Meckenheimer Rathaus gestürmt
Catharina II. und Jenny I. übernahmen die Macht
Meckenheim. Eine ganz besondere Taktik hatten sich die Belagerer des Rathauses Reginahof in diesem Jahr überlegt, um das Rathaus sturmreif zu schießen. Bereits kurz nach 11 Uhr marschierte die Prinzengarde Meckenheim in die Einfahrt zum Rathaus. „Die sind schon da!“, riefen einige in der Verwaltung. Völlig überrascht trommelte Bert Spilles schnell seine Getreuen zusammen und befahl sie auf den Kommandostand. Und es tat sich nichts, die allgemeine Verwirrung blieb und die Verteidiger schöpften schon Mut und waren bei bester Laune. Die ersten Kamelle wurden für die Pänz geworfen und man schunkelte zu Karnevalsmelodien. Scheinbar hatte es der Verwaltung und dem Rat gut getan, zwischen Stattsitzung und Rathaussturm einen Tag Ruhe zu haben. „Beim Rathaussturm wird die Sonne scheinen“, hatte Friedel Groß, der Kommandant der Prinzengarde vorausgesagt und er hatte Recht behalten. Pünktlich um 11:11 Uhr blies die Prinzengarde zum Angriff und die Sonne lachte dazu. „Willkommen zum Musikkonzert“, rief Bert Spilles den Angreifern zu und hatte zunächst die Lacher auf seiner Seite. Doch Friedel Groß konterte: „Wir sind nicht eine karnevalistische Musikgruppe, wir sind die Macht““, rief er den Verteidigern entgegen. „Im Gegensatz zu Rat und Verwaltung sind wir uns alle einig“, sagte der Kommandant und der Beifall hierfür bestärkte die Prinzengarde in ihrem Angriffswillen. Doch zunächst setzte man in beiden Lagern auf Verhandlung. „Wie gehört, hat die Stadt wieder Geld, also dann können wir ja die Auslösesumme erhöhen“, meinte Groß und weiter „Dafür solltet ihr eine neue Jungholzhalle bauen und keinen Palast für Euch“. „Die europaweite Ausschreibung für den Neubau ist gestern zur Tür hinaus“, rief der Bürgermeister. Das närrische Volk begehrte auf und konnte nicht verstehen, dass der Neubau europaweit ausgeschrieben werden soll. „Vielleicht bekommen ja die Griechen den Zuschlag“, entgegnete Spilles. Darauf erwiderte der Kommandant des Stadtsoldaten-Corps, Peter Klee, wohlwollend: „Wir waren gestern griechisch essen und haben festgestellt, dass die sogar „ohne Kohle“ kochen können“. Zwischenzeitlich überrollte die zweite Welle der Angreifer mit dem Stadtsoldaten-Corps und der Feldhaubitze den Innenhof. An der Spitze marschierten Kinderprinzessin Catharina II. und Merls Kinderprinzessin Jenny I. unerschrocken ihrem künftigen Amtssitz entgegen. Mit aller Macht und allen Mitteln versuchten die beiden, den Hausherrn vom Wagen zu bekommen. Doch zunächst gab Catharina II. das geschenkte Geld, die letzten Groschen aus dem Stadtsäckel, an den Bürgermeister zurück. Er solle dieses Geld lieber für die Sicherheit von Meckenheim ausgeben, meinte die Kinderprinzessin und das närrische Volk war nun vollends auf ihrer Seite. Jenny I. erinnerte zusammen mit Catharina II. Bert Spilles an die Erfüllung des 8. Gebotes, nach dem er ein zweites Frühstück im Rathaus servieren soll. Der Bürgermeister versuchte mit vielen Ausflüchten, dies hinauszuschieben. Schließlich brachte er einen gedeckten Frühstückstisch auf den Platz und setzte sich an den Tisch. Damit hatten die zwei endlich ihr Ziel erreicht, den Bürgermeister vom Wagen zu holen. Sie umgarnten ihn mit ihrem weiblichen Charme und tanzten so intensiv mit ihrem Bert, dass einige schon befürchteten, dass ein Sauerstoffzelt nötig sei. Bert ergab sich jedoch dem Tanz und ehe er sich versah, waren Catharina II. und Jenny I. auf dem Wagen und hatten die Macht übernommen. Es war schon grotesk: Der Bürgermeister mit langem Gesicht vor dem Wagen und auf dem Wagen die jubelnden Prinzessinnen mit Gefolge. Damit fand der Rathaussturm auch in diesem Jahr ein friedliches und fröhliches Ende. Bis zum 13. Februar ist nun Meckenheim in Narrenhand und nur den Geboten der beiden Prinzessinnen unterworfen. STS
Mit Feldhaubitze und einem starken Heer blasen Meckenheims Karnevalsvereine zum Sturm auf das Rathaus. Noch wird verhandelt.
