Politik | 18.11.2014

In Meckenheim werden zum Gedenktag drei Veranstaltungen angeboten

„Shortcut to Justice“

Am 24. und 25. November

Meckenheim. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen werden in Meckenheim drei Veranstaltungen angeboten: Den Film „Shortcut to Justice“ gibt es am Montag, 24. November, von 18 Uhr bis 20 Uhr im Caritas-Haus Meckenheim mit anschließendem Gespräch und Imbiss. Der Eintritt ist frei. Der Dokumentarfilm "Shortcut to Justice" erzählt in seiner Neufassung neben der Geschichte der couragierten „Frauen für Gerechtigkeit“ nun auch die Geschichte der „Nari Adalat“-Frauen, die in Gujarat und anderen indischen Bundesstaaten aktiv sind.

Für Gerechtigkeit mit Schlagfertigkeit und Kreativität

Die „Frauen für Gerechtigkeit“ und die „Nari Adalat“-Frauen wehren sich couragiert und solidarisch gegen Unrecht und Gewalt, unter denen viele Frauen dort leiden. Weil Polizei und Justiz oft untätig bleiben und kaum Schutz und Hilfe geben, haben sie selber Gerichte gegründet. Woche für Woche versammeln sie sich, auf einem staubigen Platz am Rande ihres Viertels in der Millionenstadt Vadodara oder auf der Dachterrasse der Gemeindeverwaltung in dem kleinen Landstädtchen Waghodia, und sprechen selber Recht. Mit Schlagfertigkeit und Kreativität weisen sie prügelnde Ehemänner und zänkische Schwiegermütter in die Schranken. Und wenn es sein muss, ziehen sie auch schon mal als Räumkommando los, um die Mitgift einer armen Witwe, die mit ihrer kleinen Tochter einfach auf die Straße gesetzt wurde, zurückzuholen. Die Vereinten Nationen und medica mondiale setzen "Shortcut to Justice" in vielen Ländern für die Frauen- und Menschenrechtsarbeit ein. Der Film wurde erfolgreich auf vielen internationalen Filmfestivals präsentiert und mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt.

„Nein zu Gewalt an Frauen“

Am Dienstag, 25. November, wird die stellvertretende Bürgermeisterin Heidi Wiens, um 11 Uhr auf dem Kirchplatz in der Meckenheimer Altstadt eine Fahne hissen.

Anschließend werden Informationen durch die Veranstalterinnen und Tüten „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ verteilt. Mit dem Internatonalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“, am 25. November setzen jährlich weltweit Institutionen ein Zeichen, um diese Form der Gewalt anzuprangern. Auch in Meckenheim gibt es Aktionen auf dem Kirchplatz unter dem Motto „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“. Die Veranstalterinnen packen neben dem „Meckenheimer Apfel“ auch die regionalen Telefonnummern von Beratungseinrichtungen in die Tüte. An der Fassade des Caritas-Hauses wird eine Fahne gegen Gewalt an Frauen aufgehängt und die Veranstalterinnen informieren zu Beratungsmöglichkeiten in Meckenheim und Umgebung. Gewalt an Frauen geschieht oftmals im Verborgenen und beginnt nicht selten bereits im Kindesalter. Umso wichtiger ist es, darauf aufmerksam zu machen und den Betroffenen Mut zu machen, sich gegenüber anderen zu öffnen.

Nichtbetroffene können dadurch, dass sie offene Augen und Ohren haben, dazu beitragen, dass die Gewalt nicht eskaliert und ihr bestenfalls ein Ende gesetzt wird. Es gibt in Meckenheim einige Institutionen, an die sich Mitbürger - auch anonym - wenden können, um dort Beratung und Hilfe zu erfahren. Durch die Aktion auf dem Kirchplatz soll das Thema „Gewalt an Frauen“ öffentlich gemacht werden.

Der Gedenktag

Am 25. November 1960 wurden in der Dominikanischen Republik drei von vier Mirabai-Schwestern, die zu dieser Zeit im Untergrund gegen die damals dort herrschende Trujillo-Diktatur gekämpft haben, vom militärischen Geheimdienst ermordet. Bei einem Treffen von lateinamerikanischen und karibischen Frauen 1981 in Bogota, Kolumbien, gedachten die Teilnehmerinnen dieser Frauen und riefen den 25. November zum internationalen Gedenktag aus. Seit 1999 ist der Tag als Gedenktag von den Vereinten Nationen anerkannt. So gilt der Mut der Mirabai-Schwestern weltweit als Symbol des Kampfes gegen menschenverachtende Tyrannei, als Symbol für das Eintreten gegen jegliches Unrecht, aber insbesondere wenn Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechtes missachtet, verfolgt, verstümmelt oder gar getötet werden.

Nein zu Brautgeld

Am Mittwoch, 26. November, von 18 Uhr bis 20 Uhr in der Evangelischen Friedenskirche Meckenheim, Le-Mée-Platz 1 veranstalten die Evangelische Kirche Meckenheim, SARA Kurdische Frauengruppe Meckenheim und die Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. Kasbach-Ohlenberg eine Kampagne unter dem Titel: „Nein zu Brautgeld“. Die geleisteten Forschungsarbeiten, die Themen, die Frauen in Seminaren ansprechen, die Geschichten, über die Frauen in der täglichen Beratungsarbeit berichten, zeigen alle auf, das Brautgeld innerhalb von Religion beeinflussten Gesellschaften, wie der Kurdischen, Arabischen, Türkischen, Persischen, Afghanischen und Indischen eines der wichtigsten sozialen Probleme und gleichzeitig eine der traditionellen Formen von Gewalt an Frauen ist. Brautgeld steht in direktem Zusammenhang mit einer Denkweise, die Frau als Eigentum definiert.

Der Gebrauch von Brautgeld reduziert Frau auf eine Ware, die gekauft und verkauft werden kann. Er demütigt Frauen und bricht ihren Willen und ihre Würde. Frauen ihren eigenen freien Willen abzusprechen und sie auf einen Gegenwert in Geld, einen Besitzwert zu reduzieren ist eine Annäherungsweise, die wie auch immer sie benannt wird, unakzeptabel ist!

Weitere Informationen

Weitere Auskunft gibt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Meckenheim, Bettina Hihn, Rathaus, Zimmer 2.23, Bahnhofstraße 25, 53340 Meckenheim, Tel. (0 22 25) 91 71 44; Email: gl-bettina.hihn@meckenheim.de

Pressemitteilung der

Stadtverwaltung Meckenheim

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