Vierte Auflage des „Tages der Kulturen“ wartete mit einem bunten Programm auf
Meckenheim feiert seine kulturelle Vielfalt
Auch Probleme der Integration und konstruktive Lösungen wurden angesprochen
hb. Es war richtig was los am vergangenen Samstag auf dem Meckenheimer Kirchplatz, und auch Petrus hatte ein Einsehen und ließ den Regen in den Wolken, sodass Bürgermeister Bert Spilles die Veranstaltung pünktlich eröffnen konnte. Nach 2006, 2008 und 2010 gab es in diesem Jahr die vierte Auflage des Festes „Tag der Kulturen“ und Stadtchef Bert Spilles konnte mit beeindruckenden Zahlen aufwarten.
In Meckenheim leben Bürger von mehr als 80 Nationen miteinander. Circa 15 bis 20 Prozent der Meckenheimer Bürgerinnen und Bürger verfügen über einen Migrationshintergrund. „Dies macht die bunte Mischung, die kulturelle Vielfalt in Meckenheim aus“, so Bert Spilles. In seiner kurzen Rede konnte er auch eine Abordnung aus Ghana begrüßen, welche auf Einladung der Katholischen Kirchengemeinde in Meckenheim weilte, und es war nicht verwunderlich, dass es sich Bert Spilles nicht nehmen ließ, die Gäste in englischer Sprache willkommen zu heißen, aber auch direkt zum Public Viewing des WM-Spieles Deutschland - Ghana am kommenden Samstag einzuladen. Der Dank des Bürgermeisters galt aber vor allem den zahlreichen Helfern, vor allem der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Migration und Integration, Heidi Wiens, sowie deren Mitstreiter. Mit einem straffen Programm ging es dann weiter, denn die „Oldie GmbH“ startete nun musikalisch durch den Beginn des Nachmittages. Da blieb dann auch Zeit, sich an den einzelnen Ständen einmal umfassend zu informieren. So hatten die kurdischen Frauen nicht nur ein leckeres Buffet aufgebaut, auch gab es zahlreiche Informationen über migrationspolitische Themen. Die gab es auch bei der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt, der Jugendrat der Stadt Meckenheim war ebenso vertreten wie das Mosaik-Kulturhaus Meckenheim, wo mit den Kindern gebastelt wurde.
Einen ernsten Hintergrund hat die die Tätigkeit des Vereins „Rhein-Flanke“, denn auch in Meckenheim ist Integration nicht immer nur eitel Sonnenschein. Auch dort gab und gibt es gerade im Jugendbereich viel zu tun und nicht alle Problemfälle sind einfach zu lösen. Mit klassischer Sozialarbeit und Streetwork nimmt sich der Verein der Jugendlichen an und hilft über ein gezieltes Sportprogramm, den Jugendlichen nicht nur ein Selbstwertgefühl zu geben, sondern diese nach Möglichkeit wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Was sich so einfach anhört, ist jedoch ein überaus steiniger Weg, der mithilfe von Fußball und Boxen erreicht werden kann. Hierbei werden Regeln gelernt, aber es werden auch vor allem Erfolgserlebnisse vermittelt und neben dem Sport gibt es auch gemeinsame Ausflüge, Bewerbungstrainings und Ähnliches. Neben Infomaterial gab es dann auch mit den Trainern die Möglichkeit für die Kids, einmal die Boxhandschuhe anzuziehen und sich wie Regina Halmich oder Vitali Klitschko zu fühlen - Klar, dass dies für die Kinder ein Riesenspaß war.
Ebenfalls ihre Freude an der Veranstaltung hatten die Kinder der Katholischen Grundschule Merl, hatten diese nicht nur ein Lied eingeübt, sondern auch die Bühne geentert mit jeweils einem Luftballon in der Hand, welche nachher den Meckenheimer Himmel bunt bemalten. Und bunt und interkulturell ging es weiter, denn ein Männerchor aus China begeisterte mit fernöstlichen Gesängen, die zunächst einmal für das westliche Ohr ungewohnt klingen und auch nicht unbedingt zu der musikalischen Umrahmung passten, welche man hier und da in China-Restaurants zu hören bekommt. Aus der „Villa Regebogen“, einer städtischen Kindertageseinrichtung, wurde ein türkischer Tanz dargeboten und auch die Musikschule war vertreten, ebenso wie zahlreiche weitere Akteure.
Insgesamt wurde dem interessierten Besucher ein Bild darüber vermittelt, wie bunt und vielfältig Meckenheim ist und dass Migration etwas mehr bedeutet, als nur einmal einen Döner essen zu gehen - wobei auch die kulinarische Vielfalt nicht zu kurz kam. Überaus positiv ist dabei ausgefallen, dass auch Probleme angesprochen wurden und vor allem aber auch konstruktive Lösungen dargestellt wurden. Überall wurde freundlich und kompetent Auskunft gegeben und so war es schade, dass die gut besuchte Veranstaltung nicht noch ein wenig besser besucht war.
Langeweile kam jedenfalls keine auf und besonders hervorgehoben werden muss die kurzweilige und humoristische Moderation der Veranstaltung von Peter Klee, Kommandant der Stadtsoldaten. Aber es ist wahrscheinlich diese Eigentümlichkeit der Rheinländer, auch schwierige Themen immer mit Humor zu nehmen, und Gründe, zu feiern, gibt es allemal. Insofern freuten sich die meisten dann auch schon trotz der vielen Arbeit auf das nächste Fest dieser Art.
Bei den kurdischen Frauen ließ sich Bürgermeister Bert Spilles in die Brotbackkunst einweisen.
Beim Boxen konnten sich die Kids wie Regina Halmich oder Vitali Klitschko fühlen.
Für die kleinen Kinder gab es lustige Spiele.
