Meckenheimer Verbund.
Auch in Merl gibt es Mitglieder des Verbundes, ich gehöre dazu. Diese freuen sich über die Ansiedlung der beiden Magnetbetriebe, die vielleicht auch die Heroldpassage für potenzielle Mieter interessanter macht.
Klaus-Jürgen Pusch,
Merl
