Benefizkonzert für die Rheinbach-Meckenheimer Tafel
a-cappella für den guten Zweck
Hilfeverein muss umziehen. Besucher in der Friedenskirche spendeten 1000 Euro
Meckenheim. „Mein kleiner grüner Kaktus“ tönte es durch den von der Sonne durchfluteten Raum der Friedenskirche. Die elf Frauen von „It´s Music“ brillierten mit starken Stimmen und sichtbar guter Laune beim Gesang. Die Besucher in den gut gefüllten Reihen wippten mit den Füßen, sangen leise mit, applaudierten lang und gerne nach den Liedern. Das Benefizkonzert in der evangelischen Kirche war für die Rheinbach-Meckenheimer Tafel und ein riesiger Erfolg. Vorsitzender Dr. Uwe Petersen freute sich sehr über die gute Resonanz beim Konzert des Vokalensembles. Eintritt hatte die Tafel keinen erhoben, stattdessen um eine Spende gebeten - und etwa 1.000 Euro kamen so zusammen. Die Rheinbach-Meckenheimer Tafel muss ihre Verteilstelle am Siebengebirgsring in der Neuen Mitte von Meckenheim verlassen und wird eine neue Bleibe in der Nähe der Meckenheimer Altstadt beziehen. „Die Stadt hat eine neue Verwendung für das Gebäude am Siebengebirgsring und wird uns in Kürze andere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Der Wechsel wird fließend vollzogen“, erläuterte Dr. Uwe Petersen. Die Ausgabestelle in Rheinbach ist von dem Wechsel nicht betroffen.
Es wurde ein äußerst unterhaltsamer Nachmittag in der Friedenskirche. Das fand auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz, der mit seiner Ehefrau rhythmisch mitklatschte. Die elf Sängerinnen und ihr Quotenmann als Pianist, Saxophonist und Rhythmusgeber brachten einen Querschnitt aus Film und Funk, eigentlich gab es keinen Song, den nicht jeder Besucher gleich mitsummen konnte. Da verbeugten sich die fröhlichen Akteure vor dem gerade verstorbenen Udo Jürgens und sangen „Udo, für Dich“, sie schmierten ausgelassen das „Käsebrot“ von Helge Schneider, waren wie einst Marlene Dietrich „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder ließen aus dem Musical „Shrek“ das „Halleluja“ ertönen unter dem Motto „Schmalzig können wir am besten.“
Kleine musikalische Sketche erzählten ironisch davon, was die Männer im Baumarkt oder die Frauen im Schuhgeschäft denn so treiben.
Dass dieses Konzert so gut lief, überraschte Dr. Uwe Petersen nicht. Schon bei ihrem ersten Benefiznachmittag hatte das Ensemble viel Beifall bekommen. Kurz erläuterte der Vorsitzende dem Publikum, was die Tafel denn so macht und wie es dazu gekommen war, dass sie gleich zwei Städte umfasst. „Diese geniale Idee hatte mein Vor-Vor-Vorgänger, und es hat sich bewährt. So konnte die Rheinbach-Meckenheimer Tafel gleich logistische Vorteile nutzen. Wir betreuen wöchentlich 280 Familien in den beiden Städten, verteilen frische und Dauerwaren an bedürftige Menschen. Alles ist gespendet. Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot - und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss. So werden in unserer Gesellschaft etwa 20 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich - mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen ihrer Stadt. Das Ziel der Tafeln ist es, alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige zu verteilen. So helfen wir diesen Menschen, eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen Motivation für die Zukunft.“
Jeder gibt, was er kann - Nach diesem Leitspruch engagieren sich örtliche Bäckereien, Metzgereien, Bauern, Supermarktketten, Kfz-Mechaniker, Grafiker, Automobilhersteller, Beratungsunternehmen und viele andere. Etliche Helfer spenden ihre Freizeit für die Idee. Ein paar Stunden am Tag, in der Woche, im Monat - so wie es die persönlichen Möglichkeiten zulassen.
Rund 30 Menschen engagieren sich als ehrenamtliche Tafelhelfer. Die gesammelten Lebensmittel werden gegen einen symbolischen Betrag weitergereicht an bedürftige Personen. Direkt durch Lebensmittelausgaben oder indirekt, indem Einrichtungen beliefert werden und es weitergeben. Im Laufe der Zeit wurden die Spenden zum Beispiel der Lebensmittelgeschäfte geringer, sodass die Tafeln aus logistischen Gründen nun mehr Spender anfahren müssen, um die Waren zusammenzubekommen. „Wir brauchen noch dringend weitere Helfer, auch welche, die einen Kleintransporter fahren können. Wer uns unterstützen will, meldet sich bitte, Informationen gibt es unter www.rheinbacher-tafel.de.“
