Tour mit dem Ordnungsamt und der Stadt
Meckenheimer Wehr überprüfte Engstellen
Meckenheim. Für manch staunende Gesichter sorgte die Meckenheimer Feuerwehr in der vergangenen Woche, fuhren doch die Wehrleute mit der Drehleiter sowie Begleitfahrzeugen durch enge Gassen und Straßen der Stadt, um zu sehen, ob man dort problemlos durchkommt.
Hintergrund der Aktion war es, Verständnis dafür zu bewegen, dass die Feuerwehr im Ernstfall mit ihren großen Geräten ein wenig mehr Platz benötigt und Hindernisse dann schon einmal im Weg sein können. Dies gilt vor allem für falsch oder fehlerhaft abgestellte Autos. Deswegen gingen Andreas Reincke und Claudia Schmitz-Jonas vom Ordnungsamt mit auf Tour, ebenso Stadtsprecherin Marion Lübbehüsen. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Löschzugführer Frank Hardt ging es am vergangenen Mittwoch von der Josef-Kreuter-Straße zur Dechant-Kreiten-Straße, zum Neubaugebiet Baumschulenweg sowie zum Musikerviertel, der Tennishalle, dem Merler Keil sowie der Adendorfer Straße und zu guter Letzt durch die Liebermannstraße. Das Problem ist dabei die Parkerei, denn auch wenn auf jeder Seite der Straße zunächst legal geparkt werden darf, so muss doch zwischen beiden Außenspiegeln ein Abstand von 3,05 Metern bleiben, so schreibt es die Straßenverkehrssatzung vor. Doch das ist mitunter graue Theorie, denn die Autos werden immer breiter und wo früher ein Auto in der Familie war, so sind es heute mitunter zwei oder gar drei.
So wusste jemand zu erzählen, dass eine fünfköpfige Familie in Meckenheim auch tatsächlich fünf Autos hat. Keine Frage, da wird die Parkerei zu einem ernsthaften Problem. Dies wurde auch direkt am Altenheim sichtlich, wobei sich die Betroffenen sehr einsichtig zeigten. Die Beamten des Ordnungsamtes waren dabei sehr freundlich und erklärten geduldig die Gesetzeslage und warum etwas nicht in Ordnung ging. Dafür gab es viel Verständnis. Eine Anwohnerin freilich fand es gar nicht gut und war ziemlich wütend, da sie ihr Auto so geparkt hatte, dass die Drehleiter nicht durchkam. Nun hieß es, den schlafenden Ehemann zu wecken und das Auto wegzufahren. Im Ernstfall hätte die Feuerwehr das Auto mit Brachialgewalt zur Seite rücken müssen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Beschädigungen, denn Personenrettung geht vor Sachwerten. Außerdem wäre es dann kaum möglich, so langsam zu fahren.
Freilich nicht nur die Parksituation ist an manchen Stellen kritisch, an einigen Stellen der Liebermannstraße kam man nur schwerlich durch und so manches Blümchen roch bereits den Gummi des Feuerwehrautos. Im Ernstfall müssten hier jedoch noch die Stützen des Wagens ausgefahren werden und es müsste gearbeitet werden. Das alles würde mehr als nur eng werden.
Da registrierten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dann auch bei städtischen Grünanlagen, dass diese zu weit in die Straße wachsen und informierten die Kollegen vom Gartenamt, damit ein passender Rückschnitt durchgeführt wird.
Insgesamt hielten sich jedoch die Beanstandungen in einem sehr engen Rahmen, an manchen Stellen darf man aber hoffen, dass es nie brennen wird, und so mancher Anwohner hat hoffentlich etwas mehr Verständnis dafür, dass Rettungswege frei bleiben müssen und nicht alles, was auf den ersten Blick noch nach legalem Parkplatz aussieht, auch wirklich optimal ist.
