Zahlreiche Besucher erlebten eine beeindruckende Feierstunde und ein fantasievoll gestaltetes Jubiläumsfest
100 Jahre Grundschule Thür
Thür. „Heut´ ist ein Fest an der Grundschule Thür – Schule wird 100 und das feiern wir!“ Mit diesem Lied begrüßten die 68 Schülerinnen und Schüler der Thürer Grundschule anlässlich des 100-jährigen Bestehens ihrer Schule zahlreiche Besucher zu einer Feierstunde in einem großen Festzelt neben der Aula. Vorausgegangen war ein Empfang, zu dem sich unter anderem auch viele Ehrengäste eingefunden hatten, darunter Mechthild Heil (MdB), Hedi Thelen, Nicole Müller-Orth und Marc Ruland (alle MdL), Landrat Dr. Alexander Saftig, VG-Bürgermeister Jörg Lempertz, Regierungsschulrätin Bettina Luitz, Ortsbürgermeister Rainer Hilger und nicht zuletzt Pastor Ralf Birkenheier und Jörg Wienpahl (Kirchenmeister der Evangelischen Kirche Mendig).
Auftritt des Projektchores
Nach der musikalischen Begrüßung durch die Kinder intonierte der Projektchor „Thürer Mädche“ (ehemalige Schülerinnen der Grundschule Thür) unter der Leitung von Stephan Müller „Mir sein un mir bleiben – und dat uns Lewen lang- im Mittelpunkt der Erde – im schönen Pellenzland“.
Zahlreiche Glückwünsche
Zunächst richtete VG-Bürgermeister Jörg Lempertz das Wort an die Jubilare und gratulierte mit den Worten: „Ich zünde gerne eine Geburtstagskerze für die mutigen Gründer dieser Schule an. Sie haben sich sehr frühzeitig für eine optimale Bildung eingesetzt und ein herausforderndes Investment gestemmt. Eine Geburtstagskerze dürfen wir den Schulleitern und dem Lehrerkollegium schenken. Sie haben erreicht, dass diese Schule von der Geburtsstunde bis zum heutigen Tage einen erstklassigen Ruf genießt. Eine Kerze ist den Eltern gewidmet. Sie haben die Entwicklung der Schule in all den Jahren wachsam und sehr positiv begleitet. Die größte Kerze entzünden wir für alle Kinder, die in den letzten zehn Jahrzehnten diese Schule besucht haben. Aus ihnen sind Menschen geworden, die für die gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen gewappnet sind. Auf dem hier vermittelten Basiswissen fußt ein Großteil ihres Lebensweges.“
Zwischen zwei Flötenstücken der Klassen 3 und 4 ließ auch Landrat Dr. Alexander Saftig es sich nicht nehmen, der Schulleitung sowie den Lehrern und und Kindern im Namen des Landkreises Mayen-Koblenz zu gratulieren.
Frei nach dem griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos: „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“ sagte der Landrat: „Schule soll Wissen und Werte vermitteln und auf das spätere Leben vorbereiten. Insbesondere den Grundschulen kommt eine spezielle Verantwortung zu.
Dort entscheidet sich, welchen Zugang Schüler zum Lernen haben, denn dort werden die Grundsteine für Bildung und Wissen in der Gesellschaft gelegt.
Die Grundschule Thür stellt mit ihren 68 Schülerinnen und Schülern und sieben Lehrpersonen eine relativ kleine und beschauliche Schulgemeinschaft dar. Ich kann dazu nur sagen: Klein, aber oho!“ Landrat Dr. Saftig beendete seine kurze Ansprache mit den Worten: „Wer gute Arbeit leistet, verdient auch, zu feiern. Ich wünsche Ihnen und Ihren Gästen viel Spaß bei den Festivitäten sowie viel Freude beim Lehren und Lernen!“
„Jungen Menschen Perspektiven aufzeigen“
Auch Regierungsschulrätin Bettina Luitz unterstrich in ihrem Grußwort: „Wichtig ist es, jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen und Zutrauen in die Zukunft zu vermitteln, damit sie zu verantwortungsbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft heranwachsen können. Das galt für die Schule früher und das gilt auch für die Schule heute. In der jüngsten Zeit wird den Schulen ein neues Maß an Verantwortung für die Qualitäts- und Unterrichtsentwicklung sowie der Qualitätssicherung eingeräumt. Zur Verwirklichung ihrer Ziele befindet sich die Grundschule Thür auf einem sehr guten Weg.
Dies gelingt, weil an der Schule an einem pädagogischen Grundkonsens gearbeitet wird und das Kollegium sich auf gemeinsame, Erfolg versprechende Unterrichtskonzepte, verständigt hat. Hier lernen Kinder gerne! Das ist der erste Eindruck, wenn man die Schule besucht. Das schöne Gebäude empfängt den Besucher, der merkt, dass man sich hier um die Kinder kümmert. Alles ist liebevoll und fröhlich gestaltet.“ Als Mann der Tat erwies sich dagegen Ortsbürgermeister Hilger, der seine Glückwünsche mit je einem herrlichen Blumenstrauß für die Schulleiterin Ellen Küpper und die Lehrerinnen - sowie einem weiteren Präsent für den einzigen Lehrer der Schule verband.
Singspiel und historischer Rückblick
Nach den Segensworten von Pastor Ralf Birkenheier strapazierte Daniel Weber im Rahmen eines Singspiels mit seiner nonverbalen Darstellung eines armen „Dorfschulmeisterlein“ die Lachmuskeln der Besucher. Zwar nicht so lustig, aber dennoch ausgesprochen beeindruckend war der historische Rückblick, in dessen Verlauf die Schüler Anton Pung, Elena Fuhrmann und Daniel Weiler (ohne Redemanuskript) unter der Leitung von Friedrich Hermes die Geschichte der Thürer Grundschule mit allen relevanten Eckdaten Revue passieren ließen. Als Vorlage diente ihnen eine von Friedrich Hermes und Schulleiterin Ellen Küpper erstellte Schulchronik, die bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht und gegen ein geringes Entgelt erworben werden kann.
Nach einem weiteren musikalischen Beitrag der Schülerinnen und Schüler („Lasst uns feiern“) und den Dankesworten von Ellen Küpper endete die Feierstunde mit einem Potpourri, das von den Kids des Thürer Kindergartens unter der Leitung von Petra Winninger dargeboten wurde.
Im Verlauf des von der Schulleitung gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern vorbereiteten Jubiläumsfestes wurden eine Ausstellung „Schule früher und heute“, eine Bildergalerie, eine Schulstunde wie vor 100 Jahren in einem Klassenzimmer wie anno dazumal, ein Mitmachzirkus sowie ein musikalisches Rahmenprogramm, das u.a. von der Thürer Kellerband und der Band „The Scene“ von der Realschule plus gestaltet wurde, präsentiert. Auch für das leibliche Wohl war in Form von Kuchen, Eis, „Engelslocken“, Thürer Ofenkartoffeln, und Köstlichkeiten vom Grill bestens gesorgt.
Mit seiner nonverbalen Darstellung eines armen „Dorfschulmeisterlein“ strapazierte Daniel Weber im Rahmen eines Singspiels die Lachmuskeln der Besucher.
Nach seinem Segensgruß überreichte Pastor Ralf Birkenheier der Schulleiterin Ellen Küpper als Geste der Anerkennung einen Stein aus dem See Genezareth.
