Allgemeine Berichte | 23.04.2013

Lüfthildis läutet bald in Lüftelberg

Neue Glocke für St.-Petrus gegossen

Feierliche Weihe soll zum Fest der Schutzpatronin des Ortes am 2. Juni erfolgen

Die Form wurde mit flüssiger Bronze gefüllt. privat

Lüftelberg. Die katholische Kirchengemeinde St. Petrus in Lüftelberg erhält eine neue Glocke. Am vergangenen Freitag wurde sie in der Glockengießerei Mark in Brockscheid gegossen. 45 Lüftelberger fuhren mit einem Bus in das kleine Dorf in der Eifel, um den Guss zu beobachten.

Gespannt verfolgten sie vom Rand der Glockengrube aus die letzten Vorbereitungen. Mitarbeiter der Gießerei ließen Zinnbarren in den Kessel mit flüssigem Kupfer rutschen, Schlacke wurde abgeschöpft. Kurz darauf prüfte die Meisterin, Cornelia Mark-Maas, die Qualität der Bronze. Ein Nicken, ein kurzes Segensgebet, dann neigte sich der Kessel und die flüssige, hellorange leuchtende Bronze lief erst als Rinnsal, dann als Bach heraus.

Von den Formen der beiden Glocken, die an diesem Vormittag gegossen wurden, war allerdings nichts zu sehen. Sie ruhten in der Glockengrube, gut in Erde verpackt. Die flüssige Bronze wurde durch kurze Kanäle zu den Öffnungen über den Formen gelenkt. Dass sich die Formen füllten, war daher nur zu hören. Mit scharfem Zischen entwichen aus den Lüftungslöchern der Formen heiße Gase, die von den Glockengießern abgefackelt wurden. Rauch und Staub erfüllten die Luft. Ein beeindruckendes, geradezu urtümliches Schauspiel aus Glut und Feuer.

Erst in einigen Tagen, wenn die Bronze abgekühlt ist, wird sich zeigen, ob der Guss gelungen ist. Dafür gibt es auch im 21. Jahrhundert keine Garantie. Ist alles gut gegangen, wird die Glocke am 2. Juni, dem Lüfthildisfest, in der Lüftelberger Kirche feierlich geweiht und danach als vierte Glocke im Turm aufgehängt.

Warum die St.-Petrus-Gemeinde eine neue Glocke in Auftrag gegeben hat, erklärt Willi-Josef Wild vom Pfarrausschuss: „Das derzeitige Geläute klingt einfach schief, die Töne der drei Glocken harmonieren nicht richtig.“ Wenn an hohen Festtagen wie Weihnachten oder Ostern alle drei Glocken zusammen zum Gottesdienst einladen, klinge das für geschulte oder empfindliche Ohren nicht nach Festgeläute, sondern wirke eher wie das Kratzen von Fingernägeln auf der Schultafel. Daher habe sich der Kirchenvorstand entschlossen, einen Glockensachverständigen zurate zu ziehen, erzählt Wild weiter. „Beim Ortstermin hielt sich der Glockensachverständige die Ohren zu, als alle drei Glocken zusammen läuteten.“ Er empfahl, eine Glocke auszutauschen. Damit waren jedoch weder die Denkmalschutzbehörde noch die Erzdiözese Köln einverstanden. Stattdessen schlug das Bauamt der Erzdiözese vor, die Gemeinde könne eine vierte Glocke in den Turm hängen. Statische Untersuchungen ergaben, dass dazu nur der Glockenstuhl erweitert werden musste.

Die Petrus-Gemeinde finanzierte die Glocke ganz aus Spenden. „Das Geld für die Glocke kam erstaunlich schnell zusammen“, freut sich Willi-Josef Wild. „Der Erlös des Pfarrfestes, Beiträge der Messdiener, der Frauengemeinschaft, Spenden der Orgelbaufirma Klais und einiger Privatleute aus der Gemeinde sowie eine großzügige Spende von Pfarrer Georg von Lewin machten die Glocke möglich.“

Die neue Glocke wird nach der Lüftelberger Ortsheiligen Lüfthildis-Glocke heißen. Sie trägt als Inschriften am oberen Kranz eine Zeile aus dem Lüfthildislied „St. Lüfthildis, Schutzpatronin, steh uns bei“, am unteren Glockenrand „Das Wahre leuchtet durch die Zeit“, ein Zitat aus dem Lüfthildis-Mysterienspiel von Kurt Faßbender. In der Mitte des Glockenmantels befindet sich eine Nachbildung des Lüfthildis-Reliefs aus dem Zinskasten an der Sakristei.

Die Form wurde mit flüssiger Bronze gefüllt. Foto: privat

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