Politik | 08.10.2015

Stadt Meckenheim hilft Flüchtlingen

Verwaltung stellt sich den Fragen der Bürger

Bürgermeister Bert Spilles und Beigeordneter Holger Jung informierten die Bürger über den Stand der Flüchtlingssituation in Meckenheim.StF

Meckenheim. Rund 250 Bürger waren einem Aufruf der Meckenheimer Verwaltung gefolgt und konnten sich in der Aula auf dem Schulcampus von Bürgermeister Bert Spilles und dem Beigeordneten Holger Jung aus erster Hand informieren lassen. Bürgermeister Bert Spilles betonte, dass die Aufnahme und die Integration der Flüchtlinge in vielerlei Hinsicht unmittelbaren Einfluss auf das Zusammenleben in der Stadt habe. Das ehrenamtliche Engagement und die Hilfsbereitschaft der Bürger in Meckenheim seien in diesem Rahmen eine wesentliche Stütze der Flüchtlingshilfe, welche in Meckenheim von einem „Runden Tisch“ koordiniert werde. „Menschen leben immer in Kommunen“, machte Bert Spilles direkt am Anfang der Veranstaltung klar und verwies darauf, dass NRW 30 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland aufnehme. „Aufnahme ist jedoch mehr als Unterbringung und Versorgung mit Nahrungsmitteln“, so der Stadtchef. Derzeit leben in Meckenheim 244 Flüchtlinge aus 33 Herkunftsländern, davon 125 Männer und 49 Frauen. 71 Personen sind minderjährig, wobei ein Teil hier in die Schulen und Kindergärten integriert werde. Der Dank des Stadtchefs galt hierbei auch der Hauptschule in Meckenheim, wo derzeit 34 Kinder in einer Internationalen Förderklasse unterrichtet werden, und die Bezirksregierung nun endlich auch entsprechende Lehrerstellen bewilligt hat. Derzeit erfolgt die Unterbringung der Flüchtlinge überwiegend zentral am Siebengebirgsring, wobei die dortigen Kapazitäten erschöpft sind. Die Stadt ist daher dabei, durch Umbau und Umnutzung städtischer Liegenschaften zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Ferner wurden Mehr- und Einfamilienhäuser in Lüftelberg und Merl angemietet. Die Stadt macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass sie sehr gerne und sehr kurzfristig auch Wohnraum von privaten Vermietern anmieten würde. Dabei tritt die Stadt als Mieter auf und macht auch zeitlich befristete Mietverträge, wie Holger Jung erläuterte und hier für die Vermietung von Wohnflächen an die Stadt warb. Alle Prognosen gehen von einer weiterhin dauerhaft hohen Zuweisung von Flüchtlingen in die Kommunen aus. Da die Landeseinrichtungen ebenfalls aus allen Nähten platzen, ist es nicht mehr ausgeschlossen, dass zur Entlastung auch Notunterkünfte in den kleineren Kommunen benötigt werden. Auch wenn die Bundesregierung aktuell Hilfsbeschlüsse gefasst hat, so werden diese den Kommunen kurzfristig nicht weiterhelfen, daher muss die Stadt weitere eigene Kapazitäten schaffen, um ihre Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen dauerhaft und nachhaltig erfüllen zu können. Der Stadtrat hat bereits den Weg freigemacht, dass die Meckenheimer Entwicklungs- und Wohnungsgesellschaft am Siebengebirgsring ein zusätzliches Gebäude für bis zu 80 Personen errichtet. Da ein gleiches Gebäude bereits in Euskirchen gebaut worden ist, fallen sehr geringe Planungskosten an. Auch der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat alles Nötige in die Wege geleitet.

Lob und Kritik

Dass dies genau der richtige Weg ist, dafür bekam die Verwaltung uneingeschränkte Zustimmung, allerdings nicht für ihre Kommunikation. Denn hier hätten die Bürger das Ganze doch lieber etwas früher erfahren; auch der Verweis von Bürgermeister Bert Spilles auf die Vorschriften überzeugten die Bürger keineswegs. Gebaut werden soll innerhalb eines Jahres auf einer Grundstücksgröße von circa 1800 qm, bei einer Gesamtwohnfläche von ungefähr 905 qm, wobei 18 Wohneinheiten zwischen 52 und 54 qm entstehen und das Gebäude voll unterkellert wird. Großer Vorteil der Maßnahme, wenn sich die Flüchtlingssituation irgendwann entspannen sollte, hat die Stadt hier Wohnraum für andere bedürftige Personen. Einmal abgesehen von der zeitlichen Informationslage bekam die Stadt viel Lob in der Fragestunde von den Bürgern für ihr Engagement, aber natürlich gab es auch vereinzelt Stimmen mit etwas kritischeren Untertönen. Dass Bürgermeister Bert Spilles das alles als schwierig, aber auch als machbar ansieht, machte seine auch im Ton mehr als deutliche Antwort auf eine Frage eines Bürgers deutlich, der die hohe Zahl der Flüchtlinge als Problem sah. Bert Spilles: „Wir reden hier von einem Prozent der Bevölkerung in Meckenheim, das werden wir ja wohl schaffen.“ Dafür gab es sehr deutlichen Beifall.

Hilfe wird gerne angenommen

Wer konkret helfen will, für den hat die Stadt folgende Kontaktadressen zur Verfügung gestellt:

Ansprechpartner bei der Stadt Meckenheim für die Unterbringung und Anmietung von Räumlichkeiten ist Michael Leven, Tel. (0 22 25) 91 71 93, michael.leven@meckenheim.de.

Für Geldspenden hat die Stadt Meckenheim ein Spendenkonto unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe“ eingerichtet: Kreissparkasse Köln, Kontoinhaber: Stadt Meckenheim; IBAN: De65 3705 0299 0047 0094 20, BIC: COKSDE33XXX, Stichwort Flüchtlingshilfe

Wer Möbel- oder Elektrogroßgeräte spenden will, kann sich an die Firma „Patrick´s Helping Hands“ wenden. Ansprechpartner ist Frau Klöckner, Tel. (01 73) 8 47 28 26. Bitte darauf hinweisen, dass es sich um eine Spende für die Meckenheimer Flüchtlinge handelt.

Sonstige Sachspenden können bei der Bedarfshilfe Meckenheim abgegeben werden; Kleiderspenden auch an die AWO Rhein-Sieg oder an Kaleidoskop sowie die Bedarfshilfe Meckenheim.

Weitere Informationen, die permanent aktualisiert werden, finden sich auf der Homepage der Stadt Meckenheim.

Bürgermeister Bert Spilles und Beigeordneter Holger Jung informierten die Bürger über den Stand der Flüchtlingssituation in Meckenheim.Foto: StF

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