Frauentreff Meckenheim e. V.
Zwischen Nähkorb, Schreibmaschine und Drehbank
Meckenheim. Neuzehn Frauen vom Frauentreff Meckenheim e. V. besuchten die Ausstellung „Glanz und Grauen, Mode im Dritten Reich“ in der alten Tuchfabrik Müller in Kuchenheim. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Fragen: Gab es eine Deutsche Mode? Wenn ja, wie stark war sie von den Nazis vorbestimmt? Frau Dr. Neft führte auf dem thematischen Rundgang durch die Ausstellung, deren Schwerpunkt Kleidung aus den Jahren von 1930 – 1945 ist. Neben prächtigen Roben zum Tanztee, und eleganten Abendkleidern sind Uniformen, graue Kostüme, mit Hut natürlich, Dirndl, lange Ledermäntel der GESTAO, aber auch Alltagskleidung und Notgarderobe zu bestaunen.
Ab 1933 mussten Parteiabzeichen an der Kleidung sichtbar getragen werden. Ab 1941 war für Juden das Tragen des Sternes Pflicht. Selbst beim Schulsport wurde eine Uniform mit einem Hakenkreuz auf dem Hemd getragen. Alltagskleidung war politisch geworden. Sie zeigte jedem, wer mitmachte und wer ausgegrenzt wurde.
Ein Themenbereich war: Frauen im Nationalsozialismus: Nach der Machtergreifung war der mütterliche Frauentype Vorbild. Eine deutsche Frau sollte sparsam sein, ihre Kleidung selber herstellen. In einigen Vitrinen waren selbst genähte Frauen- und Kinderkleider, vor allem mit Schürzen, ausgestellt. Daneben waren Dirndl und alpenländische Strickjäckchen zu bewundern. Eine weitere Vitrine enthielt Ehrenkreuze für Deutsche Mütter, verliehen zum Muttertag.
Als die Rohstoffe für Textilien knapp wurden, verordneten die Nazis Spinnstoffsammlungen und Kleiderkarten. Soldaten schickten mit Feldpostpäckchen Nahrung und Bekleidung an ihre Familien. Die Frauen der Offiziere schmückten sich mit den Kleidern der Verfolgten und Ermordeten und bedienten sich der Kleiderkammern in den KZs.
Die chemische Industrie sollte Ersatzstoffe entwickeln. Die Forschungsergebnisse einer Schuhprüfstrecke im KZ Sachsenhausen nutzte die Wirtschaft für die Produktion neuer Materialien.
Die Mode im Dritten Reich spiegelt Glanz und Grauen in einer Gesellschaft voller Gegensätze. Zu diesem Ergebnis kamen die Damen bei einer anschließenden Tasse Kaffee in einer Rheinbacher Konditorei.
