Allgemeine Berichte | 08.06.2026

Meckenheim Schützenfest 2026

Schützenfest Meckenheim 2026: Neuer Kaiser Eckehard Haffner gekrönt

v.l.n.r. Präsident Matthias Klemmer, Kaiser Eckehard Haffner, Schülerprinz Erich Pazagan

Meckenheim. Ein Kaiser im Jubiläumsjahr

Meckenheims neuer Schützenkönig der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft heißt Eckehard Haffner. Mit dem 411. Schuss gelang dem stellvertretenden Präsidenten nach 1998 und 2013 zum dritten Mal der finale Vogelabschuss. Er darf nun auch den Kaisertitel führen. Schülerprinz wurde Erich Pazagan. Erstmals wurde auch ein Bambiniprinz ermittelt; es ist der 10-jährige Emir Yigit. Der neue Bürgerkönig heißt Thomas Hass, der sich mit dem 390. Schuss gegen starke Konkurrenten durchsetzen konnte.

Aber der Reihe nach:

Unter dem Motto „Treffsicheres Meckenheim“ fand am 30. und 31. Mai das Schützenfest der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Meckenheim statt. Gemeinsam mit der Prinzengarde wurde das 525-jährige Bestehen der Schützenbruderschaft rund um das Schützenhaus in der Swistbachaue gefeiert.

Beim traditionellen Fassbieranstich durch Bürgermeister Sven Schnieber am Samstag betonte der Vorsitzende der PGM, Friedel Groß, dass der Begriff „treffsicher“ sich nicht nur auf das Schießen beziehe, sondern auch für das „sich treffen“ im Sinne von andere Menschen treffen, miteinander reden, aufeinander zugehen und zusammen feiern.

Unter diesem Motto wurde daher auch das Schützenfest gemeinsam von den Schützen und der Prinzengarde organisiert und ausgerichtet. Der Wettergott meinte es gut und sorgte bei den Schießwettbewerben dafür, dass niemand nass wurde.

Zuständig für das leibliche Wohl war ein Team der Prinzengarde, das an beiden Tagen die hungrigen Gäste mit Pommes und Würstchen und Schnitzel vom Grill versorgte. Am Bierwagen gab es Erfrischungen aller Art und die Kleinen konnten sich beim Kinderschminken und auf der Hüpfburg vergnügen.

Nach dem Fassbieranstich und dem obligatorischen Freibier starteten dann die Schießwettbewerbe, bei denen zunächst zwischen Präses Pfarrer Maxeiner, Bürgermeister Sven Schnieber und Präsident Matthias Klemmer der Schützenfesteröffnungsorden ausgeschossen wurde. Klemmer ging bei diesem Glücksschießen auf eine virtuelle Dartscheibe als Sieger hervor.

Neu war dann das Schießen auf den „Karnevals-Oskar“: Je drei Vertreter der Meckenheimer Karnevalsvereine mussten auf einen von Geschäftsführer Bernd Luppus gestalteten prächtig-bunten Holzpapagei schießen. Es entbrannte ein spannendes Wettschießen, bei dem Ina Löllgen von der KG Merl dem Federvieh mit dem 251. Schuss den Garaus machte. Schießmeister Michael Hilbig überreichte ihr eine goldfarbene, dem echten Film-Oskar gleichende-Statue.

Parallel dazu fand auf dem Luftgewehrstand das Schießen der Jugend statt. Erstmal wurde mit dem Laser-gewehr ein Bambini-Prinz ermittelt. Diese Würde verdiente sich der 10-jährige Emir Yigit, der voll Stolz das silberne Abzeichen und ein süßes Geschenk entgegen nahm.

Vier Schülerschützen wetteiferten um den Titel des Schülerprinzen. Fabian Dietz, der bis dato noch amtierende Schülerprinz, ergatterte sich den Kopf mit 248,9 Ringen, den linken Flügel Erich Pazagan, den rechte Flügel Manuel Geringhausen und den Stoß Jasmin Meyer. Neuer Schülerprinz wurde der 15-jährige Gymnasiast aus Röttgen, Erich Pazagan, mit 298,4 Ringen.

Beim anschließenden Bürgerkönigsschießen, an dem 30 Meckenheimer Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, gingen die Bestecke an Helmut Radlanski ( Kopf), Renate Groesser (li. Flügel), Sina Denhoven (re. Flügel) und Thomas Hass (Stoß). Letzterer war auch dann der Glückliche, der sich mit dem 390. Schuss den Titel des Bürgerkönigs eroberte.

