Laufgemeinschaft Laacher See
Bodo Lange stellte eine persönliche Bestleistung auf
St. Wendel. Akribisch hatte sich Bodo Lange für das Marathon-Event in St. Wendel im Saarland vorbereitet. Er wollte seine persönliche Bestzeit unterbieten. Also reiste er schon einen Tag vor dem Wettkampf in St. Wendel an. Nach dem Motto „Laufen muss auch Spaß machen“ gönnte er sich Schnitzel mit Pommes und Salat. Nachdem er seine Startunterlagen abgeholt hatte, ging es ins Hotel. Den Rest des Tages verbrachte der Mendiger mit Relaxen und Trinken von Mineralwasser mit Traubensaft. Bereits um 5 Uhr klingelte am Sonntagmorgen der Wecker. Mit Unterstützung des Hotelkochs erhielt er sein warmes Power Porridge. Hinein schnibbelte er noch eine Banane.
Bei den vergangenen Läufen gab es immer Toastbrot mit Honig. Doch nach der Empfehlung seines Trainers Parvis Torbati sollte vor dem Wettkampf morgens warm gefrühstückt werden. Bewaffnet mit vier Flüssiggels ging es um 7.30 Uhr in Richtung Start. Der Himmel war bewölkt, aber bei etwa elf Grad blieb es den ganzen Tag trocken. Mit am Start waren vier schnelle Kenianer. Die musste er schon nach kurzer Zeit ziehen lassen. „Markus und Ruben, zwei Tempomacher aus Koblenz, liefen genau mein Tempo. Ich konnte locker mithalten. Bei Kilometer 25 merkte ich, dass heute mein Tag ist“, berichtet Lange. „Kennt ihr das Gefühl, wenn du merkst, dass du saustark drauf bist und heute Bestzeit laufen könntest?“
Die zweite Runde war wesentlich härter, da nun der Wind ein wenig stärker wurde. Dies spürte er besonders gut auf der langen Bundesstraßenpassage, wo es zurück leicht bergauf ging. Immer noch war Lange mit einem anderen Läufer an den zwei Hasen dran. Ab Kilometer 35 begannen die leichten Stiche und Krämpfe in den Unterschenkeln. Dadurch musste er etwas Tempo rausnehmen. Schließlich wollte er nicht riskieren, dass der Muskel komplett zugeht. Netterweise blieb ein Tempomacher blieb bei ihm und motivierte ihn.
Es war dennoch ziemlich hart für Lange. Der zweite Tempomacher lief zurück und kümmerte sich um den anderen Dreistundenkämpfer, der am Ende nur eine Minute hinter Lange ins Ziel kam. Beide liefen ihre persönliche Marathonbestzeit. Für Lange bedeutete dies eine offizielle Zielzeit von 3:00:22 Stunden, Platz drei der Altersklasse M 45 und der 14. Gesamtplatz unter 170 Startern.
„Ich bin echt glücklich, auch wenn es für 2:59 Stunden nicht gereicht hat. Bin stolz wie Oskar“, erklärte Lange. Nach dem Lauf fühlte er sich superwohl und fuhr schnurstracks zu seinen zwei Neffen, wo er reichlich Kommunionkuchen essen und sich von den Strapazen erholen konnte.
