Verein Zehnthaus e.V. - Swisttal-Odendorf/Essig
Menschliches und Tierisches im Zehnthaus
Jörg & Jörg präsentierten heitere Lyrik zum Nachdenken
Swisttal-Odendorf. Einen heiteren Abend mit viel Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen hatten Jörg Pfeiler und Jörg Krause ihrem Publikum versprochen. Und sie hielten Wort.
Was die beiden aus dem literarischen Schaffen von Erich Kästner, Peter Paul Althaus, Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern und Robert Gernhardt herausgesucht hatten, traf voll den Geschmack der Gäste, die der Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig in das Zehnthaus gefolgt waren. Wobei die Auswahl der Gedichte und Zitate sowie ihre Präsentation Sache von Jörg Pfeiler war. Jörg Krause zeichnete für die musikalischen Überleitungen verantwortlich, mit mitreißenden Melodien, die er auf seiner klassischen Gitarre spielte. Das Publikum erlebte einen absoluten Könner seines Fachs und dankte ihm mit begeistertem Beifall.
Den ersten Teil des Programms gestaltete Jörg Pfeiler eher nachdenklich und hintergründig. So ließ er Erich Kästner darüber philosophieren, wie sich der Mensch vom Affen weiterentwickelt habe. Erich Kästner kam dabei zur freudigen Überraschung des Publikums zu dem Schluss, dass die Menschen trotz aller Entwicklung im Grunde immer noch die alten Affen geblieben seien. Auch wie sich die Bevölkerungszahl der Inder rasant erhöht, wusste Jörg Pfeiler eindrucksvoll zu schildern. Die Inder bekämen Kinder und die bekämen Kindeskinder, die wiederum Kindeskinderkinder - und alle seien Inder.
Die Politiker bekamen ebenfalls ihr Fett weg. Jörg Pfeiler sinnierte ausführlich darüber, wie es denn möglich sei, dass ein ausgewiesener Mediziner, der heute Gesundheitsminister sei, von einem Tag auf den anderen der richtige Mann für das Wirtschaftsressort und das Finanzministerium sein könne. So bekam dieser Teil, der sich schwerpunktmäßig mit dem Menschen beschäftigte, geradezu kabarettistische Züge.
Der zweite, heitere Teil war vorwiegend den Tieren gewidmet. Wer weiß schon, dass sich Ringelnatz intensiv mit Fuchs und Igel, der Blindschleiche, dem Hummer oder gar der Hochseekuh beschäftigt hat?
Oder Christian Morgenstern mit dem Hecht, dem Geierlamm, dem Steinochsen oder dem Raben Ralf? Jörg Pfeiler wusste es und wählte zielsicher die Texte dazu aus, die das Publikum erfreuten.
Einen heiteren Abend hatten die Wortkünstler den Besuchern versprochen. Den hat das Publikum erwartet und auch genossen. Für andere tiefschürfende Gedanken war weder Anlass noch Platz. Das bestätigte das Publikum mit rauschendem Beifall.
