Ev. Familienzentrum „Am Ehrenmal“ Meckenheim
Vorschule ganz(heitlich) anders!
Meckenheim. Bereits seit vielen Jahren sieht die sogenannte „Vorschularbeit“ im Ev. Familienzentrum „Am Ehrenmal“ etwas anders aus, als man es vielleicht vermuten mag.
„Die Vorbereitung der Kinder auf die Schule fängt bei hier nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung an und besteht auch nicht nur aus Schwung- und Ausmalübungen, sondern man betrachten die Vorbereitung der Kinder auf die Schule ganzheitlich.“, so Katrin Kamprad, Erzieherin im Familienzentrum.
Schon die Kleinsten wissen, dass aber gerade das letzte Kindergartenjahr im Familienzentrum immer das Spannendste und absolut erstrebenswert ist.
„Auf Grund ihres Entwicklungsstandes fördert man die „Schukis“ im letzten Kindergartenjahr noch einmal ganz besonders. Kinder sind von Natur aus neugierig, wollen etwas ausprobieren, experimentieren und Wirkungen feststellen. Diese kindliche Neugier unterstützen wir mit besonderen, kindgerechten Aufgaben, die so konzipiert sind, dass eine vielseitige Förderung des Kindes erfolgt. Die Kinder lernen, Aufgaben verantwortlich anzunehmen, eigene Lösungen zu suchen, sie durchzuführen, aber auch eigene Ideen umzusetzen. Außerdem werden Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Rücksichtsnahme und lebenspraktisches Vorgehen trainiert. Auch die Erzieher und Eltern müssen lernen, den Kindern Freiraum für ihre Entwicklung einzuräumen und ihre Entscheidungen zu akzeptieren. Dank der guten Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Austausch mit den Grundschulen kann man sagen, dass das Feedback der Schulen auf die Vorbereitung der Kinder immer sehr positiv ausfällt, was die Erzieher darin bestärkt, weiterhin ganzheitlich, vom ersten Kindergartentag an, die Kinder auf die Schule vorzubereiten. Allen, die die Erzieher in der Förderung der „Schukis“ unterstützen, z.B. kath. Bücherei Meckenheim, ev. und kath. Grundschule, Feuerwehr und Polizei Meckenheim, Herr Schindewolff, vom Selbstbehauptungskurs, Psychomotorikzentrum Bonn, Obstbauer Felten und vielen, vielen mehr, möchten man bei dieser Gelegenheit einmal ein großes Lob aussprechen.“, so Kamprad weiter.
Eine Station dieser ganzheitlichen Schulvorbereitung ist z.B. der mehrmalige Besuch in der öffentlichen Bücherei St. Johannes der Täufer. Hier erfahren die Kinder wie das System einer Bücherei funktioniert. Dabei bleibt keine Frage unbeantwortet: Wie werden die Bücher sortiert? Wie funktioniert das mit dem Ausleihen eines Buches? Wie bekomme ich einen Büchereiausweis? Wie lange darf man Bücher ausleihen und wann muss man sie wieder zurückbringen? Als krönender Abschluss liest die Kinderbuchautorin Christa Zeuch den Kindern eine ihrer Geschichten vor. Dann erhält jedes Kind einen „Bibfit-Ausweis“, der zeigt, dass die Kinder nun bereit sind, um in der Bücherei ihre Bücher selbst ausleihen zu können.
Ein weiterer besonderer Tag wird für die „Schukis“ der Besuch im Psychomotorik-Zentrum Bonn sein. In dem ehemals - jetzt umgebauten - Schwimmbad fühlen sich die Kinder wie in einem Spielplatzparadies. Von den Decken hängen Schaukeln, Sportringe zum Schaukeln und Klettern, es gibt eine Kletter- und Sprossenwand, ein riesiges Bällebad, tolle Parcours mit Kisten und Sportmatten zum Klettern und Balancieren und vieles mehr. Durch das Spielen und Bewegen unter Anleitung trainieren die Kinder ihre Körperbeherrschung und ihren Gleichgewichtssinn.
Besonderen Wert legt das Familienzentrum auch auf Exkursionen und Erkundungen in der Umgebung und natürlich den „NABU Treff“. Dazu gehen die Kinder mit der Meckenheimer Dipl. Biologin Silvia Johna regelmäßig in den Wald, erkunden zusammen Felder, Wiesen und Weiden, um den heimatlichen „Lebensraum Natur“ mit seiner vielfältigen Flora und Fauna zu entdecken, zu genießen und gemeinsam einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Auch in diesem Jahr sind wieder 17 Kinder im Wald unterwegs. Gerade für sie ist die Abwechslung zwischen Bewegung und Ruhe manchmal eine neue Erfahrung.
„Es ist ausdrücklich erwünscht, dass im Matsch gespielt wird, die Kinder über Stock und Stein rennen und auf Baumstämmen balancieren. Klettern, buddeln und in Pfützen springen steht ebenfalls auf dem Programm“, kommentiert Silvia Johna das Konzept der Gruppe mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Durch die regelmäßige Begegnung mit der Natur erwerben unsere Kinder ein großes Sachwissen, z.B. physikalische Erkenntnisse über Eis und Wasser.“
Christiane Seidel-Klinkhammer, Leiterin des Familienzentrums, und ebenso begeisterte Teilnehmerin des NABU-Treffs, kann das nur bestätigen: „Ein ausgelassener Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die gesamte kindliche Entwicklung förderliche Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können. Die Kinder lernen im Spiel ganz nebenbei naturbezogene Inhalte und verschiedene Tiere und Pflanzen kennen, schulen ihre motorischen Fähigkeiten, testen ihre Grenzen aus, schöpfen Mut und wachsen oft über sich selbst hinaus. Im behutsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren des Waldes, lernen sie ganz nebenbei die Natur zu schätzen und zu schützen. Und das ist doch schon mal eine ganz(heitlich) gute Schulvorbereitung, oder?“