<z>Das Königsschießen und der</z> neue Kaiser

Das Königsschießen und der neue Kaiser

Ein Novum gab es beim Königsschießen, das kurz nach 18 Uhr startete und sich bis in die Dämmerung hinzog. Nachdem Michael Hilbig den Kopf, Inna Klemmer den linken Flügel, Kevin Bender den rechten Flügel und Matthias Dreesen den Stoß abgeschossen hatten, blieben mit Angelika Hilbig, Claudia Luppus und Eckehard Haffner noch drei Aspiranten übrig, die im Wettstreit um die Königswürde lagen.

Der Rumpf des Königsvogels erwies sich jedoch als zäh und „schussfest“. Als es um 21.45 Uhr immer noch keine Entscheidung gab und eine sichere Schussabgabe wegen der Sichtverhältnisse nicht mehr möglich war, wurde kurzerhand beschlossen, die Entscheidung auf Sonntagmorgen zu vertagen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein schöner Fackelzug durch Meckenheims Altstadt. Unter Marschmusik des Tambour-Corps der Stadtsoldaten Meckenheim ging es bis zur Kirche, wo der neue Bürgerkönig Thomas Hass aus den Händen von Bürgermeister Sven Schnieber die Bürgerkönigskette in Empfang nahm.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Schützen um halb neun auf dem Schützenplatz, um das am Vorabend unterbrochene Königsschießen fortzuführen. Es bedurfte weiterer 40 Schüsse auf den Rumpf bevor mit dem 411. Schuss Eckehard Haffner als neuer Schützenkönig feststand. Nach 1998 und 2013 errang er damit zum dritten Mal die Königswürde und darf sich damit Schützenkaiser nennen.

Dass beim Königsschießen vor Jahren einmal Scheinwerfer aufgestellt wurde, um den Kugelfang auszuleuchten oder dass es schon einmal eine Losentscheidung gab, war den meisten ja bekannt.

Aber dass erst am Schützenfestsonntagmorgen eine neue Majestät ermittelt werden konnte, ist beispiellos in der Geschichte der Bruderschaft und wird vermutlich nicht so schnell wieder eintreffen. Spannend und kurios war es allemal.

Die anschließende Krönungsmesse wurde vom Präses der Bruderschaft, Pfarrer Michael Maxeiner zelebriert. Die musikalische Gestaltung der Deutschen Messe von Franz Schubert oblag wieder in den bewährten Händen von Dirigent Tobias Gasteier und dem Musikzug der Stadtsoldaten Meckenheim.

Zum Ende des Festgottesdienstes überreichte Schützenkönig Eckehard Haffner den Stadtsoldaten die Ehrenplakette „Ausgezeichneter Verein“, eine vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gestiftete Auszeichnung für den langjährigen Einsatz um das Brauchtum und das traditionelle Schützenwesen.

Nach der feierlichen Kranzniederlegung mit Totengedenken an der Seitenkapelle ging es mit klingendem Spiel zurück auf den Schützenplatz und ins Schützenhaus, wo Schießmeister Michael Hilbig zahlreiche Gäste zur Siegerehrung der Stadtmeisterschaft begrüßen konnte.

Stadtmeister mit 100,9 Ringen wurde Daniel Jäger vom Repaircafe´ „Mach et widder janz“.

Die weiteren Ergebnisse sind auf der Homepage der Schützen unter www.schuetzen-meckenheim.de aufgeführt.

Neuerungen und Ausklang des Festes

Ebenfalls eine Neuerung war das Schießen um den Titel „Meckenheim Champion“, das nach der Siegerehrung begann und den Ausklang des Schützenfestes einleitete. Alle volljährigen Einzelsieger und Zweitplatzierten der Stadtmeisterschaft und alle Sieger der Schießwettbewerbe zum Schützenfest über 18 Jahre durften mit dem Kleinkalibergewehr auf einen Holz-Champignon schießen.

Auch der Holzpilz zeigte sich von einer ungewöhnlich widerstandsfähigen Seite, der die Schützen fast zur Verzweiflung brachte. Endlich, nach annähernd drei Stunden harter Arbeit am Hochstand, erlöste Paolo Campanile von der Prinzengarde die Zuschauer und brachte den Champignon mit dem 457. Schuss zum Absturz. Er darf sich fortan „Meckenheim Champion“ nennen.

Präsident M. Klemmer, Bürgerkönig Thomas Hass

Präsident M. Klemmer, Bürgerkönig Thomas Hass Foto: Schützenbruderschaft

„Meckenheim-Champion“ Paolo Campanile von der PGM.

„Meckenheim-Champion“ Paolo Campanile von der PGM. Foto: Schützenbruderschaft

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