RSC Mayen bei Radfernfahrt von Mendig nach Budel
235 Kilometer auf dem Rennrad
Deutsche Spitzengruppe erreicht das Ziel in Holland nach knapp sieben Stunden
Mayen/Mendig. Die jährliche Radfernfahrt von Mendig ins holländische Budel ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden. Der Verein „Stichting Wieler Activiteiten Cranendonck“ (SWAC) veranstaltete die Tour und hatte dazu über 30 fleißige Helfer im Einsatz. Bei der 18. Austragung in diesem Jahr freuten sich die Veranstalter um Bér Timmermans über einen außergewöhnlichen Anstieg bei den Teilnehmerzahlen. Insgesamt 360 Fahrer, vor allem aus Holland, Belgien und Deutschland, bedeuteten absoluten Teilnehmerrekord. Auf der Distanz von 235 Kilometern führte der Weg über zahlreiche steile Anstiege der Eifel, unter anderem vorbei an der Hohen Acht und später durch den Naturpark Hohes Venn. Das Höhenprofil schlug mit zunehmender Dauer immer weniger aus. Schließlich galt es, noch knapp 100 Kilometer durch das deutsche und später niederländische Flachland unter die Räder zu nehmen, bis nach der Überquerung der Maas die nahe Eindhoven gelegene Gemeinde Budel schließlich erreicht war. Unterwegs gab es für die Fahrer notwendige Stärkung an den Verpflegungsstellen in Tondorf, Luchem und an der Deutsch-Niederländischen Grenze in Waldfeucht. Von deutscher Seite waren hauptsächlich Sportler des RSC Eifelland Mayen und des VfB Polch mit von der Partie. Wer kurz vor dem Start auf dem Mendiger Marktplatz in die Gesichter der Radsportler sah, konnte ganz unterschiedliche Grade der Anspannung wahrnehmen. Für den einen oder anderen Fahrer geht es bei der Veranstaltung, bei der es sich ausdrücklich um kein Rennen, sondern um eine rein breitensportliche Fahrt handelt, vielleicht um die eigene Bestzeit. Andere Fahrer haben noch nie eine solche Distanz unter die Räder genommen und wissen im Vorfeld gar nicht, ob sie das Ziel erreichen. Glücklicherweise gibt es unterwegs so genannte „Besenwagen“, die dafür sorgen, dass niemand auf der Strecke bleibt.
Gute Wetterbedingungen und internationale Besucher
Nach dem Startschuss durch Bürgermeister Hans-Peter Ammel in Mendig setzte sich die Zweiradkolonne in Richtung Bell in Bewegung. Sofort bildete sich am ersten schweren Anstieg hinauf nach Langscheid eine Spitzengruppe, in der mit Max Göke, Alexander Münch, Martin Reis und Markus Risse vier Fahrer des RSC Mayen und mit Alexander Eggers und Philipp Lentz zwei Polcher Radsportler vertreten waren. Hier erfuhren alle Starter ganz besondere Unterstützung durch eine tschechische Delegation, die zur Feier der 20-jährigen Städtepartnerschaft mit Mayen angereist war und nun mit Bürgermeister Rolf Schumacher das Schauspiel verfolgte und die Fahrer kräftig anfeuerte. Von dieser tollen Unterstützung war auch im 200 km entfernten Ziel abends in geselliger Runde noch die Rede. Die Wetterbedingungen auf dem Weg zu diesem Ziel im holländischen Budel waren dabei besser als von manchem Wetterdienst angekündigt. Starker Wind und häufige Schauer, so hieß es im Vorfeld. Der starke Wind sollte sich zwar bewahrheiten, blies aber fortwährend von hinten oder schlimmstenfalls von der Seite und war somit eigentlich eher nützlich. Auch der Regen blieb nicht gänzlich aus, war aber bei durchweg warmen Temperaturen und hauptsächlich in Form von Nieselregen auch keine echte Bedrohung für die Zielambitionen der Teilnehmer.
Deutsche Gruppe erhält Mannschaftspokal
Nach knapp sieben Stunden Fahrzeit erreichte die „deutsche Gruppe“ als erste größere Gruppe das Ziel und erhielt dafür auch den Mannschaftspokal. Als Wanderpokal beinhaltet er die Verpflichtung, auch im Folgejahr dabei zu sein. Eine Verpflichtung, der wohl die meisten Teilnehmer angesichts der guten und liebevollen Organisation gerne nachkommen werden. Es sollte noch über vier Stunden dauern, bis auch die letzten Fahrer Budel mit gleichem Beifall und der Gratulation zu dem Geleisteten erreichten. Trotz vieler Schauer waren wieder viele Holländer auf den Beinen und bereiteten allen Ankömmlingen einen wunderbaren Empfang. So feierte man zusammen bis in den Abend hinein, bevor es für die deutschen Sportler per Bus zurück in die Heimat ging.
